if death is the last appointment

Seite 3 von 3 Zurück  1, 2, 3

Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Kyrie am So 6 Jan 2019 - 21:17

Der Vampir musste ehrlich zugeben, dass er eher auf etwas kleinere Frauen stand — auch wenn er sich durch Lumières Körpergröße keinesfalls eingeschüchtert oder gar bedroht fühlte. Hätte sie keine hohen Schuhe an, sollten sie wohl ungefähr gleichgroß sein, vielleicht könnte man ihn sogar für etwas größer halten, sollte man die wirren schwarzen Haare auf seinem Kopf berücksichtigen. Ihre immerhin waren glatt, endlos lang und schienen eher mit der Schwerkraft zu kämpfen haben, als es bei Kyries "Frisur" der Fall war. Doch war das keiner weiteren Gedanken wert. Dass Lumière die Geste annahm, war doch ein kleiner Triumph, kaum harkte sie sich bei ihm ein, wurde ihr Geruch ein wenig stärker in seine Richtung getragen, was sie nur begehrenswerter erscheinen ließ. Ihre Worte allerdings wiesen darauf hin, dass sie sich gerade nicht so fühlte. "Damit liegst du komplett daneben." gab er also zurück, ihr noch einen Blick zuwerfend, ehe sie auch schon den Club verlassen hatten und die frische Luft ihm entgegen strömte. Der Geruch nach fast nichts, vermischt mit dem menschlichen Geruch, der von Lumière ausging, und dem nach ihrem Parfüm, war um einiges angenehmer als all den Schweiß, den Alkohol und sonstiges zu riechen. Feiernde Menschenmassen waren selten für ihre angenehme Duftnote bekannt. Besser gesagt nie. Umso besser, dass sie dem nun entkommen waren. Die Gitarre allerdings... gut, es war nicht Monica, die lag zuhause, doch eigentlich war ihm jede Gitarre wichtig (Monica war etwas wichtiger. Das ließ er gerade außen vor.), was er jetzt allerdings nicht an die große Glocke hängen musste.
"Wir müssen ein kleines Stück laufen, mit dem Auto herzukommen lohnt sich nicht." Lautstark atmete er die kühlere Luft ein. "Wenn es in deinen Schuhen nicht angenehm ist, kann ich dich auch gern tragen, Butterblümchen." Ein blödes Grinsen konnte er sich nicht verkneifen; er konnte sich kaum vorstellen, dass sie damit einverstanden wäre.

__________________________________
avatar
Kyrie

- 129 Jahre

- Vampir

- C.C; seine Wohnung

Anzahl der Beiträge : 218
Anmeldedatum : 31.08.18


Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Lumière am Mo 7 Jan 2019 - 15:41

Auch wenn man die Luft im Zentrum der Hauptstadt nicht unbedingt als frisch bezeichnen konnte, hatte Lumière doch das Gefühl endlich wieder richtig durchatmen zu können, nachdem sie die unangenehme Geruchsflut des Clubs hinter sich gelassen hatten. Sie fragte sich ernsthaft, wie die Vampire, mit ihren sensiblen Näschen, das aushielten. Gewöhnten sie sich einfach daran und blendeten den Geruch nach einer Weile aus oder hatten sie die Fähigkeit sich nur auf die angenehmeren Düfte zu konzentrieren? Dem Gitarrenkoffer warf Lumière noch einen flüchtigen Seitenblick zu, schnaubte auf Kyries Aussage hin leise, als würde sie den Wahrheitsgehalt der Worte ernsthaft in Frage stellen, sagte dazu aber nichts weiter. Als würde sie sich jetzt mit einem Musikinstrument vergleichen.
„Damit du beweisen darfst, was für ein großer, starker Mann du bist?“, entgegnete sie amüsiert, ohne das Angebot anzunehmen oder abzulehnen. Ob er es wirklich ernst meinte, konnte sie ehrlich gesagt schwer einschätzen. Nicht, dass sie ihn als schwach und sich selbst als überproportional schwer bezeichnen wollte, aber Lumen war eben kein zierliches, ein Meter sechzig kleines Blümchen, das man mal eben so eine Runde Huckepack nehmen konnte. „Nein, danke, ich würde die Schuhe nicht tragen, wenn ich nicht in ihnen laufen könnte.“ Sie hatte noch nie verstanden, warum Frauen Schuhe mit Absatz trugen, nur damit sie sich dann über schmerzende Füße beklagen konnten und keine zwei Stunden später auf flache Schuhe umstiegen. „Wie hast du deinen Boss davon überzeugt früher gehen zu dürfen?“, fragte sie, den Blick eher auf Kyrie gerichtet, als auf die Straße. Den Weg würde sie sich sowieso nicht merken — so gut kannte sie sich in Capital City nicht aus, vor allem im Dunkeln — und da der Dunkelhaarige sie gewissermaßen führte, musste sie sich eigentlich nur darauf konzentrieren sich seinem Tempo anzupassen und nicht aus Gewohnheit einen viel zu zügigen Gang einzulegen.

