Ein Tag im Jahre 1990

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am So 5 Feb 2017 - 14:45

Alexis ignorierte den Ruf des Mädchens und wurde nicht einmal langsamer, während er sich von dem Jugendlichen und dem Platz, an dem er gerade noch gestanden hatte, entfernte. Es wäre dumm, auf sie zu warten. Er konnte nicht einschätzen, warum sie das wollte, musste aber um seiner eigenen Sicherheit willen davon ausgehen, dass sie keine guten Absichten hegte. Weshalb sollte sie? Seine Lebenskraft wirkte auf andere Dämonen in der Regel genauso verlockend wie die ihrige auf ihn. Wenn nicht sogar noch mehr, immerhin war er nicht umsonst Kind eines Inkubus. Und schließlich übte er eine gewisse Art der Anziehung auf jedes zweibeinige Wesen aus.
Er blieb also nicht stehen, verfiel jedoch auch in kein allzu schnelles und auch in kein gehetztes Tempo. Das fiel schließlich nur noch mehr auf. Genaugenommen bewegte er sich nach wie vor so vollkommen, dass man hierfür den Catwalk hätte überdenken müssen. Was nicht bedeutete, dass er sich wie eine Frau bewegte. Er bog in eine Seitengasse ab, um erst einmal von der Fußgängerzone wegzukommen, auch wenn es dort nicht voll gewesen war. Von Liliths Schatten sah er mit ihr im Rücken natürlich nichts, doch dass er ihre Präsenz spürte, reichte immerhin auch vollkommen aus, während der ein oder andere Passant schon lieber einen Bogen um sie gemacht hatte. Er zog sich den schwarzen Ring vom Mittelfinger und steckte ihn in die Manteltasche, er war nun ohnehin nutzlos.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am So 5 Feb 2017 - 15:19

Es war irgendwie klar, dass der Mann nicht einfach stehen blieb. Er wollte wohl wirklich weg kommen. Ob er vor Lilith flüchtete oder vor den Menschen in seiner Nähe? Sie konnte es nicht bestimmen und wollte es eignetlich auch nicht. Sie wollte seine Beweggründe für dieses Verhalten nicht deuten. Es war auch nicht sonderlich wichtig, denn alles was für Lilith von Bedeutung war, war die Tatsache das sich dort ein Dämon befand. Sie lief ihm weiter hinterher, natürlich rannte sie nun nicht zu ihm, doch ihren Schritt beschleunigte sie etwas. Sie wollte ihn nicht plötzlich aus den Augen verlieren, weshalb sie zumindest in seiner Nähe bleiben sollte. Einen bösen HIntergedanken, wie die Erlangung seiner Kraft, hatte sie nicht im Sinn. Sie hatte sich genug ernährt an ihrem letzten Auftrag, weshalb es nicht nötig war. Natürlich konnte sie nicht sagen, dass es sie nicht erfreuen würde, doch es war nicht primärer Grund.
Als der Mann dann in eine Seitengasse einbog, folgte sie ihm natürlich weiter. Die Hände steckte sie in ihre Jackentasche, den Blick hatte sie weiterhin stets auf den Kerl gerichtet. "Glaubst du wirklich du wirst mich damit los, dass du einfach vor mir davon läufst?" Fragte sie ihn, mit etwas neugierde in der Stimme. So blöd konnte er nicht sein. Sie hielt nun in etwa das gleiche Tempo wie er ein, damit die beiden immerhin einen vernünftigen Abstand von einander haben. Wie die Leute in ihrer Umgebung darauf reagierten war ihr egal. Wenn sie die Meinung anderer interessieren würde, dann wäre sie heute nicht dort wie sie nun steht. Okay, sie interessierte sich schon dafür, immerhin war sie auch nur wegen Leon heute hier. "Du wirst doch wohl keine Angst vor mir haben, oder?" Unwahrscheinlich das er wirklich Angst hatte. Vieleicht wollte er sich auch einfach vor etwas anderem schützen? Und wer sagte überhaupt das er vor ihr flüchtete? Lilith behauptete es trotzdem einfach. Egozentrisch eben.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am So 5 Feb 2017 - 15:34

