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Beitrag  Sunday am Di 29 Mai 2018 - 19:23

Federn so zart
loki & sunday
capital city ; nachts ; herbst
on ; off

"Verdammte Scheiße..." es war nur leises Nuscheln, das sich beim Geräusch des prasselnden Regens ohnehin in der Luft verlor. Sein warmer Atem stieg in Wölkchen auf, die vom seichten Wind zerrissen wurden, seine weißen Federn waren schon längst schwer und durchnässt, ebenso sein schneeweißes Haar und — sehr zu seinem Missfallen — die einst weiße Kleidung. Das Wasser, dass sich in seinen Schuhen gesammelt hatte, gab bei jedem Schritt ein platschendes Geräusch von sich, fast klang Sundays Gang wie der eines Tintenfischs aus alten Cartoons. Platsch, platsch- erneut stieg ihm ein unzufriedenes, diesmal lauteres Knurren aus der Kehle. Mit den Händen rieb er sich die Oberarme, als würde das irgendetwas an der jetzigen Situation ändern, während er die Augenbrauen genervt zusammenzog und Mutter Natur mit jedem Schimpfwort, das ihm auf Anhieb in den Sinn kam, bezeichnete. Verdammter Regen. Verdammter Herbst. Schnee war in Ordnung, die Kälte ging ihm am Arsch vorbei — aber der Regen? Der Geruch nach aufgeweichtem Laub und verfaultem Kürbis? Darauf konnte der 25-Jährige getrost verzichten.
Was tat man nicht alles für Geld. Das Geld war der Grund, warum er im Dunkeln draußen herumirrte, die Flügel als Regenschutz über den Kopf gehoben, wobei die fallenden Tropfen inzwischen schon Erbarmen hatten — man ihm allerdings ansehen konnte, dass er vorher in schlimmeres Wetter geraten war. Eine Windböe, die ihn unsanft gegen die Fassade eines Wolkenkratzers gewirbelt hätte. Er war kein ferngesteuerter Hubschrauber, den man in eine Baumkrone steuerte und ihn nie wieder zu Gesicht bekam. 'Scheiß Wetter. Scheiß Gebäude. Blöder Wind. Saublöder Kunde-' Das alles für eine herzliche Umarmung und einen Liebesbrief, der wirklich schlecht geschrieben war. Aber der Schreibstil ging ihn ja nichts an — war ja ganz nett, dass sich heutzutage überhaupt noch jemand die Mühe machte, echte Briefe mit echten, selbstausgedachen Gedichten zu verschicken. Oder verschicken zu lassen.

Heute, an diesem Abend, um diese Uhrzeit, pünktlich, freundlich, und so weiter. Die warme Umarmung würde so zwar nass und widerlich werden, doch hielt sich Sunday nur an den vorgegebenen Termin — der da jetzt war. Jetzt gleich jedenfalls. Er wusste, wo die junge Dame, die wegen des schrecklichen Gedichts sicherlich einige Tränen vergießen würde, sich gerade aufhielt. Mehr musste er nicht wissen. Mehr wollte er auch gar nicht wissen. Ihm war dabei schon klar, warum gerade er das erledigen musste; er war der perfekte Engel-Abklatsch. Nur billiger. Und leichter zu überzeugen. Und eben doch weniger perfekt. Auch wenn er bei Umarmungen auch den Geruch nach Zigaretten und Alkohol an den Empfänger weitergab und — je nachdem — die zu übermittelnde Nachricht ein wenig lallte. War doch auch ganz... charmant. Zumindest redeten sich das die ein oder anderen Kunden ein. Bisher konnte er sich so allerdings gut über Wasser halten, weshalb er nicht gerade plante, in nächster Zeit etwas an seinem Lebensstil zu ändern. Vielleicht würde er das nie tun, zumindest nicht freiwillig. Vielleicht wäre er erst im Alter, wenn seine Haut faltig, seine Haare, nun ja, grau waren und seine Hände, die oft schon zittrig waren, noch zittriger. Als hätte das Wetter nun Mitleid mit dem Häufchen Elend, blieb der Regen plötzlich aus, die Wolken schoben sich langsam zur Seite und der Mond zeigte sich ein wenig, wenn auch schüchtern. Ein paar Sonnenstrahlen, die die Nässe aus seinen Federn trocknen würde, wären vielleicht besser, doch wäre das vielleicht etwas zu viel verlangt.

Halbherzig trocknete Sunday sich die Hände an seinem feuchten Hemd ab, kramte in der Hosentasche nach dem beschmierten Liebeskram-Zettel, diesen entfaltend, wobei ihm der Anblick nicht unbedingt gefiel. Statt einem 'So rot wie die Rosen, hell wie die Sonne' war lediglich noch ein 'So rot... Rosen... wie die Sonn' lesbar. 'Du... Sinn meines Lebens, bist immer...' "Bist immer was?" murrte er, die Augen rollend, ehe er das Meisterwerk wieder zusammenfaltete. Der Wille zählt, nicht? Vielleicht hatte er die Dame ja eher vor dem vollständigen Gedicht bewahrt. Man sollte ihm dankbar sein.

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Sunday

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Re: ✗ Federn so zart

Beitrag  Loki am Mi 30 Mai 2018 - 6:26

~Sunday & Loki~
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Die düstere Gestalt eines Wesens, dessen Existenz nicht mal ansatzweise begreiflich ist, schritt bestimmend voran. In seiner Hand, eine gefundene weiße, so reine Feder. Sachte, ohne ihr zu schaden, hielt er sie streichend über seinen Mund. Der Geruch so innig. So zerreißend. Seine Begierde unbefriedigend wollend. Tiefer einziehender Atem. Der Geruch haftet an diesem einzigartigen Gefieder stück, welches so zerbrechlich scheint. Der Geschmack mit der Zunge aufnehmend. Seine Fährte. Das verlangen ungezügelt. Mit nur einem Ziel geprägt. Diese Feder muss einem ganz bestimmtes Wesen gehören. So lecker, so schmackhaft, so Köstlich. Er strich sich die Feder geschmeidig heißblütig an seinen Kien herab, bis über seinen Kehlkopf streichelnd. Ein auch von schweiß, unvergesslich bestimmend, haftet das Aroma, dessen Duft von dieser gefundenen Feder unwiderstehlich war. Die Nacht so dunkel und erfüllend. Der Mond nur tuschelnd sich hinter den Wolken wiegt. Die Finsternis sein stätiger Begleiter. Mit jedem Schritt, den Boden mit eisiger Kälte behaftend. Folgte er nur einer Spur. Niederhallend, die Menschenlosen Straßen, nur selten ein dumpfes Geräusch von Fahrzeugen aus der Ferne. Hörte man nur das Pochende bedrückende aufkommen seiner Schuhwerke, über den abgewetzten Asphalt. Sein Herz ohne schlag, denn er wurde Tot geboren. Nichts und niemand kann ihn aufhalten. Denn er ist fixiert auf seine Bestimmung. Die er lauernd mit Geduld befolgte. Sein Zorn, sein Hass, tief versteckt. Den es gibt nur ein Lebewesen dessen Existenz von Bedeutung war. Denn er vertraute nur-allein, sich selbst und niemanden anderen. Feste und beharrlich konsequent, schritt er voran. Ohne furcht. Ganz gleich was ihm erwarten würde. Denn der Geschmack von kostbarer Einzigartigkeit eines völlig besonderen Geschöpfes, leitete ihn faszinierend. Federn, so wunderbar sanft. Der Geschmack eines Engels, würde er nie Vergessen. Die salzige Haut, die mit Angst bestückt, so unbeschreiblich genussvoll. Ein Mahl, so reizvoll unwiderstehlich. Dieses würde sich Loki doch nicht entgehen lassen. Seine Augen leuchteten in die Finsternis der Seitengassen hinein. Vorzüglich starr fixierend, aufblickend in die unbestimmte Weite die ihm einlud. Dem Geruch des Geflügelten Opfers delikat nachgehend.