__________________________________
avatar
Lumière

- 31 Jahre

- Halb-Harpyie

- Alben-Grand-Road 15; Oretown

Anzahl der Beiträge : 166
Anmeldedatum : 04.09.18


Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Kyrie am Di 8 Jan 2019 - 0:04

Sauerstoff hatte im Inneren des Clubs gegen die Koalition aus Nikotin, Schweiß und Alkohol nicht einmal eine winzige Chance, hier draußen dagegen störte lediglich der Geruch nach verbranntem Gummi und Lack, wobei stören wohl ein wenig übertrieben war. Kyrie konzentrierte sich tatsächlich eher auf Lumière, wobei es auch, wenn er es versucht hätte, wohl schwer gewesen wäre, sie einfach auszublenden. Er verdurstete nicht — ohnehin hatte er sich unter Kontrolle, meistens — doch das Verlangen, seine Zähne in ihrem zarten Hals zu versenken und ihr Blut zu schmecken, war definitiv vorhanden. Vor allem aber, weil ihre Antwort darauf, ob sie es nun zulassen würde oder nicht, zu vage gewesen war, um Vorfreude zuzulassen oder nicht. Er müsste sich wohl oder übel noch ein wenig gedulden; und selbst wenn er ihr Blut nicht trinken dürfte, wäre es doch immerhin etwas, der Dame näher zu kommen, als es im Club möglich gewesen war. Denn dafür hatten sie ihren Platz an der Bar doch verlassen, nicht? Diesbezüglich machte der Farbenblinde sich nur wenige Gedanken. "Du hast mich durchschaut." Er als Vampir hatte nun nicht unbedingt das Gefühl, dass er seine Körperkraft unter Beweis stellen musste, doch wenn es Lumière zufrieden stellte, dann war das nun einmal der Grund für sein Angebot. Sie schien keine Frau zu sein, die sich gerne helfen ließ—sie hatte jedoch auch nicht wie eine Frau gewirkt, die sich in einem zwielichtigen Club einfach so abschleppen ließ. Vielleicht hatte Kyrie einfach Glück gehabt, dass Lumière die rebellische Phase ihrer Ehe, in der man einfach nicht mehr den ganzen Tag im gleichen Raum bleiben wollte, erreicht und beschlossen hatte, diese Phase mit ihm zu verbringen. Falls eine andere Motivation hinter ihrem Verhalten steckte, dann hatte er sie bisher noch nicht durchblickt.
"Mhm, würden nur alle denken wie du, dann würden deutlich weniger Frauen auf der Tanzfläche herumstolpern." Besonders bei all dem Alkohol, der Abends floss, war das keine Seltenheit. Immerhin mussten sie zu seiner Wohnung hin kein Waldstück oder dergleichen durchqueren; er wohnte ja immerhin in der Stadt. Mehr oder minder. Seine Wohnung war so nahe am Strand, dass man es für ein Strandhaus halten könnte, doch von Wäldern war dort nicht die Spur. Der Blick aus seinem Fenster wäre bei Sonnenauf- und untergang wohl recht imposant... könnte er nur einen Blick in die Sonne werfen, ohne das Gefühl zu haben, es würde ihm die Netzhaut wegbrennen. Wobei es eigentlich nicht nur ein Gefühl, sondern Realität war. Sonne vertrug er einfach nicht. Sah man ihm wahrscheinlich an. "Mein Boss hat Verständnis dafür, sollte ich einmal das Wohl einer einzelnen Dame über das der anderen Gäste stellen. Die—sind sowieso zu der Uhrzeit mit abgespielter Musik zufrieden, bei der sie problemlos noch mitgrölen können." Er schüttelte kaum-merklich den Kopf; keinen Sinn für Kunst. Die Auftritte in der Tearoom-Bar waren ihm fast lieber. Die Leute dort hörten sich auch gerne Kyries Liebeslieder an, anstatt lediglich Partylieder zu verlangen. Er erwiderte Lumières Blick kurz, wobei er kein großes Problem damit hatte, das Kinn ein klein wenig anheben zu müssen. Ein Grinsen schenkte er ihr dennoch. "Ich soll es nur nicht zur Gewohnheit werden lassen, das nächste Mal solltest du also nach 5 auftauchen." Ob es denn ein nächstes Mal gab? Vermutlich nicht. Er suchte in ihr ja nicht die Liebe fürs Leben.

