Ein Tag im Jahre 1990

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am Fr 10 Feb 2017 - 13:52

Diese eine Strähne, die normalerweise halb über seine Schläfe, halb hinter sie gehörte, war schon wieder im Begriff, hinter seinem Ohr hervorzurutschen und es sich genau über der Schläfe bequem zu machen, doch noch hielt sie und er würde sich vermutlich auch nicht erneut die Mühe machen, sie wegzuschieben. Stattdessen war er es nun, der sich Lilith ein wenig näherte. Vorsichtig und dabei nach wie vor weder eine offene, noch eine besonders aktive Körperhaltung zu zeigen. Natürlich lag die Annäherung jedoch auch nicht daran, dass er seine Beherrschung aufgab und sie im nächsten Moment anfallen würde, sondern weil es ihm schlicht zu anstrengend wurde, über ein paar Meter Entfernung hinweg eine Unterhaltung zu führen. Er hob die Stimme nicht gern und sprach in der Regel getragen und ruhig, sodass man als Normalsterblicher ein gutes Gehör brauchte, um sich mit ihm durch einen Raum hindurch oder wie hier auf der Straße unterhalten zu können.
„Mein Verlangen nach Lebenskraft“, antwortete er auf Liliths Frage, was in ihm den Drang auslöste, sie möglicherweise verletzen und angreifen zu wollen. Sein Blick richtete sich auf die Stelle von ihrer Brust, an der unter Haut und Brustbein ihr Herz schlug. Der bildliche Sitz des Lebens, für ihn aber tatsächlich auch die Stelle, von der der größte Teil der Lebenskraft ausging. Sitz der Seele. Oder das, was sich dort bei einem Dämon befand. Sein Augenmerk kletterte nach ein paar Sekunden weiter an ihr empor bis zu ihrem Mund, als sie wieder sprach, und er schüttelte auf die weitere Frage hin dann sacht den Kopf.
„Nein. Der Mensch hat nur das Fass überlaufen lassen. Das Siegel war recht alt und geschwächt.“ Er zögerte. „Ich reagiere empfindlich auf Berührungen. Sie beanspruchen mich. Ich denke, sie waren der Auslöser.“ Traurig, eigentlich. Der Junge hatte ihn ja nicht einmal an einer empfindlichen oder entblößten Körperstelle, sondern an der Schulter berührt. Und er war eben einfach recht nah gewesen. Man hätte es sicherlich besser verstehen können, wenn eine schöne Frau ihn im Gesicht berührte – wobei selbst das ziemlich übertrieben gewesen wäre – oder jemand nach ihm schlug, doch Berührungen und bestimmte Reize waren für ihn ohnehin grundsätzlich zwei verschiedene Dinge.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am Sa 11 Feb 2017 - 12:48