Es begann zu Regnen. Der Himmel weint. zur Vorankündigung, des gepeinigten, dessen Schicksal schon belegt wurde. Denn der uralte Vampir würde seine Fährte nicht frei geben. Deliziös appetitanregend, in völliger Ekstase. Würde er das kleine Vögelchen packen. Niederdrücken, bis zur Bedingungslosigkeit. Seins. Unterwerfend, zu dem Geschöpf Freundlich lechzend hinunter Blicken. Sich an es, angenehm schmiegen. Ganz langsam nur von des Flügels-Wesen Kosten, um in hülle und fülle innig zu genießen. Keinen Tropfen zu verschwenden, von den ach so Kostbaren deliziösen etwas, was nur flehend seinen mundenden reiz erfrischen würde. Verlockend, verzehrend leckte die Böse Gestalt sich über seine Bleichen, Regen erfüllten tropfenden Lippen. Köstlich gepackt von wollen, konnte er sein verlangen nicht lange halten. Er muss es Finden. Seins. Mit Federn, Haut und Haar verspeisen. Das sehnige Fleisch reißen. Aber zuvor, das Wesen, alles abverlangen. Den in furcht, schmeckte alles viel wohlschmeckender, gewürzig, in ganzer Pracht vollkommen. Loki würde sich zeit lassen. Viel zeit lassen. Denn zeit hatte er genug. Ganz langsam würde er sich zurücknehmen, nicht alles auf einmal zu verschlingen in beharrlicher gier. In glücklicher Vorfreude, ließ er sich bitter nass regnen. Die Nacht war so wunderschön. Auch wenn seine Kleidung klamm und schwer, an sein Körper haftend Nass, an ihn drückte. Sein weißes Haar über seine Stirn die Augen fast verdeckend. Ließ er jedoch seinen Blick nicht abkommen. Denn er roch, sein Vögelchen, das nicht mehr weit von ihm lag. In seinem Kopf verschiedene Wirre Gedanken. Unterstütz von Stimmen, die ihn zurafen, wie Lecker es sein wird. Rupfen wird er das arme Vögelchen. Bis sein Fleisch zum Vorschein kommt. Fleisch welches so zart schmecken wird. Auf das es niemals mehr den Himmel umfinge und tänzelnd sich mit seinen Schwingen von dannen fliegt. Grausam wird er sie ihm entnehmen. Seine Flügel, ohne Erbarmen. Soll er auch niemals mehr das Licht der Sonne empfangen, entschied sich Loki. Seins. Vielleicht nur, stück für stück an ihm nagen. Sein Bestand, vor ihm genüsslich verschlingen. Soll sein opfer genau hinsehen. Ihn so lange wie möglich am Leben halten. Auf das seine Prächtigen Angst erfüllten Augen, als vorspeise Loki erheitern. Wie bangend es zu dem Fürst der Finsternis hinaufschaut. Ihn sachte berührt. Des Vögelchens, weiche haut zu spüren. So wunderbar weich wie ein Pfirsich, der sapschig kleckernd vom abbeißen tropfen wird. Welch willkommener appetitanregender Wunsch, wenn sich sein Opfer auch noch versuchen würde, sich zu wehren. Gänsehaut übe zog Loki`s Nacken, in entzückender Begeisterung. Bald wäre er da. Nicht mehr lange. Sein Opfer war nicht mehr weit. Die feder durchnässt in seiner Hand ungeduldig spielend. Die andere in seiner langen Schwarzen Leder Manteltasche, wartend versteckt. Seine Gestalt schlang und groß. Mit einem Blick der fixierend auf der Jagt, suchend seiner Beute. Dessen Leuchten nur von einzelnen Straßenlaternen übertrumpfte. Mit einem Kalten Toten ausdruck, in leichtem hell türkis-blauen schimmer. Doch seine Düstere Präsens, recht unscheinbar, machte er gegenteilig keinen großen eindruck, besonders Körperlich stark zu sein. Auf welches seine Opfer meist hinein fallen. Trügerisch sein Gemüt, welchen nicht zu erfassend, begreiflich ist. Ständig wechselnd, befangen unbestühm willkürlich. Verhalten, auf welches niemand schlau wird.

Der Regen beschloss sich zu verdunsten und nur noch ausdauernde Fitzen, blieben als zierde in den Kuhlen der armseligen untröstlichen Stadt zurück. Der Geruch von Nassen Gefieder war nun viel leichter zu vernehmen. Mit einem sachte heben seiner Mundwinkel, die hungrig lächelten, erblickte Loki schließlich das Exemplar in der Ferne stehend. In weiß, halb durchsichtig gewordenen Klamotten die an ihm klebten. Blieb er stehen. Es schien als würde er etwas begutachten in seiner Hand. Lokis schritte wurden lauernd langsamer. Atmete tief durch seine Nase um den Nassen vollkommenen nahem Geruch, begierig in sich auf zu nehmen. Scheute er sich nicht, dessen Distanz zu Pausieren. Unabdinglich blieb Loki erst stehen, als er nahezu dicht hinter sein Opfer stand. Mit der weißen anziehenden feder erhoben, vor seinem Gesicht in der Hand. Sollte der Fremde ihn nicht gehört oder gesehen haben, würde dieser spätestens jetzt eine unheimliche Kälte verspüren. Unweigerlich hinter ihm. Welche von der Düsteren Person aus ging, die nur darauf sehnsüchtig wartete, endlich von Seins enteckt und angeblickt zu werden.

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Re: ✗ Federn so zart

Beitrag  Sunday am Mi 30 Mai 2018 - 17:10

Immerhin der Regen hatte aufgehört; auch wenn Sunday inzwischen so durchnässt war, dass es kaum mehr eine Rolle spielte. Der einzige Vorteil war, dass er nun nicht mehr mehr-oder-minder-menschlicher Regenschirm spielen musste, sondern die schweren Flügel endlich ein wenig entspannen konnte. Anstatt sie weiter über seinen Kopf zu halten, was eigentlich ohnehin eine eher blöde Idee gewesen war, ließ er sie wieder ein wenig sinken, faltete sie jedoch nicht wie sonst ordentlich auf seinem Rücken, sondern breitete sie ein wenig aus — dass sie trocknen würden, war eigentlich unwahrscheinlich, doch versuchen könnte er es wenigstens. Bei einem Versuch würde es auch bleiben. Seine Flügel waren aktuell allerdings nicht das größte Problem (lediglich das zweitgrößte), immerhin hatte der Regen einige der Worte, die er übermitteln sollte, weggespült. Sicher, das Gedicht war ganz bestimmt nicht für seine Augen bestimmt, doch wer wäre er, würde es ihn interessieren? Wollte man, dass etwas privat blieb, dann steckte man es verdammt nochmal in einen Umschlag und klebte diesen zu — oder übermittelte es einfach selbst. Sunday lebte allerdings von der Faulheit und verzerrten Sicht auf Romantik der anderen Menschen, von denen es in dieser Großstadt scheinbar besonders viele gab. Die restlichen Fetzen des Gedichts wollte er gar nicht wieder neuinterpretieren, es hätte ohnehin keinen Sinn. Das beschmierte Papier wurde also schnell wieder zusammengefaltet und weggesteckt, was es sicherlich nicht besser machte. Vielleicht sollte er das nächste Mal bei Regenwetter absagen. Oder nur laminiertes Papier mitnehmen. Oder gar keines. Oder, was einfacher wäre, einen verdammten Regenschirm, der sich nicht 'seine eigenen Schwingen' nannte. All der Ärger wäre jetzt allerdings umsonst — dennoch bewegte er die Federn raschelnd, um das Wasser irgendwie hinauszuschütteln. Das Fliegen könnte er jetzt wohl vergessen. Sicher, unmöglich wäre es nicht, schwere Feuchtigkeit in den weißen Federn hin oder her, doch um einiges anstrengender — besonders für ihn. Immerhin hatte er heute noch nichts außer einige Schlucke brennenden Alkohols zu sich genommen. (Das und der Qualm einer und einer halben Zigarette).