__________________________________
avatar
Kyrie

- 129 Jahre

- Vampir

- C.C; seine Wohnung

Anzahl der Beiträge : 218
Anmeldedatum : 31.08.18


Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Lumière am Mi 9 Jan 2019 - 11:51

Lumière war nun ganz froh nur wenige Schlucke des Cocktails zu sich genommen zu haben. Anderenfalls hätte Kyrie wirklich noch seine Stärke unter Beweis stellen müssen. Ob sie das im betrunkenen Zustand zugelassen hätte? Sie war noch nie in der Situation gewesen und konnte daher nur aus dem Bauch heraus mit einem Nein antworten. Das wäre sowieso die Wahl zwischen Pest und Cholera — angeheitert herumstolpern und möglicherweise fallen oder von einem Halbstarken herumgetragen werden. Nein, danke…
„Stimmt. Besonders attraktiv ist das nicht“, gab sie zurück. Andere würden die Frauen nun vielleicht verteidigen, wegen eines Gefühls von Zusammenhalt oder eigener Erfahrung mit zu hohen, unbequemen Absatzschuhen. Nicht Lumière. Sie hatte hat kein Mitgefühl für Menschen, die sich wissentlich in eine unangenehme Lage brachten — das ließ sich auf so ziemlich alle anderen Lebenssituationen übertragen. Jemand geht ohne Regenschirm aus dem Haus, obwohl es sichtbar bewölkt war — selbst schuld. Vielleicht machte sie das zu einem moralisch schlechten Menschen, aber das Leben war eben weder Ponyhof noch Wunschkonzert. „Ah—ich dachte schon du hättest deinen Charm spielen lassen und ihn so um den Finger gewickelt, wie mich. Aber wenn ich dein Boss wäre, würde ich dich nicht so leicht vom Haken lassen.“ Lumen strich sich grinsend eine Haarsträhne hinters Ohr. Heute sollte sie sich wohl einfach darüber freuen, dass der Inhaber des Clubs so ein verständnisvoller (rückgratloser) Typ war. „Mmh mmh—“ Sie schüttelte ablehnend den Kopf, als er sagte sie sollte nächstes Mal nach fünf Uhr kommen. „Nächstes Mal stehst du vor meiner Haustür und nicht anders rum.“ Dass es vermutlich kein nächstes Mal geben würde, war ihnen beiden wohl bewusst. Immerhin hatte Lumière nur einen Ehemann, der umgelegt werden musste.
Hätte sie ein feineres Näschen, würde sie vielleicht schon bemerken, dass sie sich allmählich dem Strand näherten. Und wäre sie aufmerksamer und würde ihr Blick nicht zwischen Kyries dunkelroten Augen und dem Bürgersteig hin und her wandern, hätte sie vielleicht auch die Schilder („noch 1.5km bis zur Strandpromenade“) gesehen. „So sehr ich einen romantischen Spaziergang im Mondlicht wertschätze—wir hätten auch ein Taxi nehmen können.“

