✘ i let it consume me

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Winter am Mi 14 Nov 2018 - 13:27

(Yes; passt alles, ist verständlich, danke für die Erklärung. :] und sorry für den langen Text, bin am ausprobieren :[)
Wölfe mochte er nicht; sie glichen riesigen, bestialischen Hunden, und vor Hunden hatte Winter schon immer Angst gehabt; vermutlich müsste dieses Wesen nur die Zähne fletschen, knurren, und Winter wäre schon längst schreiend davon gerannt, doch konzentrierte er sich aktuell eher auf die sechs Pfoten und die Krallen, als auf die riesigen Fangzähne. Fangzähne hatte auch der Mann, der ihn aufgefangen hatte, ihn jedoch bald schon wieder losließ. Anstatt direkt loszustürmen, trat Winter lediglich einen Schritt nach vorn, ein wenig gebeugt, um seine Knochen zu entlasten. Dass Constantine zurückgewichen war, nahm er noch wahr, beachtete es jedoch überhaupt nicht; es spielte keine Rolle. Er war nicht wirklich hier — und doch half er ihm irgendwie. So schien es zumindest, immerhin war es keinesfalls Winters Werk, was als nächstes geschah. Er konnte sich unsichtbar machen, in blauen Flammen aufgehen, sodass der Gegner ihn kurz darauf nicht mehr sehen konnte, doch das hatte er nicht getan — und doch bemerkte er, als er noch einen Schritt nach vorn tat und gerade den Arm wieder anhob, um sich das Blut aus den Augen zu wischen, doch war da nichts. Er spürte seinen Arm, er spürte, wie seine Muskeln sich bei der Bewegung anspannten, doch sah er nichts. Direkt ließ er die Hand gegen seinen Bauch sausen, traf auf einen Widerstand, was bedeutete, dass er ja noch irgendwie da sein musste—Das bin ich.
Er wirbelte herum, ging nun rückwärts auf die Bestie zu, weg von Constantine, doch blieb er stehen, als er ein Scharren hinter sich vernahm. Den Kopf drehte er zur Seite, dass er die große Gestalt aus dem Augenwinkel erblicken konnte. Verwirrt streckte der Wolf die Nase in die Luft, drehte den Kopf hektisch und verlagerte stetig das Gewicht, drehte sich um die eigene Achse, suchte nach seinem Ziel... Das Ziel, das unsichtbar geworden war. Triumph flackerte in den roten Augen des Jungen auf, er sagte nichts, keine Worte des Dankes, keine Bitte, dass Constantine es aufrecht erhalten sollte, stattdessen drückte er sich kräftig mit dem Fuß vom Boden ab, preschte so nach vorn, fast ohne Angst, direkt auf die Brust des Wolfes zu. An dem langen, struppigen Fell hielt er sich fest, hievte sich nach oben, um dann auf dem Rücken der Bestie zu landen. Direkt sprang er wieder ab, holte mit den Armen aus und schlug fest auf die Schädeldecke des gigantischen Hundes. Dieser stieß ein lautes Winseln aus, schnappte mit den Zähnen um sich, suchte nach dem unsichtbaren Feind, der sich erneut in der Luft abgedrückt hatte. Diesmal schlang er beide Arme um den Hals des Ungeheuers, zog ihn mit nach unten, sodass alle sechs Pfoten den Halt verloren. Dennoch schlug das Biest im Fall um sich, erwischte Winter wieder, diesmal am Bein, woraufhin dieser ein Keuchen ausstieß, fester zudrückte—Zack. Fast wie auf Knopfdruck ließ Winter wieder los. Ein Schmerz durchzog sein Bein, seine Augen weiteten sich, als er bemerkte, dass das Vieh ihn erwischt hatte. Sein Blick traf direkt auf den der milchigen, toten Augen, umgeben von hässlichen dunklen Wimpern, die ineinander verklebt waren, als wäre das Biest unheilbar krank. "Ah—" entwich es ihm, nur leise, die roten Tränen rollten inzwischen über seine Wange, verhinderten jede blutende Wunde, verschlechterten dafür jedoch auch seine Sicht und ließen seine Augen brennen wie Feuer.
Als Antwort presste das Vieh die Kiefer fester aufeinander, umschloss Winters Bein nur noch fester, ließ sein Schreien lauter werden, sein Atem schneller. Die Übelkeit stieg in ihm auf, während er sich ein wenig aufrichtete, nach der Schnauze des Wolfes griff und ihn wegstieß, zuschlug, ihn wegdrückte — und schließlich den eigenen, vermutlich noch unsichtbaren Körper in Flammen aufgehen ließ. Der Wolf, der viel zu nahe war, zuckte zusammen, jaulte erschrocken auf und starrte in das blaue Feuer, das Winters Körper nun umgab. Kurz schien er zu überlegen, ließ den Kiefer wieder komplett locker und zog sich zurück, zunächst nur wenige Schritte, ehe ein weiterer Stein aus Winters Richtung auf ihn zuflog und er wohl beschloss, dass es genügte. Für den Moment. Wie er verschwand, bekam Winter gar nicht mehr wirklich mit — immerhin blieb der Junge einfach liegen, die Augen geschlossen, zusammengekniffen, als würde das weitere Monster von ihm fernhalten. Sein Kopf surrte unangenehm, seine ganzen Steine, bis auf einen, den er umklammerte, war er schon losgeworden, doch spielte das gar keine Rolle mehr.
Immerhin wurde er sich langsam wieder seiner Umgebung bewusst, dem Untergrund, den Geräuschen, den Gerüchen.
(Da es ja alles nur "Einbildung" is, hab ich mich jetzt mal dafür entschieden, dass der Wolf Winter nicht weiter sieht. Ich denke, das würde sogar passieren, wenn Constantine ihm nur sagt, er hätte ihn unsichtbar gemacht, obwohl das gar nicht der Fall wäre. Geht ja immerhin alles von Winters Kopf aus. Und seine eigene Fähigkeit, die mit dem blauen Feuer, macht ihn zum Beispiel ja überhaupt nicht wirklich unsichtbar, aber weil er es selbst glaubt, ist es nun mal in der anderen Dimension so.)