Auf irgendwelche Strähnen achtete sie im Moment nicht wirklich. Ihre Gedanken waren nicht auf das Aussehen des Mannes beschränkt, sondern viel mehr musste sie sein Verhalten im Auge behalten. Wenn er wirklich gefährlich werden würde, musste sie immerhin schnell genug weg kommen. Auf einen Kampf war sie nicht aus, auch nicht wenn er angreifen sollte. Sie war im Moment gut gefüllt an Energie, diesen Status wollte sie nicht schon wieder verlieren. So war sie auch leicht verwirrt, dass er einen Schritt auf sie zu machte. Sie zeigte keine Regung dazu, doch stellte sie ihre innere Bereitschaft schon auf ein mögliches Ausweichmanöver ein. Ein Angriff seiner Seite blieb zum Glück jedoch aus.
"Dieses Gefühl kenne ich." Sie konnte diese Äußerung schwer hinterfragen oder anzweifeln. Immerhin hatte sie oft auch den Drang danach und wenn sie geschwächt war, dann war sie wohl aggressiver als Alexis nun. Der Drang nach Lebenskraft war kein angenehmer, auch wenn sie dies nun von sich sagen konnte. Sie kannte Alexis natürlich nicht, also konnte sie schwer sagen, ob es ihm nun gut oder sonderlich schlecht ging. Sie würde es aber verstehen, wenn er sich nicht sonderlich gut fühlte. Ihm ein Angebot unterschlagen, in welchem sie ihre Energie an ihn übertragen lassen würde, würde sie jedoch auch nicht. So viel mitgefühl hatte sie dann doch nicht. Seinen Blick verfolgte sie derweil nicht. Sie hätte sowieso schwer sagen können, wo genau er nun hinsah und selbst wenn sie merkte das sein Augenmerk auf ihre Brust gerichtet war, würde sie ihm keine Perversitäten unterstellen. Er sah nicht wie der Typ dafür aus.
Wieder musste Lilith zustimmen. Natürlich nicht mit allem, aber in einer weiteren Sache verstand sie Alexis. "Ich bin auch kein Fan von Berührungen." Ein kurzer Zwischenkommentar, der wohl für Alexis nicht wirklich von Bedeutung war, doch darum ging es Lilith auch nicht. Sie wollte es nur mal geäußert haben. Natürlich wollte sie damit auch keine Gefühlsstunde ausbrechen lassen, in welcher die beiden nun überlegen konnten, welche Gemeinsamkeiten sie noch hatten. Sie wollte damit nur ausdrücken, dass sein Verhalten zumindest etwas verständlich war. Doch war sie von etwas anderem noch gestört. "Aber, wieso begibst du dich mit einem fast zerstörten Siegel in eine Menge von Lebenskraft?" Berührungen konnte man in der Öffentlichkeit nie komplett ausschließen, denn es gab immer Idioten, die einem zu nahe kommen konnten. Wenn Alexis nicht gewesen wäre, wäre der Jüngling bestimmt auch näher an Lilith heran getreten. Sie erachtete es für sinnvoller, sich einen Ort zu suchen wo wenige Personen waren und wo man ohne das es jemand sehen konnte, etwas Energie entziehen könnte. Doch sie konnte sich auch an Pflanzen bereichern, wie es bei Alexis war wusste sie auch nicht.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am Mi 15 Feb 2017 - 16:28

Dieses Gefühl kenne ich.
Alexis glaubte es ihr ohne weiteres, war gleichzeitig jedoch unsicher, ob sie das Gefühl tatsächlich so kannte wie er. Natürlich war er nicht sie und umgekehrt, und auch, wenn sie offensichtlich beide dämonisches Blut in sich trugen, waren sie mit Sicherheit von grundauf verschieden. Was ihn wiederum eher annehmen ließ, dass sie sich ganz anders fühlte, wenn sie „hungrig“ war. Genauso wie sie sich sicherlich anders fühlte, wenn sie konsumierte. Und die Personen, von denen sie nahm, sich dabei sicherlich auch anders fühlten als die, von denen er nahm.
Dämonen lebten aus unterschiedlichen Gründen, mit unterschiedlichen Zielen und Intentionen. Es mochte oft um das Ernten von Seelen gehen – häufig aber einfach auch darum, Zwietracht zu säen, Gewalt und Chaos zu verbreiten oder sich daran zu ergötzen. Alexis hingegen existierte im Grunde dafür, Lebensenergie zu stehlen. Nun, das war nicht sein eigener Wunsch, sondern war ihm aufgezwungen, genauso wie ein Mensch Tiere und Pflanzen töten musste, um zu überleben. Dass er Personen dabei über sich selbst betrog, war zwingend erforderlich und vielleicht das, was an ihm den Dämon ausmachte. Die anziehende äußere Hülle, die ein eher hässliches Inneres verbarg, das schwächte oder tötete. Und da er in erster Linie existierte, um zu konsumieren, fühlte sich genau das für ihn sehr, sehr gut an – während er gleichzeitig dazu verurteilt war, die ständige Gier danach zu verspüren, ähnlich einem Drogenabhängigen, nur vielleicht nicht ganz so kritisch, was den Widerstand anbelangte.
Genauso war der Grund, weshalb sie beide Berührungen nicht mochten, vielleicht ganz unterschiedlich. Für sein Wesen, seine Art, das, was er war, war eine Berührung genau das Richtige, das, was es wollte und brauchte. Und was sich auch sehr gut anfühlte. Für sein Bewusstsein hingegen, das eine starke Abneigung gegenüber dem gierigen Trieb in ihm empfand, war genau deshalb eine Berührung unangenehm und nicht leicht zu akzeptieren, obwohl sie sich theoretisch gut anfühlte. Doch das erklärte er Lilith ganz sicher nicht. Nicht, wenn er sie kaum kannte. Es gab zu tiefe Einblicke in sein Denken und Fühlen. Trotzdem sorgten ihre Worte dafür, dass er sich in ihrer Anwesenheit ein wenig wohler fühlte. Er blinzelte und wandte den Blick von ihr ab. Er wanderte langsam die Gasse entlang zurück in die Richtung, aus der sie gekommen waren.
„Ich benötige Kleidung. Mir war nicht bewusst, dass das Siegel mittlerweile so schwach war. Und ich musste nicht davon ausgehen, mit jemandem aneinanderzugeraten.“ Sicherlich, vielleicht war es dennoch ein wenig naiv gewesen, aus dem Haus zu gehen und einfach zu hoffen, dass nichts geschah. Aber es war wirklich mal nötig gewesen, und außerdem hatte er das Bedürfnis nach frischer Luft gehabt. Nun, vielleicht sogar deshalb, weil er gespürt hatte, dass das Siegel brechen und ein Teil von ihm wieder frei sein würde. Aber wenn, dann war es von ihm nicht bewusst und absichtlich geschehen.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am Di 21 Feb 2017 - 23:10