__________________________________
avatar
Lumière

- 31 Jahre

- Halb-Harpyie

- Alben-Grand-Road 15; Oretown

Anzahl der Beiträge : 166
Anmeldedatum : 04.09.18


Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Kyrie am Mi 9 Jan 2019 - 15:47

Man könnte durchaus die Vermutung aufstellen, Kyrie hätte keinerlei Kriterien, was Frauen anging, und würde einfach irgendwelche x-beliebigen Damen aus dem Club mitnehmen, doch stimmte das tatsächlich nicht; und ohnehin kam sein Selbstbewusstsein nicht davon, dass er wirklich jeden Morgen eine Begleitung bei sich hatte, mit der er das Bett teilen würde. Wahre Liebe war ihm kein Fremdwort, das konnte man wohl auch seinen Liedern entnehmen (oder alleine an der Auswahl seiner eigenen Songs erkennen, immerhin waren 80% davon Liebeslieder), nach außen allerdings würde man vermutlich eher annehmen, er würde sich wirklichen Gefühlen gegenüber verschließen. Was nicht der Fall war. Das einzige Problem, das er damit hatte, war die Tatsache, dass er seine Liebe schon vergeben hatte—und verloren hatte. Körperliche Verlangen oder schlicht und einfach einen spaßigen Aspekt deshalb komplett aus seinem Leben zu streichen sah er jedoch nicht ein. Flirts, Affären, One-Night-Stands, Dinge in diese Richtung, regten seiner Meinung nach eher die Kreativität an und zeugten keinesfalls von unechten Gefühlen. Wenn man vielleicht in einer Beziehung war, gut. In dem Fall würde er es ebenso zurückschrauben. Doch war die Sehnsucht, die er nach dieser gewissen Dame, die er verlassen hatte, noch immer empfand, seines Empfindens nach genug Beweis für eine Liebe, die stärker gewesen war, um nur als kurze Romanze angesehen zu werden. Eine kurze Romanze, die zu einer Verbindung geführt hatte, die inzwischen scheinbar nicht so recht funktionieren wollte, war wohl Lumières Ehe — wenn er in diese Richtung einmal irgendwelche Vermutungen aufstellen sollte. Die Liebe anderer jedoch war ihm recht gleichgültig; was zählte, war der freie Wille und der Drang mancher, sich aus etwas zu befreien, das sie vielleicht einschränkte. Oder dergleichen. Sei es nun ein Versprechen, eine Beziehung oder eine Ehe. Worin wohl der Tatsächliche Ursprung seines Egos lag; er wusste, dass er begehrt wurde (oder er redete es sich ein, doch sprachen die Fakten dafür, dass es Tatsache war), was jedoch nicht sein körperliches Verlangen nach weiblicher Nähe ins Unermessliche steigerte. Ab und an vertrieb er sich den Tag eben lieber damit, auf Monicas Saiten zu klimpern, in Gedanken zu schwelgen oder—weiß Gott—Kreuzworträtsel auszufüllen. Solange es kein Sudoku war. "Mhm." Der ein oder andere würde wohl auch die Behauptung aufstellen, dass betrunkene Frauen nicht attraktiv waren — ob das vielleicht der Grund dafür war, warum Lumière dem Alkohol eher abgeneigt war? Vielleicht. Vielleicht war sie aber auch nur teuren Champagner gewohnt und hatte demnach nicht viel von dem günstigen Fusel aus dem Club trinken wollen. Teurere Tropfen sollte er jedoch noch zuhause in den Regalen stehen haben. Für besondere Anlässe. Passend also.
"Sagen wir's so—ich arbeite schon eine ganze Weile dort, mein Charme ist schon allgemein bekannt, mir erliegt mit der Zeit fast jeder." Er zuckte belustigt mit den Mundwinkeln; eine ganze Weile, einige Jahre, schon eine lange Zeit; ein Vampir musste sich immerhin nicht viele Gedanken um die Gesundheit seiner Stimmbänder machen. Normal-Sterbliche könnten sicherlich nicht jeden Abend ins Mikrophon trällern. Zumindest nicht über einen längeren Zeitraum. Alleine durch diese Tatsache sammelte er schon einige Pluspunkte. "Zu gerne." Es war zwar nicht wahr, dass man einen Vampir in sein Haus einladen musste, damit er die Türschwelle überschreiten konnte (zumindest nicht bei ihm; er könnte hineinspazieren, wo er hineinspazieren wollte), doch diese Einladung würde er nicht ablehnen. Auch wenn er befürchtete, ihre Adresse nicht einfach so gesagt zu bekommen.
"Dass du wirklich so ungeduldig bist, hätte ich nicht geglaubt." Er lachte kurz auf—wobei sein Lachen nicht so melodisch war wie seine tiefe Singstimme, sondern eher wie ein ersticktes Kratzen—ehe er der Dame einen skeptischen Blick schenkte. "Hättest du mich dich tragen lassen, wären wir jetzt schon längst da, Blümchen." Er zuckte mit den Schultern, ehe er es sich erlaubte, den Arm ein wenig zurückzuziehen und so ihr Handgelenk zu tätscheln, fast tröstend, ehe er den Arm wieder normal entspannte.