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Constantine am Mi 14 Nov 2018 - 16:00

(Schon okay für die Länge =‘D Und danke auch für die Erklärung ^.^)

Von Panik war bei Winter glücklicherweise wirklich nicht so ganz zu sprechen. Er ertastete sich kurz, und Constantine verfolgte aufmerksam und im Schutz eines Baumstammes, wie er sich daraufhin rückwärts bewegte. Was dann passierte, war abermals recht anstrengend und schwierig für ihn, richtig zu interpretieren, weil er den Wolf mit den sechs Beinen ja nicht sah. Winter wandte sich um – und schien dann anzugreifen, was bedeutete, dass der Wolf sich irgendwo dort befand. Und wie die Male zuvor auch, konnte Constantine ihn erst erahnen, als der junge Mann ihn berührte.
Das hielt diesmal auch länger an als zuvor, sodass er den Versuch unternehmen konnte, sich ein besseres, genaueres Bild von der Kreatur zu machen. Doch egal, wie sehr er es versuchte, das imaginäre Bild, das seine Wahrnehmung ihm erlaubte, blieb verwaschen und etwas unförmig. Und das lag nicht an der Entfernung. Nicht nur jedenfalls. Constantine konnte deshalb auch nicht genau sagen, was Winter mit dem gruseligen Köter anstellte. Er musste den Geräuschen nach zu urteilen und der Bewegungen, die sich vollzogen, scheinbar auch noch einmal einstecken; das Ding schnappte sich sein Bein.
Aber Constantine tat das, was Winter ihm gesagt hatte – er ließ ihn. Er mischte sich bis auf die Illusion nicht ein. Doch er ging auch nicht weg. Eingeschritten wäre er wohl nur noch, wenn Winter gerade am Krepieren gewesen wäre und sich eine Lücke zwischen Wolf und ihm auftäte. Es stellte sich aber eh kurz darauf heraus, dass der Kampf scheinbar beendet war. Und dass Winter auch ohne Waffen doch ein wenig mehr auf dem Kasten hatte als man dank seines Auftritts und seiner Gestalt vermuten könnte. Er lag zwar keuchend am Boden, aber er lebte und schien nicht lebensgefährlich verletzt zu sein.
Sicherheitshalber wartete Constantine noch ein paar Augenblicke lang ab, löste dann die Illusion von ihm und trat langsam näher, bis er neben ihm stehen blieb. „Ist er weg?“, fragte er ihn.