Natürlich war ihm klar, dass er in dem Tempo nicht vor der Dämonin weglaufen konnte. Allerdings versuchte er das auch gar nicht, oder vielmehr hoffte er einfach, dass sie das Interesse verlor und von selbst von ihm abließ. Was Wunschdenken war, das war ihm schon bewusst. Dennoch schritt er zielstrebig weiter die Gasse entlang, froh darüber, dass das Mädchen nun wenigstens die einzige in der Nähe war. Der Jugendliche schien zum Glück nicht auf die Idee zu kommen, ihnen hinterherzulaufen.
Das hätte auch gerade noch gefehlt.
Leider äußerte das Mädchen dann aber selbst mehr oder weniger, dass sie ihn nicht in Ruhe lassen würde - und dummerweise führte die Gasse einige Meter weiter vorne zu einer dichter befahrenen Straße. Dadurch, dass er deshalb nun auch langsamer wurde und schließlich stehen blieb, wirkte es wahrscheinlich so, als hätte er auf ihre Frage nach seiner Angst vor ihr reagiert statt erkannt, dass dort vorn noch mehr los war als hundert Meter weiter zurück.
Er atmete langsam aus und wandte sich dann zu ihr um. Wie zuvor bei dem Jungen hob sein Blick sich nicht in ihr Gesicht, sondern richtete sich auf ihre Schulter. "Ich habe keine Angst vor dir", entgegnete er ihr, bemüht darum, nicht dem Drang nachzugeben und sich die Strähne fortzustreichen, die ihm über die Schläfe halb in die Stirn gerutscht war. "Es ist besser für dich, Abstand zu halten." Das entsprach der Wahrheit. Er wollte sie ganz bestimmt nicht angreifen, und noch weniger wollte er von ihr angegriffen werden. Sein Blick senkte sich nun doch auf den Boden, wo er die unruhigen Bewegungen ihres Schattens wahrnahm, die alles andere als vertrauenserweckend schienen.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am So 5 Feb 2017 - 19:49

Glücklicherweise lief der Mann nicht einfach die ganze Zeit weiter, obwohl er wusste das Lilith nicht aufhören würde. Zu dieser Zeit war sie eben noch ein klein wenig anders gestrickt, denn da konnte sie Neugieriger sein. Später war dies anders, doch im Jahre 1990 hatte der Mann eben Pech gehabt, dass er auf Lilith treffen musste. Er blieb stehen und äußerte sich ziemlich verständlich zu Liliths letzter Aussage. Er bestätigte schon die Gedanken, welche Lilith in diesem Sinne hatte. Warum sollte so ein Mann auch Angst vor ihr haben? Wenn er selber ein Dämon war, dann war die Wahrscheinlichkeit wohl auch wirklich geringer dafür. Lilith ließ den Abstand bestehen, den sie zu dem Kerl sowieso schon hatte. Da in dieser Gasse nun im Moment niemand anderes war, standen sich die beiden also einfach nur gegenüber, ohne gestört zu werden. Sie drehte sich noch einmal um, um zu sehen, ob der Junge den beiden gefolgt war. "Aber?" Wenn er keine Angst hatte, weshalb wollte er dann nicht stehen bleiben? Was könnte denn schlimmeres passieren?
Er sprach dann doch eine Warnung aus, die Lilith nicht wirklich verstand. Warum sollte es besser sein? Hatte er vor sie anzugreifen? Er war ja kein Werwolf, welcher ganz plötzlich sich verwandeln würde. Oder er war wie ihr eigener Onkel, denn dieser hatte sich wie ein Werwolf auch oft nicht unter Kontrolle. "Wieso sollte ich Abstand halten? Willst du mir etwa drohen?" Sie hatte weiterhin die Hände in ihre Jacke gesteckt und starrte ihn mit einem etwas schiefen Blick an. Vielleicht sah sie etwas aggressiv aus? Was glaubte dieser Typ den von ihr? Sie schaute hinab zu Deathscythe, welcher sich langsam wieder beruhigte und nur noch hin und wieder tanzende Bewegungen machte. Dieser hatte meist nur an Menschen interesse, nicht an Dämonen. Der Aufwand diese zu bezwingen war meist zu groß, als dass die Belohnung daraus sich gelohnt hätte. Lilith zuckte mit den Schultern, denn auf einen eigenen Kampf war sie nun wirklich nicht aus.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am So 5 Feb 2017 - 20:06