__________________________________
avatar
Kyrie

- 129 Jahre

- Vampir

- C.C; seine Wohnung

Anzahl der Beiträge : 218
Anmeldedatum : 31.08.18


Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Lumière am Mi 9 Jan 2019 - 22:05

Am liebsten hätte sie einen unbeeindruckten, zischenden Laut von sich gegeben, als Kyrie sagte er würde lange genug in diesem Club arbeiten, um dafür zu sorgen, dass sein Charme allgemeine Bekanntheit erreicht hätte. Stattdessen warf sie ihm nur einen Seitenblick zu, der jedoch ungefähr dasselbe ausdrückte. Sie hatte sich während ihres kleinen Spaziergangs und schon vorhin an der Bar, als der Vampir sie hat warten lassen, gefragt, ob er ihre Aufmerksamkeit erregte hätte, wäre er nicht aus anderen Gründen — die Tatsache, dass er ihren ungeliebten Ehemann unbemerkt verschwinden lassen könnte — interessant für sie. Ihr rationales Denken sagte Nein. Nicht nur, weil sie verheiratet war. Aber etwas an seinem frechen, irgendwie unbekümmerten Auftreten löste etwas in ihr aus. Mit Sicherheit keine großen Gefühle, aber sie fühlte sich in Kyries Gegenwart jetzt schon wohler und lebendiger, als in der Gesellschaft ihres Mannes.
„Ich kann es eben kaum erwarten mir beweisen zu lassen, dass du anders bist, als der Rest und ich keine falsche Wahl getroffen hab.“ Im Gegensatz zu ihm, erlaubte Lumen sich nur ein leises Kichern, das in ihren eigenen Ohren so ungewohnt klang, dass es ihr beinahe eine Gänsehaut bereitete. Vielleicht entfaltete der Alkohol langsam doch seine Wirkung. Sie musste bei der Sache bleiben und den Plan nicht aus den Augen lassen. Sie würde es sich nie verzeihen, wenn sie das eigentliche Ziel vergessen würde. „Wenn du mich unbedingt tragen willst—mach es doch einfach.“ Lumière gab ein Schnauben von sich, das ganz klar ausdrückte, wie wenig sie Kyrie zutraute es wirklich zu tun. Hatte er Angst sie würde wütend werden und ihr Rendezvous für beendet erklären? Es brauchte nicht viel, um sie zu verärgern, aber es würde einiges brauchen, um sie dazu zu bringen ihren Fahrer zu rufen und zu gehen. Trotz ihrer Ansage lief sie in normaler Geschwindigkeit neben ihm her und machte keine Anstalten anzuhalten oder ihr Tempo zu verlangsamen oder gar anzuhalten.