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Constantine

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Winter am Mi 14 Nov 2018 - 17:40

Wohin Constantine verschwunden war, wusste Winter nicht — doch war er sicher noch in der Nähe. Wenn es denn wirklich sein Verschulden war, dass Winter völlig unsichtbar wurde, konnte er ja nicht einfach so abhauen. Was noch schlimmer wäre, als ewig gegen Ungeheuer kämpfen zu müssen, wäre es, ewig unsichtbar gegen Ungeheuer kämpfen zu müssen. Es gab zwar viele Momente, in denen der Schwarzhaarige sich wünschte, er könne einfach verschwinden oder sich in Luft auflösen, wollte er doch nicht für immer unsichtbar sein. Nur ab und an. Oft. Aber eben... nicht immer.
Kaum war der Kampf beendet — oder verschoben — schloss Winter jedoch schon die Augen, schien sich nicht die Mühe zu machen, direkt zu überprüfen, ob er nun wieder sichtbar war oder nicht, stattdessen konzentrierte er sich lieber erst darauf, seine Atmung wieder unter Kontrolle zu bringen und den Schmerz auszublenden. Es fühlte sich an, als hätte man sein Bein zerquetscht, wobei die Bestie es doch eigentlich eher als Kauknochen gebraucht hatte. Seine Schultern pochten, seine Augen brannten und das warme Blut sickerte leicht in seinen Pullover, immerhin rann es noch immer aus seinen Augenwinkeln und ein wenig seinen Hals hinab — doch war das besser, als unzählige Wunden am Körper zu tragen. Dass ich wieder jemand näherte, bemerkte Winter, doch öffnete er die Augen erst, als die Gestalt zu ihm sprach. Die Stimme konnte er zuordnen — Constantine —, die Frage verstand er jedoch wie zuvor erst etwas verzögert. Auch wenn er sich seiner Umgebung im hier etwas mehr bewusst war als zuvor. Auch hatten seine Augen weder ein glühendes Gelb angenommen, wie es zuvor gewesen war, verloren doch selbst diesen Farbton, kaum dass er sich ein wenig beruhigt hatte.
Der Stein, den er umklammert hatte, verfiel fast zu Staub, zumindest fühlte es sich so an. Er seufzte, drückte sich ein wenig nach oben, sodass er auf dem staubigen Boden saß, anstatt dort zu liegen. Auch klopfte er sich den Dreck von den Klamotten, eher halbherzig, wischte sich mit dem Handrücken das Blut von den Wangen und tastete schließlich nach einem Taschentuch, damit er die restlichen Spuren komplett entfernen konnte. Zumindest versuchte er das. "Ja, er ist weg." gab er leise von sich, sah sich dabei jedoch fast paranoid um, um wenig später mehrmals zu nicken. "Ja..." Er schien gar nicht aufstehen zu wollen, nicht im Moment. "Danke für die Hilfe."

