Weite Graslandschaft

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Alexis am Sa 19 Sep 2015 - 21:43

Er beobachtete Claudius dabei, wie er den Blick hob und sich umsah. Sein Augenmerk streifte scheinbar erst die Umgebung und dann den Himmel. Ein leichtes Lächeln erschien auf seinen Lippen, als er fragte, ob er ihn zum Sterneschauen hierher gebracht hatte. Das Lächeln von Claudius sagte genug darüber aus, dass es in Ordnung war, hier zu sein.
Er trat einen Schritt zurück, damit er sich frei bewegen konnte, wandte sich dann aber auch halb um, sodass auch er zu dem Gebäude sehen konnte, das sich in einigen Metern Entfernung befand. "Ja. Eine Volkssternwarte", antwortete er. "Sie ist öffentlich zugänglich." Er hätte mit Claudius auch in eine andere Sternwarte einbrechen können. Doch er wusste nicht, wie man Teleskope bediente. Weshalb das wenig gebracht hätte, selbst wenn die Geräte dort noch besser sein sollten.
"Du hast erzählt, dass du früher mit deinem Vater die Sterne angesehen hast." Er blinzelte und sah zur Spitze des Gebäudes hinauf. "Ich dachte, es wäre schön, wenn du es einmal wieder tun kannst."
Zwar hatte Claudius allgemein davon erzählt, dass er mit seinem Vater schon durch ein Teleskop die Sterne angesehen hatte, doch Alexis wusste nicht, ob er vielleicht schon einmal hier gewesen war. Und er wollte auch nicht in seinen Wunden bohren, weshalb er anfangs unsicher gewesen war, ob es wirklich eine gute Idee war, herzukommen. Doch sein Wunsch, Claudius herzubringen, war größer gewesen. Wohl auch, weil er etwas sehr Positives damit verband, "die Sterne anzusehen". Es war schön gewesen, im vergangenen Jahr in Okahan. Und außerdem... Verband er damit auch seinen ersten Kuss mit Claudius.

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Claudius am Sa 19 Sep 2015 - 21:59

Er hatte mich also wirklich her gebracht, um mit mir die Sterne anzusehen. Da war ich ja gar nicht so schlecht im raten gewesen.
Ich sprach es jedoch nicht aus. Also dass ich tatsächlich daran gedacht hatte. Es hätte irgendwie so gewirkt als ob es dann nur so eine nullachtfünfzehn Idee von Alexis gewesen wäre, was ich überhaupt nicht so empfand. Ich sah mir gerne die Sterne an, das war nicht nur so daher gelabert gewesen damals. Und wie auch Alexis verband ich das schon mit dem Beginn unserer... Naja... ziemlich verworrenen Beziehung? Oder so? Jedenfalls musste ich daran denken, dass ich ihm vorgeschlagen hatte, die Sterne anzusehen und ihn kurz darauf zum ersten Mal geküsst hatte.
"Ja. Das ist echt toll...danke..."
Mein Lächeln schwächte langsam ab, doch dafür hatten meine Augen zu funkeln begonnen. Eine Sternwarte. Ich war nur als Kind einmal mit meinem Vater in einer gewesen, und das auch nur, weil einer seiner Freunde dort gearbeitet hatte. Es war toll gewesen... Es war eine schöne Kindheitserinnerung.
Und ich freute mich gerade wirklich. Deswegen strahlte ich auch das Gebäude vor uns an. Und die Sterne. Und deswegen vergaß ich gerade wohl auch, mich vom Fleck zu bewegen.

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Alexis am Sa 19 Sep 2015 - 22:13

Er strich sich eine Strähne von der Schläfe und wandte sich langsam wieder zu Claudius um. Erst, nachdem er wieder gesprochen hatte. Ein sanftes Lächeln lag auf seinen Lippen und der warme Ausdruck saß auch in seinen Augen. Claudius schien sich wirklich zu freuen, und das bedeutete ihm hieran am meisten. Man konnte ihm ansehen, dass er sich freute...
Alexis hatte es nicht eilig und ließ ihm deshalb Zeit, sich umzusehen. Oder das kleine Gebäude anzusehen vielmehr. Es war eine alte Sternwarte, fast schon historisch, wenn man so wollte.
Er hatte sich schlaugemacht, bevor er beschlossen hatte, hierher zu kommen. Ganz verlassen war die Sternwarte auch jetzt nicht. Eine Person war darin, die sich an bestimmten Wochentagen hier aufhielt, sowohl um selbst die Sterne zu beobachten, als auch falls Besucher herkamen. Das Auto des Menschen stand auf der anderen Seite neben dem Gebäude, sodass man es von hieraus nicht sehen konnte.
"Möchtest du dich erst noch hier draußen aufhalten?", fragte er Claudius nach einer weiteren Minute, in der er sich nicht geregt hatte, oder zumindest keine Anstalten machte, zu dem Gebäude zu gehen.