Über das Innenleben von Alexis konnte Lilith natürlich nichts sagen, immerhin hatte sie nicht die Fähigkeit Gedankenzulesen oder die Gefühlswelt von ihm zu bestimmen, doch hätte sie mit dem vernünftigen Gedankenanstoß wohl das gleiche gedacht. Sie kannte immerhin nur das Gefühl an sich Hunger nach Energie zu haben, konnte jedoch nicht sagen ob es auf der gleichen Grundlage wie bei Alexis wirkte. Das war jedoch etwas, was wohl einfach von Wesen zu Wesen anders war. Auch wenn beide der Rasse der Dämonen angehörte, so gehörten sie nicht zum gleichen Stammbaum, waren wahrscheinlich in verschiedenen Teilen ihrer Art grundverschieden. Das war nichts besonderes und die Gedanken von Lilith waren auch nicht daran verschwendet. Sie wollte sich mit solchen Gedanken eigentlich nicht befassen, solange sie wusste das es etwas interessanteres gab, dass sie beschäftigen sollte. Zum Beispiel die Frage, weshalb ein Wesen wie Alexis mit fast gebrochenem Siegel einfach auf die Straße gehen sollte. Wenn er ein Siegel brauchte, dann hatte er wohl ein ziemlich starkes Wesen, dass auch wirklich Gemeingefährlich werden konnte. Sie machte sich keine größeren Gedanken darüber, als Alexis in die Richtung lief, aus der die beiden kamen. Sie beobachtete ihn nur, würde auch höchstens einen Schritt zurück machen wenn er ihr zu nah kam.
"Dann solltest du dir wohl erst ein neues Siegel besorgen, bevor du weiter gehst." War der einzige Tipp den sie ihm dazu geben konnte. Da sie ihn nicht kannte, wusste sie nicht ob es nun sonderlich schwer war ein neues Siegel zu besorgen oder ob das überhaupt so wirklich möglich war. Vielleicht waren die begrenzt und er hatte seine letzen zerstört? Eher unwahrscheinlich, doch da sie keine Ahnung hatte versuchte sie einfach alles mögliche in Betracht zu ziehen. Angst hatte sie trotzdem noch keine vor ihm, da er mit seiner relativ ruhigen Art niemanden gdas Gefühl gab, das etwas schlimmes passieren würde. "Falls das überhaupt von hier so einfach möglich ist." Fügte sie noch hinzu. Dies war jedoch kein Abschiedstipp, sondern würde sie ihn wohl noch ein wenig 'nerven', um mehr darüber zu erfahren. Wenn sie wieder auf so einen Dämonen treffen sollte, wären Tipps nun nicht schlecht, immerhin gab es unter anderem ja die Chance, dass er sie angreifen könnte. Wenn es noch mehr Dämonen dieser Sorte gab, war sie dann zumindest ein wenig gewappnet.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am Fr 24 Feb 2017 - 16:12

(sry, Alexis‘ Blick wandert die Gasse entlang – nicht er selbst xD Etwas kacke formuliert ^^“ )