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Constantine am Mi 14 Nov 2018 - 18:27

Constantines Pupillen hatten sich etwas geweitet ob des Blutgeruchs, der in der Luft lag und für ihn so gut wahrzunehmen war wie ein penetrantes Parfum (nur sehr viel angenehmer. Und anregender... Immerhin war es der Geruch seiner Nahrung). Aber der Geruch ging nach wie vor nur von Winters Gesicht aus. Vielleicht ein wenig auch von seinem Hals. Und er schwand auch nicht so richtig, als er sich das Blut fortwischte.
Er ging in die Hocke und ließ seine Aufmerksamkeit einmal langsam über den jungen Mann wandern, geistig nach ihm tastend - nur um erneut festzustellen, dass er keine blutenden Wunden davongetragen hatte, obwohl der Wolf ihn zwischendurch als Kauknochen benutzt hatte. Sein Bein vielmehr. "Bist du verletzt?" Er hatte sie Stimme etwas gesenkt, ebenso wie den Blick, was allerdings eher unwillkürlich geschah und wie um sich selbst abzulenken. Er wollte nicht allzu genau über den Geruch und dessen Quelle nachdenken, weil er den Durst in der Kehle spürte. Nicht so stark, dass er ihn nicht im Griff gehabt hätte, aber trotzdem war es leichter, wenn sich die Gedanken nicht darum kreisten.
"Passt schon", versetzte er nur leise auf den Dank hin. Er hatte ja nicht wirklich viel gemacht. Es überraschte ihn eher immer noch ein wenig, dass es funktioniert hatte.

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Winter am Mi 14 Nov 2018 - 20:18

Dass es vielleicht suboptimal war, in der Gegenwart eines Vampirs Blut zu weinen, daran dachte der Junge überhaupt nicht. Er hatte sich das ja nicht ausgesucht; zumal die blutigen Tränen dann vielleicht doch besser waren als klaffende Wunden, die einige Tage, ja Wochen brauchen würden, bis sie wieder verheilt wären. Oder ansatzweise geschlossen. Je nachdem, wie viel er in der Zwischenzeit noch kämpfen musste. Bei heftigeren Bewegungen gingen Wunden bekanntlich gerne nochmal auf, ließen noch mehr Blut aus seinem Fleisch sickern, noch mehr Blut, das seinem Körper entkam. Die Tränen waren doch sparsamer, nur wenige Tropfen, wenige Milliliter, die sein Körper vom flüssigen Rot verloren. "Nein. Nicht wirklich." Er streckte den Arm aus, wirkte dabei fast ein wenig grob-motorisch, wie er die Hand auf sein Bein sausen ließ und die Muskeln massierte. Die blauen Flecken, die sich anbahnten, konnte er jetzt schon spüren, angenehm war anders. Kurz setzte er dieses Tun noch fort, ehe er den Blick der nun deutlich kälter, wenn auch zurückhaltender wirkenden Augen zu Constantine hob, der nun nicht mehr ganz so einschüchternd wirkte wie zuvor — vermutlich auch, weil er sich hingekniet hatte. Er hätte ja auch einfach gehen können.
"Hast du ihn wahrgenommen?" Er beschloss, nichts zu den Tränen zu sagen. Nicht, wenn er nicht gefragt wurde. Auch stand er noch immer nicht auf, die Schmerzen waren aktuell, wenn er sich einfach so wenig wie möglich bewegte, am besten zu ertragen. Sicher, es waren keine allzu heftigen Schmerzen — doch Schmerz war Schmerz, und er wollte dem am liebsten entgehen. Der Gedanke daran, dass er die Bestie jedoch nicht besiegt hatte, war dabei keinesfalls ein tröstlicher. Leicht ließ er den Kopf hängen, dazu auch die Schultern, wirkte kurz eher wie ein Häufchen Elend im Kapuzenpullover als wie jemand, der gerade gegen ein mächtiges Monster gekämpft hatte — hatte ja ohnehin niemand gesehen.