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Claudius am Sa 19 Sep 2015 - 22:20

Ich blinzelte und wandte den Blick von dem Haufen Sternen ab, der sich direkt oberhalb der Sternwarte befand. Also von meiner Perspektive aus natürlich. Es waren so viele...von der Stadt aus waren sie kaum zu sehen, wenn überhaupt.
"Oh...eh...ja, wir können gerne rein gehen." Ich senkte den Blick in Alexis' Gesicht und lächelte ihm zu, trat einen Schritt vor und griff nach seiner linken Hand, um sie leicht zu drücken. Es war ein stiller Dank, eine Aufmerksamkeit, und ein Kuss, ohne dass ich dafür meine Lippen auf seine legte. Quasi, also... Okay, es war ein schnulziger Gedanke, jaaah...
Ich setzte mich mit ihm in Bewegung und trat langsam auf das Gebäude mit dem runden Dach zu. Es sah ganz anders aus als das, in dem ich mit Dad gewesen war. Älter irgendwie, fast schon wie eine aufrecht erhaltene Ruine. Ich war mir nicht sicher, ob sich darin noch ein Teleskop befand zum Sterne anschauen. Aber selbst wenn nicht: der Himmel war so voll mit Sternen und so schön heute Nacht. So konnte man ihn wirklich nur irgendwo in der Pampa sehen.
Allerdings war da die schwache Ahnung eines gleichmäßigen Impulses, als ich mich mit Alexis dem Gebäude soweit genähert hatte, das ich die Stirn leicht runzelte. "Ist jemand dort drinnen?", fragte ich Alexis leise und fixierte die Eingangstür.

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Alexis am Sa 19 Sep 2015 - 22:32

Sein leichtes Lächeln, das da schon die ganze Zeit in seinen Mundwinkeln saß, wurde wieder deutlicher, als Claudius ihm zustimmte und dann nach seiner Hand griff und sie leicht drückte. Er ab den sanften Druck für einen Moment zurück und hielt seine Hand danach auch weiter fest, wobei er mit ihm zusammen auf das alte Gebäude zu ging. Die Sternwarte selbst war historisch, doch die Ausstattung sollte angeblich der Zeit angepasst sein.
"Ja", antwortete er auf Claudius' Frage. "Ohne jemanden, der weiß, wie man mit den Gerätschaften umgeht, könnte ich mit dir nicht durch ein Teleskop sehen." Sein Lächeln wurde noch einmal etwas breiter. "Doch scheinbar sind wir heute außer ihm die einzigen hier." Was er sehr gut fand. Es war also fast so, als seien sie allein. Er hatte auch nicht vor, nur durch das Teleskop zu sehen und danach wieder zu fahren. Nein, er wollte sich die Sterne auch so mit Claudius ansehen, wirklich ohne eine dritte Person. Deshalb hatte er ja gesagt, dass sie nicht vor ein oder zwei Uhr zurück sein würden.
An der Tür blieb er stehen und drückte Claudius' Hand noch einmal, ehe er sie fahren ließ und die Türklinke drückte. Er ließ Claudius den Vortritt in das Gebäude hinein.

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Claudius am Sa 19 Sep 2015 - 23:05