Alexis' Aussage war ganz sachlich gewesen und war weniger eine Drohung als eine bloße Warnung im gutgemeinten Sinne. Von dem Schatten des Mädchens ging etwas seltsames aus, das er nicht wirklich deuten konnte. Und da er sich selbstständig bewegte, ohne dass ein Feuerflackern die Bewegung ausgelöst hätte oder es einen ähnlich plausiblen Grund dafür gab, schien es sich dabei auch tatsächlich um ein eigenständiges Etwas zu handeln. Noch ein Grund, vorsichtig zu sein.
Er war schon froh genug, dass das Mädchen die Lücke zwischen ihnen nicht schloss und in dem Sinne wenigstens auch nicht so wirkte, als wollte sie angreifen oder hätte tatsächlich den Braten gerochen - so ungefähr. Dass Lilith nicht "hungrig" war, konnte er aber immerhin auch nicht wissen.
"Nein", entgegnete er ihr ruhig. Überhaupt machte er nach außen hin noch immer einen ziemlich gefassten und ausgeglichenen Eindruck, obwohl es in seinem Inneren ganz anders aussah. Der Drang, einfach nachzugeben und das Mädchen zu berühren, war ziemlich groß. In der Öffentlichkeit nicht nur deshalb eine gute Idee, weil es einfach falsch gewesen wäre. "Ich könnte dich verletzen." Auch die Aussage hätte man als Drohung verstehen können, dabei war es nur die Antwort auf ihre Frage; möglicherweise schadete er ihr, wenn sie näher kam. Vermutlich nicht, weil er sich noch im Griff hatte, aber garantiert war es nicht, und er ging ja gerade nicht zum Spaß irgendwohin, wo keine Leute waren.
War es beim letzten Mal auch so schlimm gewesen, als das Siegel gebrochen war? Er konnte sich nicht mehr daran erinnern. Aber es musste dringend wiederhergestellt werden. Nicht nur, damit er Ruhe vor sich selbst hatte, sondern vor allem, um andere nicht zu gefährden. Und keine weiteren Gefährder auf den Plan zu rufen. Sagen tat er das natürlich nicht. Er war niemand, der auch nur irgendein überflüssiges Wort verlor. Wobei man sich bei Alexis gern darüber streiten konnte, was überflüssig war und was nicht.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am Di 7 Feb 2017 - 14:34

Lilith stand nur da und wartete auf die Antwort des Mannes, welcher ihr gegenüberstand. Sie wollte nicht näher treten, denn da er meinte, dass er ihr weh tun konnte, war die Situation etwas angespannter, als Lilith sie eigentlich erwartet hatte. Natürlich war sie darauf gefasst, dass etwas passieren könnte, doch das dieser das so einfach äußerte, verwirrte sie etwas. Zumindest meinte er dann, dass es keine Drohung sei, was zwar positiv war, doch noch immer etwas verwirrend wirkte. Worauf wollte er dann hinaus? War es das, was Lilith sich schon dachte? Hatte er sich einfach nicht unter kontrolle und wollte deswegen fliehen? Lieder war die Dämonin zu neugierig, als das sie ihn einfach fort kommen lassen würde. Die Situation wurde auch nicht besser, nachdem er meinte, dass er ihr weh tun könnte. Sie legte ihren Kopf leicht schief und blickte ihn an.
Er wirkte nicht gerade wie ein Vampir, der seinen Blutdurst nicht unter Kontrolle hatte oder wie ein Werwolf welcher sich gleich verwandlen würde. Im Gegensatz zu diesen Wesen wirkte er mehr gelassen, was das alles relativ komisch wirken ließ. Zutrauen musste man es natürlich jedem, denn jeder könnte böse sein. Nur weil man gelassen wirkte, konnte man trotzdem noch ein Monster sein. "Weil du dich nicht kontrollieren kannst?" Fragte sie nun einfach heraus. Es wäre ja nicht der erste Dämon, den sie in dieser Hinsicht kannte. "Ich bin dir eigentlich nicht gefolgt, weil ich einen Kampf mit dir anstrebe." Nein, damit meinte sie auch nicht, dass sie ihn einfach "bezwingen" würde mit einer einzigen Handlung. Wenn dieses Wesen ein starkes war, dann konnte sie das sowieso nicht. Sie richtete ihren Kopf wieder auf und versuchte freundlicher zu schauen, doch daraus wurde leider nichts. Ihr Blick wirkte immer noch mehr grimmig, als das er wirklich freundlich sein könnte. Natürlich lag dies im Auge des betrachters. Liliths Blick änderte sich kaum von grimmig zu einem lächeln, es wirkte eher neutral.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am Di 7 Feb 2017 - 16:41