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Constantine am Mi 14 Nov 2018 - 20:45

Nicht wirklich verletzt. Das war schon ein wenig seltsam. Eher unwillkürlich als aus der Absicht heraus, seinen Fokus klarzumachen, und wohl eher, weil es von dort aus nach Blut roch, hob sein blinder Blick sich in Winters Gesicht. Das änderte sich auch nicht, als er begann, sein Bein zu massieren. Das hatte also auf jeden Fall wirklich etwas abbekommen.
"Warum... Blutest du aus den Augen, aber nicht an der Schulter oder am Bein?", fragte er ihn und ließ die Unterarme zum Abstützen etwas auf die Oberschenkel sinken, weil das in der Hocke einfach bequemer war. Er neigte leicht den Kopf. "Das Ding hat dir ja wohl nicht die Augen ausgekratzt." Nein, dann hätte Winter mit Sicherheit andere Geräusche von sich gegeben und er wäre jetzt nicht so ruhig.
"Immer, wenn du ihn angegriffen hast, ja. Sonst nicht", beantwortete er die Frage des jungen Mannes, seufzte dann leicht und erhob sich gleich darauf doch wieder aus der Hocke in den Stand. Er drückte den Rücken einmal durch, um sich zu strecken, und entspannte sich nun wieder mehr, wo das Geschöpf scheinbar wirklich reißaus genommen hatte. War auch besser so; Constantine hatte es ja ohnehin schon nicht so mit Auseinandersetzungen. Wenn er dann auch noch den Angreifer nicht sah... Gut, er war nun selbst nicht direkt involviert gewesen, aber beteiligt und anwesend ja schon.
"Willst du dich irgendwo ausruhen?" Er wandte sich wieder Winter zu. Der Junge wirkte gerade ein wenig in sich zusammengesunken als hätte der Wolf ihn vernichtend im Schach geschlagen oder so. Er sollte mal froh sein, dass es ihm so gut ging.

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Winter am Mo 19 Nov 2018 - 16:58

Er hielt in der massierenden Bewegung inne, als der andere schließlich nach den blutigen Tränen fragte. Den Blick hob er ein wenig an, musterte Constantine, sah auch in seine blinden Augen, als würde er erst die Gegenfrage stellen wollen, woher er das denn wusste, doch traute er sich nicht — es erschien ihm als Unhöflich. Sicher musste der Blonde sich in jedem Gespräch immer wieder die gleichen Dinge anhören; wie bist du blind geworden? Kann man das nicht reparieren? Wieso kannst du jetzt trotzdem alles wahrnehmen? Wie überlebst du so? Es war sicher nicht angenehm; vor allem, da der Vampir ja um einiges älter war und älter wurde als Winter. Wenn Winter schon ein alter Mann auf Krücken wäre, wäre Constantine wohl noch immer der junge nicht-so-junge Mann. "Das ist eine Fähigkeit." Vielleicht klang der 19-Jährige sogar ein klein wenig stolz darauf. "Die können mich nicht verletzen, die Bestien. Ich weine Blut, anstatt offene Wunden zu bekommen." Sein Blick haftete auf seinen Fußspitzen, er blinzelte mehrmals und schüttelte sich die schwarzen Haare etwas aus dem Gesicht; sehr angenehm war es nicht, Blut zu weinen. Es reizte die Augen und so weiter — aber es war angenehmer, als Bisswunden und sonstiges davonzutragen.
Dass Constantine den Wolf nur gesehen hatte, wenn Winter ihn angegriffen hatte, konnte er sich nicht erklären; nicht einmal eine Frage fiel ihm ein, weshalb er nur streng die Stirn runzelte und dann schon ein wenig in sich zusammen sank. All das war zu verwirrend und anstrengend; besonders, weil er nicht damit gerechnet hatte. Hier und jetzt. Er hatte nur die Steine einsammeln wollen, mehr nicht. Dass Constantine nicht einfach ging, verwunderte ihn; positiv, versteht sich. Ein wenig ungläubig hob er bei der Frage das Kinn an, heftete den Blick wieder auf den Vampir, um dann zu nicken. Sein Magen gab ein leichtes Knurren von sich, als wollte er auch etwas dazu sagen, weshalb Winter nur in den Stoff seines Pullovers griff, um seinen Bauch wieder verstummen zu lassen. Ein wenig schwerfällig richtete er sich danach auf, schnaubte angestrengt und unter Schmerzen, doch versuchte er, es sich nicht anmerken zu lassen; besonders, weil er nicht gesiegt hatte. Was ihm durchaus unangenehm war.