Eine schmale Falte huschte bei Liliths Worten über seine Stirn und grub sich senkrecht und schwach in die Haut zwischen seinen feinen Augenbrauen. Bereits einen Wimpernschlag später war sie wieder verschwunden und ließ seine Züge genauso unberührt zurück, wie sie die meiste Zeit über waren. Er atmete langsam aus. „Das sollte ich“, bestätigte er. Auch allein schon aus dem Grund, dass er früher oder später andere Dämonen auf den Plan rufen würde, die nicht so freundlich und zurückhaltend waren wie Lilith, was etwaige Angriffe und die Gier nach seiner Lebenskraft anbelangte.
Es überraschte ihn noch immer, dass sie so gar nicht feindselig und angriffslustig war. Das kannte er nicht. Nicht ohne das Siegel jedenfalls. Doch sie wirkte einfach nicht so, als täte sie nur so, um ihn in falscher Sicherheit zu wiegen und zu einem unerwarteten Zeitpunkt zuzuschlagen. Hätte er noch mit einem Angriff von ihr gerechnet, hätte er sie vielleicht darauf hingewiesen, dass sie es sich gut überlegen sollte. Und das lag sicherlich keiner Selbstüberschätzung zugrunde.
„Ich bin nicht sicher“, gab er zu, weil Lilith laut überlegt hatte, ob es hier überhaupt die Möglichkeit für ihn gab, das Siegel erneuern zu lassen. Er zumindest konnte sich selbst nicht siegeln – und einen anderen Dämon, nämlich sie, ließ er das ganz bestimmt nicht übernehmen, selbst wenn sie es angeboten und dazu in der Lage gewesen wäre. So weit reichte sein Vertrauen dann doch nicht in sie. „Hast du eine Idee?“
Die Sache entpuppte sich für ihn gerade als ein größeres Problem als er zugeben wollte oder gedacht hätte. Wenn man ihn zu kennen meinte, traute man ihm diese Naivität nicht zu und nahm an, dass er sich um seine Belange einige Zeit im Voraus kümmerte, deshalb bereits eine Person im Auge hatte, die ihm weiterhelfen könnte. Tatsächlich war dem aber nicht immer so, und Lilith lernte gerade diese Seite von ihm kennen. Dabei hätte er es besser wissen müssen. Zum damaligen Zeitpunkt hatte er auch noch nicht gewusst, dass eine gewisse Severin O‘Donnabhain in den Außernbereichen der Stadt lebte, die er bereits vor einer langen Zeit kennengelernt hatte. Und die dazu in der Lage war, sein Siegel zu erneuern, was sie auch fast fünfundzwanzig Jahre später wieder tun würde.
An diesem Tag, an dem er Lilith traf und das Siegel brach, wusste er nicht einmal von der kleinen Frau, Lee So Jin, die noch Jahre später darauf bestehen würde, dass er sich ohne sein Siegel nicht in der Stadt aufhalten durfte. Und die an diesem Tag längst bemerkt hatte, was Sache war.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am Di 28 Feb 2017 - 15:34

(auch net schlimm xD )

Ja, er sollte wohl wirklich ein neues Siegel finden. Das war jedoch gar nicht das Problem. Uneinsichtig wirkte er in dieser Hinsicht zumindest nicht, das eigentliche Problem lag an einer ganz anderen Stelle, so konnte man ja nicht einfach in den nächsten Laden spazieren und sich dort ein neues Siegel kaufen. Zumindest wenn es nicht gerade ein magischer Laden mit allerlei coolen Krims Krams war. Ob so etwas überhaupt existierte? Lilith wusste es nicht und es war ihr auch ziemlich egal, immerhin hätte sie davon sowieso keinen Nutzen. Sie legte den Kopf schief und schaute den Mann vor ihr an. Er wusste nicht ob das von hier so einfach ging? Das war wohl ein weiteres Problem, was die eigentliche Aufgabe etwas ausbremsen sollte. Lilith dachte das er nun sagen würde 'Ja, ich weiß schon wo ich das her bekomme, geht auch ganz schnell' doch so einfach sollte es wohl dohc nicht sein. Ob er überhaupt wusste wie man an ein neues Siegel kam? Es konnte ja immerhin auch noch sein das er wusste wo sich die Siegel befinden und er wusste einfach nicht ob sein gebrochenes Siegel ihn irgendwie aufhielt bei der Suche nach einem neuen. Sie zuckte mit den Schultern. Ihm das Angebot machen ein neues Siegel zu erschaffen ging nicht, immerhin hatte Lilith keine Ahnung von so etwas. Sie konnte ihn höchstens töten, doch wäre das wohl nicht in seinem Interesse, genauso wie Lilith dies eigentlich nicht wollte. "Woher hast du denn dein anderes Siegel gehabt?" Das wäre wohl der erste Schritt den Lilith gegangen wäre. Wenn man das Siegel von einer anderen Person hatte, dann konnte diese vielleicht auch ein neues erschaffen. Alexis wurde ja bestimmt nicht geboren und hatte plötzlich ein haufen Siegel am Finger die alle nacheinander gebrochen wurden. Nein, von irgenwoher musste er diese ja haben. "Hast du denn Zuhause bei dir keine mehr?" War die nächste Frage. Eigentlich war sie unnötig, denn wenn er wirklich welche Zuhause hätte, dann hätte er diese entweder mitgenommen oder er würde sich schon längst auf den Weg gemacht haben diese zu holen. Fragen kostete jedoch nichts und sie war doch sowieso interessiert daran zu erfahren, weshalb sich dieser Dämon nicht vorher schon Gedanken über neue Siegel gemacht hatte.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am Do 2 März 2017 - 20:18