Sein Magen knurrte. "Halt die Klappe." antwortete Sunday kopfschüttelnd. An Geld mangelte es nicht einmal unbedingt. Eher an Lust, Laune und Appetit. Wahrscheinlich konnte er froh sein, sich nicht selbst das Essen jagen zu müssen — zum einen aus Überzeugung nicht, zum anderen, weil er zivilisiert genug lebte, um es einfach kaufen zu können. Den Luxus hatte sicherlich nicht jeder. Er konnte sich glücklich schätzen. Wahrscheinlich hatte er das gar nicht verdient. Noch wichtiger; er hatte es tatsächlich nicht verdient, jetzt noch einer unangenehmen Kälte ausgesetzt zu werden. Genervt zog er die (ebenfalls schneeweißen) Augenbrauen zusammen, den Blick der gelblichen Augen kurz auf den nassen Asphaltboden gerichtet, wobei seine Flügel sich unweigerlich aufplusterten. Es dauerte einen Herzschlag lang, ehe er den Blick praktisch im Nacken brennen spürte, langsam den Kopf ein wenig zur Seite drehte und aus dem Augenwinkel etwas ausmachen konnte, was keine Wahnvorstellung war — sondern eine real existierende Erscheinung, die ihm nicht nur zu Nahe war, sondern noch dazu eine seiner Federn zwischen den Fingern hielt, als wäre es eine Trophäe. Was bestimmt nicht der Fall war.

Noch genervter als zuvor (er hatte zutun!) drehte er sich schließlich um, den Fremden wohl mit seinen Flügelspitzen streifend, was er einfach ignorierte. Auch ließ er den Blick über den fast-gleichgroßen gleiten, schließlich wieder in die eisfarbenen Augen blickend, aus denen er auf den ersten Blick absolut nicht schlau wurde. Wollte er auch gar nicht. Anstatt direkt die Stimme zu heben (es geisterten im Moment einige Beleidigungen in seinem Kopf herum, die ausnahmsweise nicht Mutter Natur galten), hob er nur die Hand ein wenig an, den Zeigefinger ausstreckend, um mit diesem auf die Stirn des Fremden zu zielen, sich dann allerdings anders zu entscheiden. "Die gehört mir." gab er von sich, die Feder zwischen den Fingern des Fremden ziehend, um sie, als wolle er tatsächlich noch etwas damit anfangen (was er nicht wollte), in den Ausschnitt seines Hemdes zu stecken und unter dem leicht durchsichtigen Stoff verschwinden zu lassen — nur, damit der Fremde sie nicht hatte. Es war seine Feder. Sein eigen, das er später in die Tonne werfen würde. Kaum war das erledigt, suchten die widerlich Gelben Augen schon das düstere Funkeln ihm Gegenüber wieder, das er fest anstarrte, die Augenbrauen nun erwartend heben. Angst war es nicht, die er empfand — nicht direkt. Natürlich war er nicht scharf auf höllische Qualen, Folter, unangenehme Gespräche, Diebstahl, doch musste man ja nicht gleich den Teufel an die Wand malen. Zumal er gar nicht malen konnte. Der Leichtsinn verhinderte das direkte Entstehen von Gefühlen wie Angst, zumal das bedeuten würde, dass ihm tatsächlich etwas an seinem Dasein lag. Was nicht unbedingt der Fall war. Es wäre nett, noch ein paar Jährchen mitzumachen, doch unendlich lange leben wollte er keinesfalls. Eher war er glücklich darüber, nicht wie andere mit einem Fluch zu leben, der das Sterben unmöglich machte. "Danke fürs zurück bringen. Jetzt verpiss dich." merkte er noch an, dem anderen nun wirklich gegen die Stirn schnippend, um sich dann wieder umzudrehen. Zeitverschwendung. Mit den Flügeln raschelte er aufgebracht, begleitete das Geräusch mit einem Knirschen der Zähne, schob den Ärger dann allerdings wieder beiseite. Oder versuchte es zumindest.

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Re: ✗ Federn so zart

Beitrag  Loki am Sa 2 Jun 2018 - 23:57

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Federn bald so Blutig?

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Weiße wunderschöne Flügel. Sein Opfer breitete sie in voller Pracht aus und streckte diese Nass tropfende Struktur. Der Engel schien die böse Gestalt noch nicht erblickt zu haben. Stand diese doch mit dem Rücken zu Loki. Das Vögelchen meckerte. Das Magen knurren nicht zu überhören. Mit dem letzten Schritt, verweilte der Vampir lauernd genau hinter ihm. Langsam, bemerkend mit genervten zusammengezogenen Brauen, drehte die Beute seinen Kopf nach hinten gerichtet zur Seite um das düstere Wesen, was ihm auflauerte zu erspähen. Gelle gelbe Augen, die gewiss zu allem nein sagten, trafen auf auf seine. Anreizend vielversprechend. Seins, war nahezu entzückend. Doch entdeckte das Vögelchen gleich, das Loki ein teil von ihm, in seinen Händen begierig hielt. Der Engel drehte sich ohne Rücksicht und Vorahnung um. Mit dem Schwung, erregend aufzitternd, spürte Loki seinen Flügel, der über sein Leib vorweg streifte. Das geordnete nasse Gefieder Gestrüpp, so zart. Sahen die beiden sich nun gegenüber, zu Angesicht und Angesicht an. Den Zorn den der Engel ihm schenkte, beglückte Loki. Mutig wagte es sein gegenüber, die Hand zu heben, um mit den Zeigefinger auf ihn zu richten. Seine Stimme so kräftig. Die Formulierung kurz. Bestimmend aussagend, das diese gefundene Feder, die Loki spielend zwischen den Fingern hielt, ihm gehöre. Ärgerlich packte das zerbrechliche Vögelchen, die Feder an der oberen Seite, welche aus der Hand des Vampires oberhalb hervorstand. Aber die finstere Gestalt drückte seinen Daumen gegen den Schaft der Feder, in die Handfläche fest, um das ziehen zu stoppen. Fixiert auf seine stechenden gelben Augen, mit einem leichten lächeln. Ungestüm, gab das Vögelchen aber nicht auf. So zerzausten die armen Fahnen der Federäste unschön in Lokis Hand. Doch Loki wollte spielen. So ließ er nachgebend, diese wunderbare Pacht, die ihm zur Beute führte, plötzlich los. Aufmerksam nahm Loki das Gefühl auf, wie sich die geschmeidige Feder, durch seine Finger bahnte und ihm verließ. Seins, welches die Feder schnell aus Lokis hab, zupfte, steckte diese Bestimmend unter seinem Hemd zur Brust. Um gleich damit fest zu legen, das sein neu gewonnener Freund, nichts von ihm haben durfte. Erschloss dieser aber sofort seinen Augenkontakt zurück. Um das nicht aufschlussreiche Fremde wieder starr zu Beobachten. Das Vögelchen hatte gutes recht, diese Präsens zu misstrauen. Aber Loki verspürte seine Ungewissheit. Aufgebracht, Bedankte sich das Vögelchen dennoch, begleitet von einer delikaten aussage, das Loki nun gehen könne. Aber der Fürst der Finsternis, blieb still. Lächelte nur sanft, ohne die aggressiven gelben Augen, außer Sicht zu verlieren. Seine Augen wären so brutal gelb. Jeder andere würde vielleicht seinen Augen ausweichen. Doch Loki haftete an ihnen. Das jedoch Körperlich zierliche Vögelchen, konnte leider nur in Lokis leere schauen. Die Pupillen des Vampires waren groß. Leuchtend in Eis getränkt. Umhüllt von einer rauchigen schwärze, die seine Iris sein musste. Mit beachtlichen finsteren Augenringen, als hätte er noch nie in seinem Leben geschlafen. Der Engel erhob nochmals seine Hand. Schnipste provozierend, seine wunderbaren durchbluteten Finger, gegen Lokis Stirn. Aber Loki gab einfach keine ersichtliche Reaktion, darauf. Schaute er doch nur Freundlich. Oder eher düster, mit erstrebenden Hintergedanken. Seins drehte sich zügig um. Für diesen war nun die Konversation beendet. Wollte er sich schon auf und davon machen. Loki neigte seinen Kopf leicht seitlich, nachschauend. Seins war äußerst vorzüglich. Nahe zu Perfekt. Obwohl Loki rein gar nichts, über ihn wusste. Aber er war sich sicher. Sein unwiderstehlicher leckerer Geruch, seine überstürzten Worte dessen Klang so unbezwingbar selbstbewusst aus ihm kamen, sein Handeln so unbedacht niedlich. Das war mehr als genug. Loki hatte etwas gefunden, dessen Geschmack sicher allem anderen übertreffen würde.