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Constantine am Mo 19 Nov 2018 - 20:19

"Eine Fähigkeit", wiederholte Constantine, mehr aussagend als dass es eine Nachfrage war, denn immerhin hatte er Winter auch einwandfrei verstanden. Trotzdem, er konnte sich nicht ganz vorstellen, wie das ging. Und bedeutete das, dass Winter aus den Augen statt aus Wunden blutete? Aber fügten die Kreaturen im "Dort", wie er es nannte, ihm dann womöglich keine realen Verletzungen zu? Das würde bedeuten, dass ... - ja, was?
Ihm war das Thema im Moment eigentlich ein wenig zu kompliziert, vielleicht auch, weil er sich nicht weiter in andere Dimensionen involvieren wollte als er ja jetzt offenbar ohnehin schon getan hatte, indem er etwas wahrnahm. Vielleicht war ja auch Rukus schuld. Vielleicht konnte jeder die Viecher wahrnehmen, solange er mit Rukus zu tun gehabt hatte. Glaubst du ja wohl nicht im Ernst, ey.
"Hmm, verstehe... Auch wenn es seltsam ist", sagte er schließlich, nachdem Winter noch etwas hinzugefügt hatte, das eine Erklärung liefern sollte. Aber mehr als eine Aussage zu sein, schaffte es auch die Information nicht.
Constantine fuhr sich mit der Hand über das Gesicht und erhob sich wieder, weitaus eleganter und geräuschloser als Winter, aber mit ihm hatte gerade ja auch kein Wolf Kauknochen und Prellball gespielt. Sein Nicken hätte er diesmal fast nicht bemerkt; er erkannte es auch eigentlich nur, weil Winter sich wie als weitere Antwort ebenfalls erhob und sein Magen knurrte. "Wir können dir natürlich auch was zu Essen besorgen", fügte er mit einem schiefen Lächeln an. Vielleicht fanden sie hier ja irgendwo noch den Stand, an dem man gebackene Süßkartoffeln und Folienkartoffeln mit Kräuterdip kaufen konnte. Um diese Jahreszeit tauchten die hier manchmal auf.

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Winter am So 25 Nov 2018 - 10:40

Eine Fähigkeit, das war doch die richtige Bezeichnung dafür, nicht? Oder war es ein Talent? Ein Segen oder ein Fluch? Eine Abnormalität wohl eher, doch wollte er dem Fremden nicht noch verbal unter die Nase reiben, dass mit ihm etwas nicht stimmte. Auch wenn Constantine selbst kein Durchschnittsbürger war, ganz und gar nicht, doch war er Winter bisher recht freundlich, sogar hilfsbereit begegnet, sodass der Schwarzhaarige nicht unbedingt das Risiko eingehen wollte, die Meinung des anderen noch irgendwie zu ändern. Er nickte also auf die Wiederholung hin nicht, sah den anderen lediglich an, wobei leichte Sorge in seinen grauen Augen mitschwang. Sorge darum, was in dem Kopf des Blinden vorging vielleicht? "Ja..." Es war seltsam. Nun ließ er den Kopf doch wieder ein wenig hängen, fuhr sich mit der Hand leicht durch den Nacken, kratzte sich schließlich dort und zupfte im Anschluss am Kragen seines Kapuzenpullovers, um irgendwie seine Finger zu beschäftigen. Immerhin stand er bald wieder auf den Beinen, anstatt auf dem staubigen, unbequemen Boden zu sitzen. Sein knurrender Magen war nicht unbedingt angenehm, doch konnte der 19-Jährige natürlich nicht verhindern, dass sein Körper ihn daran erinnerte, dass er etwas essen musste. Ob die Mägen von Vampiren auch knurrten, wenn sie lange kein Blut zu sich genommen hatten? Hoffentlich hörte er Constantines Bauch heute nicht knurren!
"Ahh, nein-" Er schüttelte den Kopf, wobei deutlich wurde, wie unangenehm es ihm war; er wollte nicht Zentrum der Aufmerksamkeit sein, auch wenn er das vielleicht schon gewesen war. Jetzt aber noch Umstände zu machen, weil er etwas Hunger machte, wollte er nicht. Besonders aber, da er nicht einmal wusste, was er essen wollen würde. Vielleicht war es ihm aber auch einfach zu peinlich, vor einem Vampir zu essen. "Ich will mich nur hinsetzen. Aber nicht da wo—nicht da wo viele Leute sind. Das mag ich nicht." Den letzten Teil seiner Aussage sprach er eher leise aus, zog die Schultern an und machte keine Anstalten, selbst loszulaufen. Er war ohnehin eher der, der weg rannte oder folgte. Aber anführen oder vorgehen? Das konnte und wollte er nicht.