Alexis wandte den Kopf bei der Nachfrage des Mädchens etwas zur Seite und drehte auch den Oberkörper kaummerklich ein Stück. Es neutralisierte seine Haltung zu ihr zu einem passiven Auftreten. Sein Blick blieb allerdings weiterhin an ihrer Schulter ruhen. Sie hatte es eigentlich ganz gut auf den Punkt getroffen. Vielleicht hatte sie ja selbst Erfahrung damit gesammelt und wusste, was los war. Es war nichts Ungewöhnliches für einen Dämon, Energie anderer Lebewesen zu konsumieren. Und es war auch nicht wirklich ungewöhnlich für einen Dämon, so großes Verlangen danach zu verspüren, dass er es schwer aushielt.
Er entspannte sich ein kleines bisschen, als die Dämonin äußerte, nicht auf eine Auseinandersetzung aus zu sein – auch wenn sie ihm gut und gerne eine Lüge erzählen könnte. Sein Misstrauen schwand auch nicht gleich. Dafür hatte er viel zu schlechte Erfahrungen gemacht, und dafür scheute er Berührungen viel zu sehr. Was nichts damit zu tun hatte, dass er glaubte, Lilith wollte ihn anfassen, das tat er nicht. Nun, auch wenn es nichts Ungewöhnliches gewesen wäre in dieser Situation. Ganz sicher nicht. Er atmete langsam und tiefer aus und schob sich nun doch diese Strähne zur Seite, die ihm halb in der Stirn hing.
„Ja“, antwortete er schließlich auf ihre Frage und blinzelte zweimal in dichter Folge. „Möglicherweise verliere ich meine Selbstbeherrschung dann, wenn du zu nahe bist.“ Deshalb wollte er sie ja auch wegschicken. Blöd nur, dass sie kein Interesse daran zu haben schien, einfach wieder umzukehren und sich aus dem Staub zu machen. Warum musste er auch ausgerechnet heute in die Stadt gehen und dabei ausgerechnet heute einem anderen Dämon begegnen?
Sein Blick senkte sich auf ihren Schatten. Er hatte sich wieder etwas beruhigt, was vermutlich auch unbewusst dazu beigetragen hatte, ihm ein wenig seine Anspannung zu nehmen. „Wer bist du?“, fragte er sie. Für die meisten eine einfache Frage; Alexis hingegen fragte nicht umsonst nicht etwa „wie heißt du“ oder „wie ist dein Name“. Nein, es hatte eigentlich immer einen Grund, weshalb er was wie sagte.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am Mi 8 Feb 2017 - 1:17