Er senkte den Blick und hob die linke Hand ein wenig an, sodass er auf den nun bloßen Mittelfinger hinabsehen konnte. Obwohl er alle vier Ringe freiwillig nie abnahm, war an dem Finger keine Spur von dem alten Siegel zu sehen. Keine größere Blässe, keine engere Stelle, kein Abdruck - wobei größere Blässe bei Alexis schon schwierig war. Er war nicht totenbleich, aber seine Haut so hell, als hätte er die letzten Jahre in Dunkelheit verbracht, ohne dass die Farbe ungesund oder unnatürlich wirkte. Tatsächlich machte es mehr her als wäre er sonnengebräunt herumgelaufen.
Was natürlich kein Zufall war. Nichts an all seinem Äußeren war zufällig oder eine Laune der Natur.
"Es ist nicht damit getan, einen Ring überzustreifen", erklärte er Lilith und beantwortete damit im Grunde ihre zweite Frage vor der ersten - auch wenn es nicht so wirkte, als sei es eine direkte Antwort. Wie sich herausstellte, war er auch noch nicht fertig: "Natürlich habe ich daher kein solches Siegel vorrätig. Jemand muss es beschwören und mir aufzwingen." Er ließ die Hand langsam wieder sinken und hob den Blick dabei zu Liliths Schulter an.
"Das alte Siegel trug ich bereits seit vielen Jahren. Jemand hat es damals für mich erschaffen. Wer dies nun übernehmen könnte, weiß ich hingegen nicht." Das war ein Problem. Eins, das seine Ausmaße nun langsam immer weiter preisgab, je länger er hier mit Lilith stand und darüber nachdachte. Die Sache war absolut nichts Unbedarftes. Er sollte dringend gehen und vorerst einen abgeschiedenen Platz suchen, an dem er bleiben konnte. Andererseits ... fand sich dort natürlich auch niemand, der ihm helfen konnte.
"Du kannst mir also nicht helfen?", fragte er sie erneut, weil er ihr Schulterzucken nicht als Nein gedeutet hatte. Ein Nein drückte sich durch ein Kopfschütteln aus. Nicht durch ein Schulterzucken. Eine Geste, die von ihm ohnehin so gut wie nie kam.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am Sa 4 März 2017 - 20:45

Lilith sah ihn an, musterte ihn während er die Hand ansah. Den Sinn hinter der Handlung verstand so nicht, so wusste sie immerhin nicht an welchem Finger das Siegel war. Eventuell hatte seine Hand aber auch nur geschmerzt oder ähnliches, weshalb er diese ansah. Viel hinein interpretieren war jedoch sinnlos, weswegen es auch keinen Zweck hatte dahingehend viel weiter zu machen.
Mit dieser Äußerung konnte Lilith jedoch rechnen. Ein gewöhnlicher Ring fungierte selten als Siegel, eher war des die Magie die sich in einem solchen befand. Die Aussage war es deswegen auch nicht Wert beachtet zu werden. Der zweite Teil war interessanter. Er konnte es nicht selbst beschwören, brauchte wirklich jemanden der diese Aufgabe übernahm. Bei Lilith war er jedoch an der falschen Adresse für so etwas, das auf jedenfall. Das Lilith nicht ganz unschuldig an dem Siegelbruch war konnte sie nicht wissen, weshalb sie dies auch nicht als Grund nahm für das was sie vor hatte. "Und die alte Person existiert nicht mehr?" Tot, zerstritten oder eventuell zu böswillig, als sich an diese zu wenden. Es hatte viele Gründe und für so einen Fall mussten auch alle Fakten offen auf den Tisch liegen. Wenn die beiden zum Beispiel die nötige Beschwörung kennen würden, könnten sie sich selbst daran versuchen, auch wenn es gefährlich war. "Ich beherrsche keine solchen Magien." Wenn er überhaupt die Hilfe von Lilith genommen hätte. Sie könnte ja genauso böswillig sein wie andere Dämonen. Vertrauen war immer so eine Sache. "Ich kann aber versuchen dir anderweitig zu helfen." Mit den nötigen Kontakten konnte man eventuell eine alte Hexe oder Magier finden, welcher eventuell so etwas kannte. Alexis musste ihr nur dafür erzählen, worauf er sich eigentlich ein lassen würde, sonst wäre das alles sowieso eher hinderlich bei der Suche. Es war schon fraglich ob er überhaupt hier bleiben würde, jetzt wo er wusste das Lilith persönlich nicht aushelfen konnte.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am So 26 März 2017 - 13:33