Loki der bis her nichts anderes tat, als seine Beute begierig zu begutachten, setzte nun ein schritt vor. Den der Engel wollte sein voriges vorhaben weiter nach gehen. Die kaltherzige unmenschlich-lieblose Gestalt, dessen lächeln auf seinen Mund verweilte, die auf niemanden Rücksicht nehmen würde, verbarg er gemeingefährlich, das was in seinem Kopf vor ging. Nein, er würde das zarte Vögelchen doch jetzt nicht einfach gehen lassen. Da der eigensinnige Engel seinen Blick vorwärts richtete, konnte dieser absolut nicht sehen, was hinter ihm passierte. Sachte, gemütlich, denn er hatte nichts zu verlieren, erhob der gnadenlose Vampir seinen rechten Arm, der dessen Feder hergeben musste. Locker hielt er seine Hand, in Richtung des unwissenden Vögelchen. Dann passierte es. Ohne zu zögern, bildete sich ein grober Eis klumpen unter Lokis Handfläche. Er holte mit seinem Arm geschwind aus und feuerte diesen Klumpen unbarmherzig, genau gegen des Vögelchens Hinterkopf. Welches ansehnlich, so herrlich bereizend, aufregend, wunderschön... Lokis Atem stoppte für einen Moment. Es war einfach zu mitreißend. Wie ein abgeschossener Vogel vom Himmel der fiel. Loki schauderte vor Genuss kurz sein gesamtes Leib in Vorfreude. Dieser schlag war heftig. Beförderte sicher jeden Menschen ins Traumland. Jetzt musste der Fürst, der Herscher der unendlichen traurigen Finsternis, nur noch seine erlegte Beute aufheben, über den Rücken werfen und zu seiner Unterkunft bringen. Welch grandioser - überwältigender Tag. In schmachtender, erfolgreichem Genuss der Herrlichkeit, gab Loki ein zufriedenes grinsen von sich. Ob das Vögelchen von etwas schönem träumen würde?

Nach Mitternacht. Die Wolken verzogen. Der Mond silber funkelt am Himmel schamlos offenbart. Die Bepflasterung der Straßen, beseidet spiegelnd noch feucht. Das düstere Geschöpf, welches niemand liebt, trug über seinen Schultern die Trophe, die es zu verspeisen galt. Aber wohin ging er mit dem Wesen, dessen spärliche Flügel den Boden streiften?

In einem riesigen Lager Raum. Ein Geschoss unter der Erde. Drei kleine Löcher, eingeschlagen, bröckelnd, etwas von den Mondlicht gebend. Darüber schien es aber noch ein Raum zu geben. Wodurch das träge licht seinen weg fand. Hier unten fast stock dunkel. Konnte man nur schlecht sechs große Stahlbeton Träger sehen, die die Decke hielten. Zur linken Seite, führend der hohen Wand entlang, ausfüllend, ein einfaches Eisen Regal. In welches unzählige weißgraue Stoff Laken, in verschiedenen Größen gebettet und gefaltet, schicht für schicht, eng beieinander gestapelt lagen. Auf der anderen Seite, zur rechten, ebenso ein grobes karges Regal. In den unteren Ebenen, Neun Fässer stehend, mit alten Maschinen Öl. Alles Staub bedeckt, als wäre ewig niemand hier gewesen. In den Fächern darüber, einige Kisten mit Schrauben und Muttern sortiert. Einzelne Flaschen mit Spiritus. Zusammen gerollte Rest kabel, mit nym 3x2.5. Darunter auch, Glasfaser Matten und Kunststoff Kanäle. Schaudernd hörte man dumpfe Geräusche, von Verbrennungsanlagen, im umliegenden Gebiet. Keiner, würde einen hier unten noch hören... und wahrscheinlich, würde auch keiner hier unten, welches so verlassen erscheint, vorbei kommen.

Wenn das Vögelchen irgendwann aufwachte, gewiss mit Kopfschmerzen, aber ohne Platzwunde, würde es sich hier Unten wieder finden. Etwas unangenehmes kaltes um den Hals spüren. Fest, um den Hals erschreckend bindend. Welches nur eine gebogene Metall Latte wäre. An dem, mit einem groben Loch durchschlagen, die enden umgekantet wurden. Mit einem Vorhängeschloss, unabdingbar, nicht loswerdend, dieses an einer dicken Eisen Kette zusammen hielt. Sicher war diese, gütig vier Meter lang. Aber man könnte damit nur, die erste reihe des Regales mit den Stoffen erreichen, dessen Entfernung näher als das andere regal bat. Die schwere Eisen Kette war je doch an einem Stahl Werktisch gebunden. Unten an den Beinen mit den Glidern verkettet. Der Stahl Werktisch wies viele gebrauchs Spuren auf. Kratzer und dellen, auf der kalten Arbeitsfläche. War aber wohl schon lange nicht mehr benutzt. Dieser war das einzige, welches die Räumlichkeit der Fläche zierte.


Der Engel konnte gewiss hören, wie aus der dunklen weite, des großen Lagerraumes, ein krackselndes hacken auf wiedergebendes, etwas in kleine stücke zerlegte. Nicht durchgängig. Sondern mit Pausen und mehrmaligen wiederholen in kurzen Abständen. Unterstrichen, mit einem freudigen ruhigen aufmunternden Pfeifen, welches eine Melodie wieder gab. Als würde sich jemand gespannt auf etwas vorbereiten. Sich selbst anstachelnd. Doch zweifellos glückselig. Aber die Atmosphäre bedrückend, mit einem hauch der Gefahr geschwängert mit einem grauen, welches nur darauf wartet, das Seins endlich aufwachte.

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Re: ✗ Federn so zart

Beitrag  Sunday am So 3 Jun 2018 - 11:18

Kaum eine Reaktion schenkte sein Gegenüber ihm; keine Antwort, kein Zucken, lediglich die Feder, Sundays Feder, hielt er eisern fest, schien sie gar nicht erst hergeben zu wollen, doch hatte der Geflügelte ein gutes Recht darauf, sich die schneeweiße Feder aus dem Fang des anderen zu fischen. Es war immerhin seine; auch wenn er sie scheinbar verloren hatte. Wobei es scheinbar doch nicht die Intention des Fremden gewesen war, die Feder seinem Besitzer zurückzubringen, der in dem spärlichen Licht des Mondes und der Leuchtreklamen leuchtete wie ein verlorener Stern. Oder, was besser passte, eine verirrte Schneeflocke, die wieder den Weg in die Kälte suchte — wobei Sunday Schnee wirklich sehr mochte. Es war ihm deutlich lieber als stinkende, unangenehme Hitze und unbarmherzige Sonnenstrahlen, die einem das Gefühl gaben, man müsse auf der Stelle erblinden. Was für seine "Karriere" sicherlich eher kontraproduktiv wäre. Andererseits müsste er so weder das grauenhafte Gedicht lesen, noch die düstere Gestalt, die sich unmanierlich angeschlichen hatte, ertragen. Er hielt also nicht lange für tiefgründige Gespräche inne (bekam ja sowieso kaum eine Reaktion von dem blauäugigen), drehte sich stattdessen einfach wieder mit dem Rücken zu dem Fremden, um seinen Weg fortzusetzen — zumindest war das der Plan gewesen. Doch statt der gewünschten Freiheit begrüßte ihn nach wenigen Herzschlägen schon ein heftiger, plötzlicher Schmerz am Hinterkopf, welcher ihm gefühlt sämtliche Luft aus der Lunge presste. Kurz riss er die Augen auf, schien noch wenige Momente lang reglos stehen zu können, ehe er gen Boden krachte. Sein Körper landete unsanft auf dem harten Asphalt, sein Bewusstsein hatte sich derweil schon verabschiedet. Vermutlich konnte er noch von Glück reden, nicht unvorteilhaft auf seinen Schwingen gelandet zu sein, das immerhin hätte sicherlich mehrere Knochenbrüche mit sich gezogen, was alles andere als angenehm war. Angenehm war es allerdings auch nicht, ohnmächtig geschlagen zu werden.