Wieder wartete Lilith nur auf die Antwort des anderen Dämonen, ohne sich großartig zu bewegen. Sie schaute ihn an, so als würden die beiden gleich ihre Pistolen aus dem Holster ziehen und wer zu erst zu Boden ging war der Verlierer. Natürlich nicht mit der gleichen Aggressivität dahinter, sondern einfach nur mit der Konzentration, denn sie wollte nicht das er plötzlich verschwand. Sie wollte ihm genau im Auge haben, wie er sich gab und was er machen wollte. Es bestand immerhin immer noch die Chance, dass er sich umdrehte und verschwand. Zudem konnte er aber auch, wie er selbst schon sagte, Lilith verletzten, weswegen sie eigentlich doppelt aufpassen musste.
Sie schaute ihn wieder mit einem schiefen Blick an. Nun musste sie nur noch den Zusammenhang dahinter verstehen. "Weil du mich als Bedrohung wahrnimmst oder weil etwas in dir ausbrechen möchte? Oder, weil ich auch ein Dämon bin?" An ersters glaubte sie eigentlich nicht in diesem Zusammenhang, dass dieser Mann sie als Bedrohung an sich sah, doch wenn es wie bei ihrer Familie war, dann könnte auch etwas in ihm dafür sorgen, dass sie als Bedrohung gesehen wurde. Bezüglich so etwas, konnte sie viele Fragen stellen, immerhin kannte sie es aus persönlichen Gründen. Ihre draufgängerrische Art hatte sie in der vorherigen Straße gelassen, denn immerhin war Lilith auch ein 'Kind', welches nicht einfach stoppen konnte, wenn etwas neues kam, was sie so noch nicht kannte. Da war ein wahrscheinlich reicher Mann, der mitten auf der Straße einen Streit mit einem Jüngling anfing, der sich dann auch noch als Dämon herausstellte, wohl wirklich etwas neues. So jemanden traf man nicht immer wieder. Aber wenn sich der Kerl als langweilig herausstellen würde, dann würde Lilith wohl auch einfach gehen. Das wäre zum Beispiel dann der Fall, wenn er für sie nicht nützlich war. "Ich bin nur eine neugierige Passantin, welche nichts bessers zu tun hat." Ein Scherz. Auch wenn man an ihrer Tonlage auch denken konnte, dass sie es ernst meinte. Ein Makel, welcher ihr sogleich auch auffiel, weswegen sie wieder zum Reden ansetzte, immerhin wollte sie nicht, dass der Typ weg ging. "Mein Name ist Lilith, eine Dämonin, welche auf der Suche nach ganz bestimmten Dingen ist. Zwar bist du kein Objekt meiner Suche, doch dein plötzliches auftreten mit dämonischer Kraft hat meine Neugierde geweckt." Und die von Deathscythe. "Die Frage möchte ich jedoch auch zurückgeben. Wer bist du?" Viel zu höflich für ihre eigentliche Art, doch ein wenig war da natürlich auch eine spielerische Weise dabei. Immerhin musste man sich in manchen Situationen höflicher geben als man eigentlich war. Man betrog damit zwar seinen eigenen Charakter, doch war dies wirklich so schlimm?

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Alexis am Mi 8 Feb 2017 - 10:14

Er blinzelte bei ihren Fragen erneut, diesmal langsamer, und senkte den Blick dabei auch für einen Moment. Dass sie selbst ihn die ganze Zeit ansah, bemerkte er sehr wohl, obwohl er es nicht tat. Einerseits deshalb weil sein peripheres Sichtfeld sehr gut funktionierte. Andererseits spürte er es einfach. An ihrer Präsenz, der Aura. Von ihrer Aufmerksamkeit schien tatsächlich nichts Bedrohliches auszugehen, obwohl der Dämon darin sehr deutlich war. Doch nur, weil sie neugierig war, hieß das ja nicht, dass sie harmlos war.
Als neugierig stellte sie sich gerade auch selbst da und behauptete, nichts besseres zu tun zu haben. Was ihm ein wenig seltsam erschien. Gab es nicht viele bessere Dinge als jemandem nachzugehen, der offensichtlich versuchte, von anderen wegzukommen?
„Du hast mit all deinen Vermutungen recht“, gab er schließlich zu, als sie geendet hatte, und hob das Augenmerk nun doch für einen Moment in ihr Gesicht. Der Ausdruck in den roten Augen war aufmerksam und tief, die Züge aber weiterhin glatt und unberührt.
Nun, Liliths Frage, ob er sie als eine Bedrohung wahrnahm, musste man vielleicht in der Hinsicht deuten, dass sie genau das tat, weil sie ein Dämon war – was mit der dritten Frage zusammenhing. Aber Alexis machte sich nicht die Mühe, es zu erklären. Vermutlich verstand sie es auch so. Er erkundigte sich seinerseits nicht danach, was genau sie damit meinte, auf der Suche nach Dingen zu sein, zu denen er jedoch nicht dazugehörte. Sie sah jung aus, jünger als er, auch wenn das letztlich nichts aussagte.
Genauso, wie er die Frage gestellt hatte, nahm er natürlich war, dass Lilith nicht nach seinem Namen fragte. Und auch, wenn „wer bist du“ heutzutage genauso gut „wie heißt du“ bedeuten konnte, hatte sie seine Frage doch so beantwortet, wie er sie gemeint hatte. Weshalb er dasselbe tat: „Ich bin Alexis.“ Sein Blick richtete sich wieder auf Liliths Schulter. „Ich lebe in dieser Stadt.“ Freilich keine sehr aufschlussreiche Antwort, im Grunde war sie aber ziemlich umfassend. Denn mehr als hier zu leben, tat er zur Zeit wirklich nicht. Und sein Name beschrieb, wer er war.
Er atmete langsam aus, sich bewusst darüber, dass er dem Mädchen gerade vermutlich durch seine Aussagen nicht gerade zum besseren Verständnis seiner Situation verholfen hatte. Und es nützte ja doch nichts. Möglicherweise ließ sie sogar eher von ihm ab, wenn sie wusste, was das Problem war, weil ihre Neugier dann gestillt war.
„Das Siegel, das mein Wesen bindet und es vor anderen verbirgt, ist zuvor gebrochen“, erklärte er nach kurzem Zögern. Und zögern tat er nicht nur wegen des noch immer verbleibenden Misstrauens, sondern auch, weil es eine ziemlich eindeutige Information über ihn selbst war, die er Lilith gab. Ein schwacher Dämon musste nicht gebunden werden. Um das Verbergen konnte man sich streiten. Auch schwache Dämonen wollten nicht unbedingt von anderen gefunden werden. „Dadurch stelle ich eine Gefahr dar.“
Selbst jetzt spürte er das Pulsieren von Liliths Lebenskraft. Und deutlicher als sonst, dass er bei weitem nicht so gut versorgt war wie er es hätte sein sollen. Ohne das Siegel eine wirklich unpassende Tatsache.