__________________________________
avatar
Lumière

- 31 Jahre

- Halb-Harpyie

- Alben-Grand-Road 15; Oretown

Anzahl der Beiträge : 166
Anmeldedatum : 04.09.18


Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Kyrie am Fr 11 Jan 2019 - 12:50

Nicht nur sein Charme hatte allgemeine Bekanntheit erlangt — ob Lumière es nun glauben mochte oder nicht —, sondern eben auch seine Musik, was ihm tatsächlich wichtiger war. Unglaublich erfolgreich würde er sich nun nicht nennen, doch hatte das ohnehin noch Zeit. Der ein oder andere würde sich wohl trauen zu behaupten, Sänger in einem Club zu sein hatte nichts mit Erfolg zutun, doch brachte er seine Musik, seine eigene Musik, so unter die Leute, wurde darauf angesprochen, lockte sogar Gäste an, die nur kamen, um seiner Musik zu lauschen — mit dem Unterschied, dass er sein Geld nun mal nicht direkt von den Gästen erhielt, sondern es einen Umweg über seinen Arbeitgeber machte, der ihn eben pro Stunde, nicht pro Gast bezahlte. Doch auch das hatte seiner Meinung nach nicht nur Nachteile. Jeder fing irgendwann einmal an. Und er hatte nun mal mit einer gestohlenen Gitarre und einem gebrochenen Herzen begonnen. Die nächste Aussage entlockte ihm ein leises Seufzen, er hob den Blick ein klein wenig an, beobachtete die Straßenlaternen, die sich zwar nicht bewegten, doch dafür Lichtstrahlen auf sie hinabschickten, die mit der der Sonne keinesfalls zu vergleichen waren. Das Kichern, das aus ihrer Kehle stieg, schwächte den Inhalt der Aussage jedoch ein wenig ab. Dennoch; er sparte sich eine Antwort. Taten würden ohnehin mehr sagen, als Worte es je könnten — was auch der Grund dafür war, weshalb er schließlich seinen Arm doch aus ihrem befreite, diesen schließlich um ihre Mitte schlang und den freien Arm unter ihre Beine schob, sie so vom Boden aufhebend, als wäre sie trotz Körpergröße ein Fliegengewicht. Amüsiert sah er sie noch an, hoffte darauf, ihre Fingernägel wurden sich nicht sein Gesicht als Ziel suchen, weil die Aussage aus einem unsinnigen Gedanken heraus entstanden war, doch ließ er ihr nicht zu viel Zeit, sich noch der Situation bewusst zu werden, ehe er schon weiter lief, zunächst in normaler Geschwindigkeit, jedoch immer mehr an Tempo zulegend. Er könnte mit ihr keinen rekordverdächtigen Sprint hinlegen, dazu war er allgemein zu achtlos mit seinen Schritten und wollte es dann doch nicht riskieren, mit ihr auf den Armen über das nächste Baustellenschild zu stolpern, doch schneller wären sie so definitiv am Ziel. Zappeln — falls sie sich doch wehren sollte — hin oder her waren sie bald schon am Ziel angelangt, sodass er sie vorsichtig (und darauf hoffend, dass die unmenschliche Geschwindigkeit ihr nicht den Magen umgedreht hatte) wieder absetzen konnte, um nach seinem Schlüssel zu suchen — jedoch zuerst ihre langen Haare, die sich ein wenig um seinen Arm gewickelt hatten, rücksichtsvoll entfernend. "Wozu ein Taxi?" sprach er noch aus, sie angrinsend, um dann die Tür zu öffnen, aufzuschubsen und eine lockere Geste 'Ladies first.' zu beschreiben, wobei er noch den Lichtschalter betätigte, den er von vor-der-Tür erreichen konnte.