. . .

Scharfkantiges, kaltes Metall, das an seiner blassen Haut kratze, ließ ihn fühlen, als wäre er in einem Alptraum gefangen, der ihn nie wieder gehen lassen würde. Langsam aber sicher erwachte er aus dem traumlosen, gezwungenen Schlaf, fast friedlich, ehe seine Ohren schlagartig zu dröhnen begangen, ein heftiges Stechen in seiner Schläfe den Weißhaarigen dazu zwang, die Zähne heftig zusammenzubeißen und die Hände an den Kopf zu heben. Heftig presste er seine Handflächen auf seine Ohren, als würde das irgendetwas ändern, doch blendete er so lediglich das grelle, für ihn im Moment unerträgliche Pfeifen aus, das fast nerviger war als das stetige Surren, das man nach gewisser Zeit sicherlich ausblenden könnte. Auch die gelben Augen kniff er zusammen, seine schneefarbenen Wimpern bebten schmerzerfüllt, während ihm die ebenso weißen Strähnen, die aus dem lockeren Zopf, den er sich zuvor gebunden hatte, gerutscht waren, ins Gesicht fielen. Wo er war, konnte er nicht sagen. Was genau passiert war, ebenso wenig, dazu war er von dem plötzlichen Schmerz zu überwältigt.
Wie lange es dauerte, bis sein pochender Kopf wieder ein wenig Ruhe gab, konnte er nicht sagen, doch fühlte es sich fast an wie Stunden — viel zu lange. Unangenehme, qualvolle Stunden, die vermutlich und in Realität nur wenige Minuten waren. Erst dann ließ er die blassen Hände wieder langsam sinken, öffnete langsam die Augen, die sich erst an die Dunkelheit gewöhnen mussten, doch selbst das half ihm nicht unbedingt weiter. Die Dunkelheit schien fast wie ein Schleier über seine Augen zu fallen, lediglich wenige Mondstrahlen retteten ihn vor der vollkommenen Blindheit. Seine Hände fanden recht schnell den Weg an das kalte Metall, das ihm das Atmen erschwerte, ertasteten das Konstrukt, das wie ein Halsband eines Hundes an ihm lag, ab, ehe er die schwere Kette, die daran befestigt war, festhielt, daran zog, um das andere Ende ausfindig zu machen. Die schweren, inzwischen etwas getrockneten Flügel ließ er kraftlos hängen, richtete seinen Körper jedoch in eine sitzende Position auf. Sein Sichtfeld drehte sich ein wenig, was ihm den Magen fast umdrehte, doch konnte er sich noch beherrschen, musste seinen Mageninhalt (noch) nicht loswerden, sondern konzentrierte sich, so gut wie möglich, auf das hier und jetzt — und darauf, herauszufinden, was überhaupt mit ihm passiert war.

Das Herauszufinden war allerdings schwieriger, als er vermutet hatte. Das beklemmende Gefühl von Gefangenschaft ließ seinen Atem schneller werden, nichts war im Moment stärker als sein Wunsch, hier verschwinden zu können — der Wunsch, der ihn dazu brachte, kurz an dem provisorischen Halsband zu zerren, dass ihn hier festhielt. Auch spannte Sunday nun endlich die Muskeln in seinen Flügeln an, streckte diese vorsichtig aus, um zu testen, ob irgendetwas gebrochen, verstaucht oder anderweitig beschädigt war — was glücklicherweise nicht der Fall war. Auch sein Hinterkopf blutete nicht, was er durch kurzes Abtasten festgestellt hatte. Es schmerzte, wie ein blauer Fleck, doch war immerhin seine Haut nicht aufgeplatzt bei der Wucht des Angriffs. Es war sicherlich die seltsame Gestalt gewesen, die ihm das angetan hatte. Der Fremde, der ihm seine Feder nicht hatte zurückgeben wollen — die Feder, die Sunday unter sein Hemd gesteckt hatte und deren Kiel sich bei dem Sturz leicht in seine Haut gebohrt hatte. Mit einem zischenden Geräusch und zitternden Händen zog er diese zerstörte Feder wieder unter dem Stoff hervor, warf sie einfach acht- und lieblos von sich weg und sah sich dann erneut und zum wiederholten Male um, nach wie vor verwirrt und extrem genervt. Erst jetzt schien ihm das stetige, unangenehme und knackende Geräusch aufzufallen, was ihn nur noch aufmerksamer werden ließ. Es stoppte, das Pfeifen wurde fortgesetzt, ehe es wieder eintrat. Die ganze Atmosphäre trieb eine heftige Gänsehaut auf seine Arme, wobei er nun die kräftigen Flügel wie ein Schutzschild um den eigenen Körper schlang, sich auf die Beine quälte und einen Schritt nach vorne stolperte, hin zu dem Geräusch, hin zu dem Pfeifen, das ihn fühlen ließ, als wäre er in einem schlechten Horrorfilm. "He, Arschloch." grollte er mit trockener Kehle, musste sich schon nach diesen Worten räuspern, um nicht zu würgen, doch zwang er sich tatsächlich dazu, noch ein paar Schritte zu gehen — hin zu dem Tisch, der wohl das einzige Mobiliar war, abgesehen von den seltsamen Regalen, die Sunday allerdings nur erahnen konnte. Mit den Händen stützte er sich auf der kalten Metallfläche ab, ließ den Kopf hängen, starrte die Tischplatte an und hob schließlich wieder eine Hand, um an dem kalten Metall um seinen Hals zu zerren. Keuchen entwich ihm, mit den Flügeln raschelte er wütend, genervt, stieß sogar ein entnervtes, recht lautes Knurren aus, das ihm sicherlich nicht weiterhelfen würde. Sollte er jetzt hier verrecken? Was ein mickriger Tod.

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Re: ✗ Federn so zart

Beitrag  Loki am Di 5 Jun 2018 - 0:42

Loki möchte es, vor sich her zu Pfeifen. Damit konnte man doch ganz unbeschwert einfach, die Laune seiner Gefühle wiederspielen, sich die Zeit vertreiben und man hatte noch beide Hände immer hin frei. So hackte und schlug der Vampir weiterhin, etwas zu nichte. Bis er das rascheln und klirren der Eisen Kette vernahm. Das präparierte Vögelchen, schien wach geworden zu sein. Schlief es doch gerade mal ein paar Stündchen. Dabei war der böse Vampir doch noch nicht fertig, mit seinem Geschenk. Loki hörte abrupt auf, seine Melodien wieder zu geben. Sowohl nun mit dem Mund, wie auch mit dem Werkzeug in seinen Händen, welches er benutzte. Loki faste sich mit einer Hand an die Stirn. Führ langsam nachdenklich mit seinen Fingerspitzen in den Haaransatz hinauf, durch das verwuschelte. Blieb jedoch noch mit dem Rücken zu seinem Opfer stehend. Wartete dort aufmerksam und lauschen, wie sich sein Engel auf der anderen Seite des Raumes, langsam bewegte. Die Eisen Kette verriet jegliche Regungen in völliger Hilflosigkeit. Ob es ihm wohl freute? Zu erblicken wo er sich nun befand? Loki gab ein schmackhaftes lächeln von seinen Lippen. Der Spaß wird sicher grenzenlos werden. Der Instinkt packte den Fürst der Finsternis, der ihm so intensiv zuflüsterte. Wie der Atem des Vögelchens hastig und sein Herz immer schneller Pumpte. Ein wahnsinniges grinsen der harb gier, befang Loki. Wollte er sich doch am liebsten jetzt und sofort auf ihn stürzen! Gierig, des Opfers Lebens Elixier aus ihm, in Ungnade hastig verschlingen. Doch würde Loki sicher die hälfte verschütten! Der ganze Boden, sicher Karmesin rot! Wie traurig... solch eine Verschwendung! Doch dann, das Vögelchen erhob seine Stimme. Er hatte einen Kosenamen für das Böse gefunden! Langsam drehte sich Loki zu ihm um, Ohne seinen Gesichtsausdruck zu verändern, den er aufgelegt hatte. Seine hell leuchtenden Augen, die aus der Dunkelheit schienen, offenbarten seine Position. Starrten sein Opfer zunächst nur beobachtend an. Ein besonderes Vögelchen, hatte es doch keine spur von Angst. Entzückt entspannte Loki seine Gesichtsmuskeln wieder. Der Engel taperte vorsichtig auf den Stahl Werktisch zu. Loki ließ sein Opfer konsequent, nicht aus den Augen. Das Vögelchen so verloren, sah es doch wahrscheinlich nicht im dunklem. Seins stützte sich mit der Hand auf der Platte des Tisches ab, hustete ein paar mal verkrampft, zerrte an seiner Kette wiederwillig und schlug seine Flügel wütend über seiner Situation aus. Zu guter letzt, beklagte er sein ganzes Leid in bärberstigen aufstöhnen. Loki neigte vergnügt über dessen Laune, seinen Kopf halb seitlich schief. Ehe er den ersten schritt auf ihm zu setzte und ihm sachte wohlig näher kam. Das, welches Loki in seiner Hand hielt, krachte mit dem unteren Ende auf den Boden. Als hätte dieses zuvor, sich auf etwas höheres abgestützt. Während der unersättliche Vampir auf sein Opfer fixiert, die Konstante verringerte, schliff er sein Werkzeug jedoch mit sich. Lautes Kratschen, von Metall - über Beton, ließen sympatisch, jede Ohren zum heulen bringen. Schrill und ätzend, die grausame Reibung. Loki ließ sich in vollem Genuss zeit. Das Geräusch absolut ausbeutend, denn es machte ihm unwiderstehliches vergnügen.