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Re: Ein Tag im Jahre 1990

Beitrag  Lilith am Do 9 Feb 2017 - 14:48

Gespannt wartete Lilith natürlich darauf, was der Mann zu sagen hatte zu ihren Fragen. Zu ihrer Überraschung waren jedoch alle ihre Annahmen richtig, was kurz Verwirrung bei ihr auslöste. Es waren jedoch nur ein paar Sekunden, bis sie wieder in ihrem Kopf reproduzieren konnte, was ihre Fragen genau waren, immerhin hatte sie sich darauf eingestellt, dass es eventuell nur eine Begebenheit war. "Und was in dir, löst in dir diesen Drang aus?" Eventuell ein Fluch? Es wäre vermutlich interessant, wenn es einer wäre. Doch wenn man es anders betrachtete, wäre es natürlich auch interessant zu erfahren, weshalb er so war. Warum sollte ein Wesen wie er, dass schon bei einem normalen Dämon wie Lilith, der in der Dämonenwelt wohl nicht besonders interessant ist, in die Stadt gehen? Die Wahrscheinlichkeit war doch hier in Aeda schon hoch, auf einen normalen Dämonen zu treffen. Lilith würde natürlich nun ihr Notizbuch auspacken und alles protokolieren was er sagte, doch das wäre viel zu unhöflich und würde ihn doch nur dazu bringen, nicht weiter zu reden.
So wie Lilith es tat, antwortete auch Alexis auf die Frage, auch wenn seine Antwort nun nicht dem entsprach, was Lilith wohl hören wollte. Er lebte in dieser Stadt. Eine Aussage, welche zwar nicht den Informationsfaktor 0 hatte, doch trotzdem sehr gering war. Lilith wär es wohl auch egal gewesen, wenn er aus Ore-Town, Okahan oder sonst wo aus Aeda kommen würde. Der Grund warum die Info nicht ganz so unwichtig war, war weil sie ihr wenigstens sagte das er eventuell schon länger hier lebte. Er könnte natürlich von woanders her stammen, doch gab es auch die Möglichkeit das er vielleicht auch eine gewisse Ahnung über Aeda behielt. Er wirkte zwar nicht sonderlich gesprächig, doch vielleicht kam er doch an Informationen, welche Lilith gebrauchen könnte? Ein Dämon musste doch zumindest etwas interessantes wissen.
Alexis, wie er hieß, erklärte, dass zuvor sein Siegel gebrochen war, das ihn bindete. Er bindete also sein Wesen, damit er nicht in den Fall kam, dass er andere bedrohen musste. Doch war das wirklich sinnvoll? Zu Anfang ihrer Macht versuchte Lilith natürlich das gleiche mit ihrem Begleiter, doch irgendwann war es ihr egal. Sie vermied es ihn zu versiegeln, da es nunmal von nun an ihr Wesen war. Die Natur hatte sich so gegeben. "Das heißt dein Siegel bricht schon, nur weil du ein kleines Problem mit einem Jüngling hast?" Das das Siegel zuvor wohl schon etwas angebrochen war, konnte sie natürlich nicht wissen. Sie wusste nur, dass die dämonische Macht in Alexis stärker aufflackerte, als dieser gerade mit dem Jungen zu tun hatte.

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