(voll verpeilt! o.o)

Er hob ein wenig nachdenklich die Augenbrauen. "Möglicherweise lebt sie noch. Doch wenn, dann weiß ich nicht, wo sie sich derzeit aufhält oder aufhalten könnte." Severin konnte sich überall und nirgends befinden. Es war nicht einmal sicher, ob sie in Aeda lebte oder ob es sie ganz woanders hin verschlagen hatte. Schließlich hatte er sie auch damals nicht hier kennengelernt, sondern viel weiter östlich von hier... Vor vielen, vielen Jahren.
"Das ist bedauerlich", sagte er leise, als Lilith seine Frage zunächst verneinte, indem sie äußerte, keine Siegelmagie zu beherrschen. Es hätte ihn allerdings auch gewundert, wenn sie die Fähigkeit gehabt hätte, einen anderen Dämon zu binden. Und bei ihm war das ohnehin immer so eine Sache, weil es nicht sehr schwierig für ihn war, den Spieß umzudrehen und sich die dabei wohl angewandte dunkle Magie eines Dämon einfach einzuverleiben und sich daran zu stärken. Severin verwandte Lichtmagie, deren Konsum für ihn gefährliche Folgen haben konnte, sodass sie ihn damit von Vornherein davon abhielt, ihre Kraft zu nehmen.
Aber Lilith war mit ihrer Aussage noch nicht ganz fertig gewesen; sie fügte nun noch etwas hinzu, das ihn wieder aufmerksamer machte. "Was meinst du damit", fragte er sie, ein kleines bisschen skeptisch vielleicht, aber nicht misstrauisch. Möglicherweise kannte sie jemanden, der ihm helfen konnte - oder aber sie meinte etwas anderes, das er gerade nicht bestimmen konnte.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am Sa 1 Apr 2017 - 15:28

(*tadelnd schau*)

Lilith würde ja nun gerne den Kopf hängen lassen, denn alles was dieser Mann sagte war nicht gerade das was sie hören wollte. Zu viele Einschränkungen waren für die Hilfe vorhanden. Alexis kannte keine weitere Person, die alte war nicht mehr anwesend, Lilith konnte solche Magie nicht. Das einzige was Lilith nun noch vorschlagen konnte war vermutlich einfach die Hilfe, dass sie jemanden suchte der ihn weiter leiten konnte. Lilith war nicht gerade eine Person, welche nicht die richtigen Kontakte hatte. Der Untergrund war ihr eigentlich zu wider, doch war sie leider ein Teil davon und kannte dementsprechend auch viele Persönlichkeiten, welche gerne, für die richtige Vergütung einen Tipp gaben. Die Vergütung war jedoch nicht immer bindend, manchmal gab es auch einfach nur Drohungen. "Kommt darauf an. Was für Hilfe würdest du denn annehmen?" Wenn sie nun einen großen Plan aufdeckte und er am Ende einfach 'nö' sagte, weil er glaubte das dieser nicht zu trauen war, dann hätte Lilith wohl ihre Zeit einfach nur verschwendet. Sie blickte den Mann weiter aus ihrer Position an und hatte aber auch noch immer nicht das Verlangen danach ihm näher zu kommen. Er wirkte zwar nicht mehr wie der scheue Welpe, welcher zu Anfang noch vor Lilith "floh", aber man musste es doch auch nicht provozieren ihn zu verjagen. "Wie stehst du zum sogenannten Untergrund?" Mal gleich angefragt.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

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