Als Loki die Distanz erschlossen hatte, Sprung er in einem Satz, auf die Platte des Stahl Werktisches. In der Hocke ungeniert landend. Mit einem schallenden 'Wums' denn Stahl küsste das Eisen, ohne sich die blöße zu geben. Das Vögelchen konnte spätestens jetzt, die rostige Axt, in voller Pracht sehen, die Loki mit sich führte. Loki neigte nun gemütlich seinen Kopf zur anderen Seite. Mit einem besinnlichem lächeln, welches er dem reizenden Engel schenkte. Holte dann, die erhabene Zwielichte Gestalt, dessen Blick nicht unterbrach, etwas kleines aus seiner Hosentasche. Sein lächeln wurde mehr und mehr ekstatischer. Wedelte kurz mit der freien Hand, die ein gefaltetes Papier belustigend fest hielt, vor des Vögelchens Nase herum. Bis sich der Zettel aufklappte. Loki unterbrach den Blick zu den grellen gelben Augen, um etwas ästhetisch vor zu lesen. "So rot... Rosen. Wie die Sonn... Du... Sinn meines Lebens, bist immer..." Sprach Loki mit tiefer betonter Stimme um jedes Wort auch gewiss in seiner Einzigartigkeit hervor zu bringen. Loki hatte schließlich das Vögelchen auf versteckte Waffen und hab gut überprüft. Nicht das dieser noch eine Gelegenheit hatte, aufmüpfig zu werden. War der Vampir doch überrascht, so etwas zu finden. Einen Brief, der so unlässlich nass verschmiert war. Die berauschten leuchtenden Augen glitten wieder von dem stück Papier zum Engel hinüber. "Deine karge Liebe... muss wirklich unbeschreiblich... auserlesend Gottes erbärmlich...brennend enthusiastisch sein?" belächelte er absurd. Liebe. Welch Brechreiz sich in Loki breit machte. Etwas von dem er so gar nichts verstand. Schauerte es ihm eher über den Rücken schüttelnd. Vielleicht sollte er seine Geliebte auch einen Besuch ab standen? Wie liebreizend. Loki grinste nur mit heben eines Mundwinkels sarkastisch, zum Engel hinunter. Seine Erhabenheit war unantastlich. Spielte er nur provozierend mit dem Hölzernen Schaft der rostigen Axt. Die kratzend auf der Tischplatte seine Wolllust zeigte. Der Engel roch nach Alkohol aus Mund höhe und verbranden (Zigarette) lag an seinen Fingern. "Ohhhhh... wie könnt ich nur!?!?" brach Loki aus sich und salutierte die Hand mit dem Brief innig zu seiner Brust. Während er das Werkzeug zum spalten fest in der Hand hielt.

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Re: ✗ Federn so zart

Beitrag  Sunday am Di 5 Jun 2018 - 22:00

Es gab sicher schöneres, als ohnmächtig geschlagen, angekettet und verschleppt zu werden. Es brachte höchstens ein wenig Abwechslung in Sundays graues, tristes Leben, darauf würde er jedoch freiwillig verzichten, wenn Abwechslung jedesmal dröhnende Kopfschmerzen, krachende Gelenke und wunde Haut bedeuten würde. Das und ein heftig pochendes Herz, das die Angst nicht so ersticken konnte, wie Sunday es gerne hätte — wovor sollte er schon Angst haben? Davor, getötet zu werden? Gequält zu werden? Das einzige, was ihm eine höllische Angst einjagen würde, wäre es, in einen unsterblichen Vampir (oder etwas vergleichbares) verwandelt zu werden. Verflucht dazu, ewig auf dieser verdammten Welt zu verweilen. Egal, welche Naturkatastrophen einbrachen, welche Krankheiten sich ausbreiteten und welche Rebellionen sich abspielten. Dabei wollte der Weißhaarige all das doch gar nicht mehr miterleben, wollte nicht noch mehr Spuren hinterlassen. Jetzt war es allerdings auch noch zu früh, um sich von all dem zu verabschieden. Die Natur hatte ein Alter für ihn vorgesehen — nicht irgendein irrer, der seine Wünsche nicht unter Kontrolle hatte. Wünsche oder kranke Fantasien. Wenn es schon Mord sein musste, dann hätte er den 25-Jährigen wenigstens während seiner Ohnmacht zerfetzen können. Darauf zu warten, dass er wieder aufwachte, sich bewegte, sich die Räumlichkeit genau ansah und sich an die Dunkelheit gewöhnte, sofern das überhaupt möglich war, war irgendwie krank und geschmacklos — geschmacklos wäre Sundays Blut dagegen bestimmt nicht. Der ganze Alkohol, den er in seinem Leben schon durch seinen Körper geschickt hatte, hatte sicherlich seine Spuren hinterlassen. Ebenso die Zigaretten und sämtliche andere Substanzen, die er in den wenigen Jahren seines freien Lebens schon ausprobiert hatte. Adrenalin, wie es momentan durch seine Adern wanderte, war nicht unbedingt sein Favorit. Es ließ seine Hände kribbeln, seine Muskeln beben und die Wimpern zittern, als hätte er tatsächlich noch eine Chance. Dabei waren doch alleine die schweren Schritte seines Entführers, die von den Wänden schallten und dadurch nur noch lauter klangen, schon bedrohlich genug. Die leuchtenden Augen hingen fast spottend an Sunday, so erschien es ihm, dabei war an der jetzigen Situation nichts, was in irgendeiner Weise fair war. Was wäre es für eine Heldentat, jemanden wie ihn zu erlegen, während er in Ketten lag und sich nicht wehren, geschweige denn flüchten (was eher seine Methode war) konnte? Gar keine. Was auch der Grund war, weshalb er das Leuchten einige Herzschläge lang fast trotzig anstarrte, ihm dann bei der Situation jedoch unwohl wurde. Wie zwei eisige Seelen wirkten die blauen Punkte, zwei einsame Sterne in vollkommener Dunkelheit oder zwei Edelsteine im Staub. Das kratzende Geräusch hämmerte schmerzhaft in Sundays Ohren, ließ seine Schläfen unangenehm pochen, am liebsten würde er sich wieder die Ohren zuhalten, doch würde ihn das nur ablenken. Der Besitzer dieser Seelenspiegel sprang in einem Satz auf die Tischplatte, wobei Sunday unwillkürlich zusammenzuckte.