__________________________________
avatar
Kyrie

- 129 Jahre

- Vampir

- C.C; seine Wohnung

Anzahl der Beiträge : 218
Anmeldedatum : 31.08.18


Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Lumière am Mo 14 Jan 2019 - 13:39

Da sie es mit ihrer Aussage ja schon irgendwie provoziert hatte, echauffierte sie sich nicht darüber, dass Kyrie kurzen Prozess machte und sie ohne Vorwarnung hochhob. Sie stellte lediglich sicher, dass ihr Kleid währenddessen nicht hochflatterte und ihre Schuhe nicht von ihren Füßen rutschten. Letzteres wäre wohl in Anbetracht der Tatsache, dass sich gerade so gut wie niemand auf den Straßen aufhielt, um ihr unter den Rock zu linsen, noch etwas schmerzhafter. Barfuß wollte sie immerhin ungern nach Hause — beziehungsweise ins Hotel — laufen. Einen Arm hatte sie trotzdem um Kyries Hals gelegt, auch wenn Lumen sich sicher war, dass er seine Errungenschaft der Nacht gut genug festhielt, um sie nicht in einer Kurve zu verlieren.
Sobald er sie runterließ, strich sie sich erst mal einige lange Haarsträhnen aus dem Gesicht und versuchte das Chaos auf ihrem Kopf zu bändigen, indem sie sich einmal mit den Fingern durch die Haare fuhr und es schließlich über ihre Schultern nach hinten warf, wie einen seidigen Schal. „Ja, wer will schon, dass die Frisur intakt bleibt“, erwiderte sie sarkastisch, meinte es aber nicht tatsächlich böse. Ja, Lumière konnte durchaus eitel sein. Aber sie wusste auch, wo ihre Prioritäten waren und die lagen gerade bestimmt nicht bei einer perfekt sitzenden Haarpracht.
Ohne weitere Worte zu verlieren, ließ sie sich hereinbitten und betrat die Wohnung, die um einiges einladender und geräumiger war, als sie es sich vorgestellt hatte. Zumindest der Wohnraum. Mehr vom Apartment sah sie auf den ersten Blick ja nicht. Sie lief zunächst ein Stück durch, streifte dabei beiläufig mit den Fingerspitzen das Sofa und blieb am runden (wahrscheinlich bloß dekorativen) Esstisch stehen, bevor sie sich wieder in Kyries Richtung drehte. „Du überraschst mich schon wieder. So ein Apartment und das direkt am Strand.“ Im Moment war zwar nur das regelmäßige Wellenrauschen zu hören und vom Meer selbst nicht viel zu sehen, aber dass man wohl in wenigen Minuten von diesem Wohnzimmer aus, den Strand erreichen könnte, war ersichtlich. „Hmm—ich bin lange nicht mehr im Meer geschwommen.“ Mit diesen Worten wandte sie den Blick vom Fenster ab und bewegte sich auf das Sofa zu, auf dem sie recht mittig Platz nahm und darauf wartete, dass der Gastgeber den Ton angab.

__________________________________
avatar
Lumière

- 31 Jahre

- Halb-Harpyie

- Alben-Grand-Road 15; Oretown

Anzahl der Beiträge : 166
Anmeldedatum : 04.09.18


Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Kyrie am Mo 14 Jan 2019 - 19:19