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Re: ✘ i let it consume me

Beitrag  Constantine am So 25 Nov 2018 - 12:11

Nun, sicher würde Winter das Glück haben, Constantines Magen nicht knurren zu hören. Allerdings lag das nicht daran, dass er keinen "Hunger" (Durst) gehabt hätte, sondern einfach daran, dass Magenknurren ein Ausdruck für das körperliche Verlangen nach fester Nahrung war. Die Tatsache, dass der Magen es nur tat, wenn er leer war, ließ auf den Hunger schließen. Aber Constantines vampirischer Magen gab eigentlich nur Geräusche von sich, wenn es ihm nicht gut ging (was selten vorkam, da er sich nicht zwingen ließ, Lebensmittel zu konsumieren, die er nicht vertrug).
Wie auch immer: Kein Knurren des Magens war bei ihm nicht Zeichen für keinen Durst. Denn den Durst verspürte er nach Riechen von Winters Blut deutlicher. Er verspürte ihn wie ein stilles Verlangen irgendwo zwischen Kehle und Brust - und im Kopf. Dass die Pupillen sich weiteten, fühlte er zwar nicht, sehen konnte man es aber doch, wenn man darauf achtete und es nicht gerade auf das schwache Licht in der Umgebung schob.
Angst musste Winter trotzdem nicht haben. Das erste Verlangen nach Blut ließ sich sehr gut kontrollieren, und anders als die meisten seiner untoten Verwandten, verfiel Constantine nicht besonders schnell dem Durst oder verlor dabei den Verstand. Das geschah äußerst selten; dafür musste er entweder wirklich, wirklich ausgehungert sein - oder in einen Blutrausch verfallen, wofür ebenfalls bestimmte Voraussetzungen zusammentreffen mussten. Und das würden sie hier ganz sicher nicht.
So oder so würde er Winter nicht an die Kehle fallen, und da er ihn kaum kannte, würde er vermutlich auch nicht auf die Idee kommen, ihn um einen Gefallen zu bitten, ihn trinken zu lassen. Dafür nahm er ohnehin lieber Frauen. Wobei Winter ein besserer Kandidat war als ein Mann, der ein paar Jahre älter war als er. "'kay", sagte Constantine, da er geäußert hatte, sich nur hinsetzen zu wollen. Er hinterfragte nicht, ob er trotzdem Hunger haben könnte. Immerhin war er nicht seine Mutter oder sonstwer. Er zögerte kurz - doch da Winter scheinbar selbst keine Ambitionen hatte, sich eine Bank zu suchen, setzte er sich dann in Bewegung und wandte sich in irgendeine Richtung.
Im Park gab es überall Bänke, es würde nicht lange dauern, bis sie an einer vorbeikamen, und um diese Uhrzeit war ohnehin nicht mehr viel los im Park. "Wo wohnst du? Vielleicht solltest du bald nach Hause zurückgehen und dich da ausruhen. Bist du da eigentlich sicher oder können die Viecher da auch irgendwie rein?"

(Hoppla, da bin ich leicht abgeschweift ='D)

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