Seine Muskeln schmerzten von der eigenen Situation, er stolperte einen Schritt zurück, die Flügel anspannend, als wolle er damit zuschlagen, wo es doch eigentlich aussichtslos wäre. Sicher, er konnte mit der Wucht seiner Schwingen Leute ins Land der Träume befördern, doch was dann? Die Kette würde er nicht lösen können — und würde dann wohl irgendwann elendig verdursten wie ein Hund, den man zurückließ, weil man ihn nicht mehr wollte. Und verdursten wäre sicherlich auch eher qualvoll. Mit den gelben Augen fixierte er die düstere Gestalt, die fast wie die Inkarnation des Bösen vor ihm stand, eine Axt neben sich, die später bestimmt in Sundays Fleisch versenkt werden würde. So aus purer Mordlust eventuell. Was wusste er schon, was in den kranken Köpfen anderer vor sich ging. Auch wenn er nicht verstand, warum solche Dinge immer ihm passieren mussten. War es der unfreundliche Umgangston? Das Aussehen? Eine Mischung aus beidem? Er schnaubte leicht, fast auch, um die Nervosität, die ihn ihm aufkam, wieder loszuwerden. Der Fremde, der so bedrohlich vor ihm wartete, kramte inzwischen einen Zettel aus seiner Tasche, der Sunday ziemlich bekannt vorkam. Das aufgeweichte Papier, die Flecken und schlussendlich auch die Worte, die mit einer kalten Stimme gesprochen wurden, die er allerdings eher ausblendete. Eher widerte es ihn an, dass der andere scheinbar seine Kleidung durchsucht hatte. Er war immerhin nicht der Streichelzoo — und auch keine Fundgrube. Und noch weniger ein Gedichtsautor. Langsam schob er sich noch einen Schritt von dem Tisch weg, den anderen fest anstarrend, als wolle er keine Bewegung verpassen und im Ernstfall der Axt ausweichen. "Es is - nich' meins." murrte er durch zusammengepresste Kiefer, die Zähne fast bleckend, wo er doch keinesfalls Reißzähne oder vergleichbares aufweisen konnte. Erbärmlich? Vielleicht. Enthusiastisch eher weniger. Wieder rumorte sein Magen, vermutlich würde er sich gleich um seinen Mageninhalt erleichtern, würde das Adrenalin erst einmal nachlassen. Die Hand hob er langsam und bemüht unauffällig, berührte damit seine Flügel und schickte diese zurück in Form der bunten Tätowierungen unter seine Haut, sodass seine Flügel nicht länger auf seinem Rücken, sondern als Bilder auf seiner Haut thronten. Seine Angriffsfläche wurde so immerhin kleiner — vielleicht würde er den Fremden etwas beruhigen — vielleicht hatte er auch gerade sein Todesurteil gefällt. Doch würde er die Flügel direkt wieder hervorlocken, würde der Blauäugige sich ruckartig bewegen. "Was willst du von mir, Wichser?" stellte er nun die Frage, die Beleidigungen konnte er beim besten Willen nicht zurückhalten.

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Re: ✗ Federn so zart

Beitrag  Loki am Sa 16 Jun 2018 - 13:39

Das Engelchen hatte solche Angst. So zart geschmackvoll zitternd, erregte es Lokis Hunger. Wich er doch einen Schritt zurück, vor Befürchtungen. Aber hatte er mehr angst vor der Rostigen Axt? Was Loki alles damit anstellen könnte? Oder vor Loki selbst? Auf sein handeln, grinste Loki wohlig zu ihm hinunter. Aber wiederwillig erhob er seine Stimme, verneinte, das dieses nicht sein geschriebenes wäre. Loki zischte empört. Ein Liebender, in flehender trauer, hätte sicher ein Charismatisches ende nehmen können. Nun, man konnte ja nicht alles haben. Loki zerknödelte das Stück Papier frustriert und warf es zur Seite. So war es fast schon vergessen. Unnötiges, einfach weggeworfen. Aber die Neugier, welches Leben der Engel besaß, interessierte Loki dennoch. Ließ seinen Blick kurz durch den Raum hinter ihm schweifen. Als wäre er in Gedanken. Wurde jedoch wieder aufmerksam, als er das knurren des Magens dieses Engels hörte. Doch was tat er da? Hob seine Hand zu seinen weißen wunderschönen schwingen. Berührte sie, auf das sie über seine Haut, wie durch Magie wanderten und ihre Form verloren. Sie verschwanden einfach! Nur Farbtöne und Ansätze von Struktur, floss im zweidimensionalen, wie ein bewegliches Bild über seine Gewebe. Über die Finger, den Handrücken entlang, wahrscheinlich über seinen ganzen Arm, der vom weißem Hemd leider überdeckt war. Loki zog seine Brauen hinunter und schaute angestreckt, aber genau beobachtend fixierend, seiner tat. Nein, das gefiel ihm so gar nicht! Der Flügellose Engel fragte ihn mürrisch, was er von ihm wolle. Aber war es denn nicht offensichtlich? Loki gab keine Antwort und erhob sich, sein Gemüt recht sauer. Seine Hand angespannt und fester, wütend den griff der Axt umklammernd. Niederträchtig sah er zu dem hilflosem Geschöpf hinunter, dessen Stunden gezählt waren. Begann Loki die Axt, dessen rostige flache Seite, gegen sein Bein zu tackten. Als würde er ungeduldig werden, oder etwas ihm missfallen. Das eis türkise Leuchten seiner Augen, zürnte leicht zu flammen. Erhellte umso mehr. Welche Gedanken brütete Loki nur gerade aus? Sein Mund zeigte keinerlei Befürwortungen. Aber sicher war, das es nicht, die Beleidigungen des Engel waren, die seine Laune auslösten. Plötzlich holte Loki aus und warf wuchtig die Axt in den Holz Fußboden, direkt vor des Engels Schuhwerken. Dann sprang Loki vom Werktisch. Auf ihm zu. Zielstrebig und schnell. Duckte sich und huschte, an des Engels Seite vorbei um Hinter ihm, sich wieder aufzustellen. Faste Seins, sein Opfer über die Schultern packend. Schaute auf dessen Rücken, suchend nach Anzeichen. Ehe er begann, ihn zu schütteln. "Wo sind deine Flügel!!??" brach Loki verärgert hervor. "Bring sie zurück!!!!" Schrie Loki völlig erbost, mies launig ungenießbar, stinkig aufgebracht bösärgerlich, als würde er gleich platzen. Drückte den Engel grob mit seiner erzürnten Kraft hinunter. Mit dem marklosen Gesicht zu Boden, auf das es fast die schneide, der unscharfen Witterungs geprägten, Axt berührte. "Bring sie ZURÜCK!!!!!" befahl Loki grantig gereizt. Wie konnte er nur? Die Bildschönen bezaubernden eleganten hinreißenden eindrucksvollen traumhaften überragenden unvergleichlichen prachtvollen weißen Flügel nur verschwinden lassen???! Solch eine Schande... Er sollte nun besser, bedacht nachdenken und folge leisten. Ehe er Loki´s Laune noch mehr verdarb. Was sollte Loki denn auch mit einem Flügellosen Engel anfangen? Dann würde er doch nur ein schlichtes Nahrungsmittel sein, wie all die anderen unbedeutenden. Denen er einfach den Kopf abriss um den roten Springbrunnen fließen zu lassen. Loki drückte sein Knie auf des Seins Rückrat, weit unten, in höhe der Nieren. Seine rechte Hand löste er von der Schulter und griff sein Vögelchen an der Hals Kette. Das klirren der Metallglieder hüllte den großen Kellerraum. Ziehend, auf das Seins gezwungen war, den Kopf zu heben. Schmiegte seine Schläfe an die Wange des Vögelchens. Spürte seine Haut. Dann langsam aufwärts streifend, bis er seine weißen Haare mit der Nase sanft berührte. Nahm den herrlichen Geruch innig auf. Ehe er dann wieder sein Kopf senkte, um ihn sachte direkt ins Ohr zu flüsterten. "Ein Engel ohne Flügel... ist nur so viel Wert... wie das Meer ohne salz..." dabei waren seine Worte gewichtig und nicht unwissend. Aber dem Engel so nahe zu sein, war gefährlich. Loki konnte all das rauschen seiner durchbluteten pumpenden Adern hören. Sein schlagendes Herz, welches so zerbrechlich hastig schlug. Unwiderstehlich, nun jetzt in den Hals zu beißen. Aber Nein! Er hatte doch etwas besseres vor. Den aufgegrübelten Plan! Wie er so ein einzigartiges Geschöpf, würdig in all seinem Genuss, atemberaubend verspeisen würde. Ein Engel war doch etwas so besonderes! So etwas durfte man nicht einfach zerreißen! Vorausgesetzt, er bleibe auch ein Engel und das mit seinen weißen reinen Flügeln Schwingen! Aber so unwiderstehlich der Moment! Loki konnte sich nicht mehr beherrschen. Öffnete seinen Mund, welche die spitzen Eckzähne zum Vorschein schenkte. Lehnte seine Stirn an dessen Kopf ab, um mit der Zungenspitze das obere seines Ohres anzutippen. Leicht zu lecken. Den Geschmack in fülle aufzunehmen. Durchzog es Loki. Das wunderbare. Durch Mark und Konchen schauderte es Loki. So entzückt. Seins schmeckte hervorragend.