Alleine wäre er vielleicht eher an einem Laternenpfosten oder dergleichen gedonnert; doch mit Lumière auf den Armen achtete er tatsächlich darauf, wohin ihn seine Schritte führten. Auch, wenn es darum ging, den romantischen Spaziergang zu übersprungen und gleich—was eigentlich? Wirklich versprochen hatte die Dame ihm ja immerhin nichts. Er wusste nicht, ob er sie beißen durfte (würde er nachfragen) und wusste auch nicht, wie sie ihrem Ehemann wegen netter, körperliche Nähe gegenüber stand (würde er austesten müssen) oder ob sie überhaupt ein Glas Champagner oder sonstiges akzeptieren würde (wenn nicht, würde er es eben trinken, sobald sie seine Wohnung wieder verlassen hatte—auch wenn er ebenso wenig sagen konnte, ob sie nicht eine der Damen war, die nach einer gemeinsamen Nacht noch auf ein Frühstück bestanden. Ein Taxi würde er ihr rufen, kein Problem. Wenn sie wollen würde, würde er sie sogar nachhause tragen. Doch ob er bei Sonnenschein draußen noch aus den seltsamen Dingen, die seinen Kühlschrank füllten, ein Frühstück, Mittagessen, wie auch immer man diese Brunch-Lunch-Dinge nannte, zaubern wollte? Weniger.) Ihre Bemerkung, trotz des eher schnippischen Untertons, entlockte ihm ein amüsiertes Schnauben, wobei er den Blick der dunkel unterlaufenen Augen wieder auf sie heftete; "Ich find, dass dir die wilde Mähne ausgezeichnet steht." Demonstrativ musterte er sie ein wenig in dem neuen Licht, das nun auf sie traf, wobei mehr Licht ihrer Schönheit keinesfalls schadete. Das gab es immerhin auch — vielleicht war er in ihren Augen ja auch ein Fall von 'sieht in spärlicher, flackernder Clubbeleuchtung besser aus', vielleicht auch nicht, vielleicht war sie auch an einem Punkt angelangt, an dem es sie gar nicht wirklich interessierte.
Er trat nach ihr in die eigene Wohnung, sah sich kurz um, als müsste er sicher gehen, dass er nichts hatte herumliegen lassen, außer den gewöhnlichen Dingen—wobei zu gewöhnlichen Dingen in seinem Apartment schon gestohlene Straßenschilder und Konfetti auf dem Badezimmerboden gehörten—doch schien das nicht der Fall zu sein. Nicht auf den ersten Blick. Auf den zweiten interessierte es ihn gar nicht mehr. Vorsichtig legte er seine Gitarre schließlich ab, verzichtete jedoch darauf, sie aus dem Koffer zu befreien, warf allerdings aus Gewohnheit einen knappen Blick zu Monica, die brav auf ihrem Ehrenplatz stand. Eine zerkratzte und uralte Gitarre... dafür hatte sie emotionalen Wert. "Ich hab eben doch mehr Klasse, als du vielleicht gedacht hast, nicht?" Er unterdrückte ein Seufzen, verschwand wenige Sekunden lang in die Küche und fischte die Flasche aus dem Kühlschrank, die er gedanklich so angepriesen hatte, um dann noch die passenden Gläser zusammenzusuchen und die Ausbeute (womit er nicht Lumen meinte) zurück zum Couchtisch zu schleppen. "Naja, ich denk ja nicht, dass du zufällig 'nen Bikini dabei hast, aber das schöne ist ja sowieso, dass zu der Zeit niemand mehr am Strand ist. Also wenn du den Champagner lieber in hüfthohem Wasser trinken willst, ich hab damit absolut kein Problem." Seine Aussage war der Grund dafür, weshalb er den Korken nicht direkt in Richtung Decke beförderte, sondern stattdessen kurz abwartete — und dann doch mit einem leichten Schlag das Plopp der Flasche provozierte. Er wagte es fast zu bezweifeln, dass die Dame für solche Dinge zu haben war — immerhin würde das Meerwasser vielleicht Salzrückstände in ihrer Unterwäsche hinterlassen. Vielleicht würde es ihren langen Haaren schaden. Was wusste er schon. Um beide Gläser zu füllen, ließ er sich also prompt neben ihr auf der Couch nieder, schien sich dann jedoch trotzdem dafür zu entscheiden, lieber auf eine Antwort zu warten.

__________________________________
avatar
Kyrie

- 129 Jahre

- Vampir

- C.C; seine Wohnung

Anzahl der Beiträge : 218
Anmeldedatum : 31.08.18


Benutzerprofil anzeigen

Nach oben Nach unten

Re: if death is the last appointment

Beitrag  Gesponserte Inhalte


Gesponserte Inhalte


Nach oben Nach unten

Seite 3 von 3 Zurück  1, 2, 3

Nach oben


 
Befugnisse in diesem Forum
Sie können in diesem Forum nicht antworten