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Re: ✗ Federn so zart

Beitrag  Sunday am So 17 Jun 2018 - 14:48

Dem grausamen Gedicht widerfuhr das, was es verdiente; es flog zusammengeknüllt durch den Raum und wurde aus dem Blick verloren. Etwas, was Sunday schon viel früher gerne getan hätte; immerhin waren die wirren Reime tatsächlich ungenießbar gewesen. Doch flog mit dem zusammengeknüllten Papier ebenso sein Geld weg, was dann doch suboptimal war. Kurz hing sein Blick noch in der Dunkelheit, dort, wo er den Rest des aufgeweichten Gedichts vermutete, ehe Sunday seine Aufmerksamkeit doch wieder seinem Entführer widmete, der so selbstsicher vor ihm stand, als wäre es ein Spiel, das er gewinnen würde. Was auch der Fall war. Doch hatte der Weißhaarige nie zugestimmt, mitzuspielen, was er den anderen mit dem unfreundlichen Klang seiner Stimme hoffentlich wissen ließ. Seine Frage allerdings blieb unbeantwortet, das türkisblaue Leuchten hing an den weißen Federn, die bald in bunten Bildern auf Sundays weißer Haut thronten, anstatt sich weich an seinen Rücken zu schmiegen. Und noch immer sollte er keine Worte zur Antwort bekommen; stattdessen hob der fremde die rostige Axt, die er umklammert hatte, an, starrte Sunday nieder und schleuderte das schwere Werkzeug dann keinen Zentimeter vor Sundays Füßen in den Boden, wobei das Tierwesen beim besten Willen nicht sagen konnte, ob er extra oder aus Versehen sein Fleisch verfehlt hatte. Heftig zuckte der Gelbäugige zusammen, kniff die Augen mehrmals hintereinander zusammen, als hätte das laute Krachen ihm für wenige Herzschläge die Sinne geraubt, während er einen Schritt zurück stolperte. Der Fremde schien die gewonnene Distanz direkt wieder einzuholen, sprang vom Tisch und tat wenige Schritte, um sich hinter den 25-Jährigen zu schieben, noch bevor dieser hätte reagieren können. Er spürte den festen Griff an seinen Schultern, spannte die Muskeln an, wurde jedoch erbarmungslos geschüttelt wie ein Welpe. "Wo sind deine Flügel!?" — spielte das denn eine Rolle? Anscheinend. Doch ließ der Fremde ihm gar nicht die Chance, zu antworten, sondern schrie ihn stattdessen an, woraufhin er nur die Schultern ein wenig anzog, als wolle er sich vor der lauten Stimme in Sicherheit bringen. Das allerdings schien nicht alles zu sein; er fühlte sich tatsächlich hilflos wie ein Kind, kaum dass sein Angreifer ihn gen Boden zwang. Direkt versuchte Sunday, sich wieder nach oben zu drücken, hatte jedoch keine Chance — und spürte stattdessen schon den kühlen Boden an seiner blassen Wange und das Gewicht des Fremden auf seinem Rücken.
Würde er versuchen wollen, ihm die Flügel wieder aus der Haut zu schneiden? Es würde Sunday nicht wundern. Kaum drückte der wütende Irre sein Knie in Sundays Rücken, entwich diesem ein schmerzhaftes Geräusch, ehe er die Zähne fest zusammen biss, als wolle er jede Reaktion unterdrücken. Seine Finger krümmten sich, doch war auf dem glatten Boden nichts, was er hätte greifen können — abgesehen von der Axt, die wenige Millimeter entfernt wartete. Der Schmerz trieb die Tränen in seine hellen Augen, die er nun einfach zusammenkniff, als würde das irgendetwas an der Situation ändern. Doch schien ihm selbst das liegen nicht gewährt zu werden, immerhin wurde er schon bald an dem provisorischen Halsband ein Stück nach oben gezogen, wobei das Metall unangenehm an seiner Haut kratzte und das Atmen schwer werden ließ. Wieder entwich ihm ein schmerzerfülltes Geräusch, diesmal Zischen, das er mit seinem Atem aus seiner Kehle presste. Mit den Fingernägeln zerkratzte er das Holz unter sich, als wolle er durch den Boden flüchten. Die Berührungen des Irren wirkten abgesehen davon allerdings fast vorsichtig, was es nicht weniger unangenehm werden ließ. Sundays lautes, keuchendes Atmen erfüllte den Raum, während der andere sich geradezu an ihn schmiegte, als sei er eine Katze, die nach Nähe suchte. Lieber würde der Weißhaarige nur weitere Beleidigungen ausspucken, seinem Ärger Luft machen, doch schien das Sprechen momentan unmöglich zu sein — und ohnehin wäre es unglaubwürdig. Sein Körper immerhin zitterte wie Laub, seine Augen waren gefüllt von Tränen und die Schmerzen pochten in seinen Gliedern. Engel ohne Flügel... Er war kein Engel. Noch nie gewesen — und würde es nie sein. Doch glaubte er kaum, dass der andere ihm das einfach so abkaufen würde. Um dem Tod zu entkommen, würden immerhin alle behaupten, nicht das zu sein, was der andere suchte oder begehrte. Nach diesen Worten schwieg der Fremde nun, wobei Sundays Flügel noch immer unter seiner Haut ruhten, während er im Kopf pro und contra abwog; aber so oder so würde er sterben, weshalb es eigentlich keine Rolle mehr spielte. Ohnehin schien der andere nicht unbedingt erpicht darauf zu sein, ihm jede Feder einzeln auszurupfen, weshalb es mit oder ohne seine Schwingen qualvoll wäre.
Während sein Entführer also wieder Nähe suchte, entwich Sunday ein Schnauben, das fast klang, als würde er aufgeben; was vielleicht auch der Fall war. Er war noch nie ein Kämpfer gewesen. So sowieso nicht. Angekettet und eingepfercht, scheinbar als Abendessen irgendeines Irren, der sich schon einen Vorgeschmack genehmigte — was dann doch wieder Sundays Kampfgeist weckte. Ächzend bewegte er einen Arm, legte die Fingerspitzen auf die Tätowierungen auf seinem Handrücken, um die Flügel wieder hervorzulocken. Die weichen Federn drückten sich aus seiner Haut, wobei die kräftigen Flügel auf den Widerstand auf seinem Rücken trafen. Das erste Mal entwich dem Geflügelten ein lauteres, klagendes Geräusch, den Kopf ließ er angestrengt hängen, während er sich darauf konzentrierte, die Flügel zu entfalten, ohne sich sämtliche Knochen zu brechen. "Verpiss - dich!" bellte er geradezu, breitete die Schwingen nun aus, wobei seine Gelenke heftig knackten, und schlug mehrmals damit in die Luft. Das Klirren der Kette machte ihn nur noch nervöser, wobei er nun endlich still hielt, kraftlos die schneeweißen Schwingen entspannte und einfach auf dem Boden ablegte, leicht angewinkelt, fast aus Angst, der Fremde könnte drauftreten oder sein ganzes Gewicht darauf verlagern.

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