Klang vielleicht auch blöd, aber als ich mit Alexis Hand in Hand auf das Gebäude zu ging, fühlte ich mich tatsächlich einen Moment lang in meine Kindheit zurück versetzt. In dem Moment ging ich an der Hand meines Dads zum ersten Mal in so ein komisches Gebäude, aufgeregt, weil er mir erzählt hatte, dass man, wenn man Glück hatte, sogar Außerirdische und Ufos mit dem Teleskop sehen konnte. Ich hatte es ihm natürlich geglaubt, ohne es zu hinterfragen, auch, als ich keine entdeckt hatte in der Zeit, in der wir dort gewesen waren.
Alexis öffnete die Tür und ließ meine Hand los und ich trat voran in den runden Raum, der sich hinter der Tür und in dem Gebäude verbarg. Im Gegensatz zu der antik anmutenden äußeren Erscheinung der Sternwarte war der runde hohe Raum recht modern. Der Boden war mit glatten Steinfließen von rötlicher Farbe ausgelegt und sauber und an der runden Wand befanden sich in regelmäßigen Abständen Lichter, die nur gering Licht abgaben. Sicher gab es irgendwo einen Schalter, an dem man die Lichtintensität verstärken oder abschwächen konnte.
An der rechten Seite des Raums befand sich eine weitere Tür, die geschlossen war. In der Raummitte lag ein runder Teppich mit kurzen borstigen Stoppeln, auf dem wiederum ein Tisch mit einem detailreichen Nachbau unseres Sonnensystems befand. Die kleinen Planeten drehten sich langsam im Kreis.
Links gab es eine Wendeltreppe, die auf eine Erhöhung hinauf führte. Dort befand sich das Teleskop, sowie ein Computer und viele andere Geräte, die sicherlich von einem Mann bedient wurden, der bei dem Geräusch der sich öffnenden Tür aufgestanden und an das Geländer getreten war, um zu uns hinab zu blicken.
"Ooh, hallo", machte er als er uns erblickte, mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Er trat zur Treppe, blieb jedoch auf dem oberen Absatz stehen, anstatt zu uns hinunter zu kommen. "Sternengucker, sie mal an. Ist schon eine Weile her das sich jemand unter der Woche zu so einer späten Stunde hierher verirrt hat. Immer herein spaziert, die Herren."
Ich warf Alexis einen Blick zu und schmunzelte, setzte mich da auch schon wieder in Bewegung und trat auf die Treppe zu, um zu dem Mann hinauf zu steigen.
Es war schwer einzuschätzen, wie alt er war. Er hätte dreißig oder fünfzig sein können, keine Ahnung. Auf jeden Fall sah er aus wie die typisches Vorstellung eines Nerds. Er hatte eine Brille mit dicken Gläsern, eine verstrubbelte Frisur mit dunklen Haaren, hier und da von grauen Strähnen durchzogen, und trug lässige und praktische Kleidung. Also zumindest war das weiße Hemd mit der Krawatte nicht eng und wirkte recht bequem, zusammen mit der scheinbar ein paar Nummern zu großen Jeanshose. Hier hatte scheinbar jemand seinen Traum zum Beruf gemacht. Der Typ wirkte nicht direkt durchgeknallt oder ungepflegt, aber er schien einen Großteil seiner Freizeit hier mit den Sternen zu verbringen.
Und er schien sich sichtlich über Besuch zu freuen.
Er verbeugte sich tief, als wir das obere Ende der Treppe erreichten. "Wünsche einen guten Abend. Mein Name ist Benett , Joseph. Nennt mich einfach Joe. Und Sie sind...?" Er sah zwischen uns beiden hin und her.
"Hey...ich heiße Claudius." Ich hob die Hand und streckte sie Joe entgegen, damit er sie schütteln konnte, worauf er scheinbar ganz scharf war. Das Kerlchen wirkte recht hibbelig. Wer wusste schon, wie viel Kaffee er intus hatte. Übrigens war Joe einen Kopf kleiner als ich. Deswegen Kerlchen.

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Alexis am Sa 19 Sep 2015 - 23:27

Alexis kannte die Volkssternwarte nur von Bildern, er war selbst noch nie hier gewesen. Trotzdem war es halbwegs vertraut, und er orientierte sich kurz. Da war das Planetensystem auf dem Tisch in der Mitte, und auch das Teleskop war von hier unten aus mehr als gut zu sehen. Es war ziemlich groß, und das Objektiv war aus der geöffneten Kuppel der Sternwarte hinaus in den Nachthimmel gerichtet.
Den Mann, der sich oben auf der Plattform mit dem Teleskop befand, hatte Alexis längst bemerkt, und er hatte nun offensichtlich auch sie gehört, als sie eintraten und die Tür dann mit einem leisen Geräusch ins Schloss fiel. Das Licht hier drinnen war angenehm, doch sicherlich konnten Alexis und Claudius mehr von ihm erkennen als der Mann in den ersten Sekunden von ihnen.
Sein Blick glitt noch einmal durch den Raum und blieb kurz an dem Planetensystem hängen, das sich sachte bewegte. Doch er ging dabei weiter und folgte Claudius dann auch die Treppe hinauf zu dem Mann, der ganz allein hier war und festgestellt hatte, dass sie ein unter der Woche seltener Besuch seien. Natürlich. Oretown lag schließlich ein ganzes Stück weit weg und der Großteil der Leute musste trotz der Sommerferien am nächsten Tag arbeiten. Der Mann, der sie am oberen Ende der Treppe erwartete, war vom Alter her schwierig zu schätzen, schien jedoch menschlich und deshalb wohl irgendetwas zwischen dreißig und fünfzig zu sein - so sah es auch Alexis. Wenn er sich hätte festlegen müssen, hätte er vierzig gesagt. Er war recht klein für einen Mann, trug eine Brille mit dicken Gläsern und wirkte mit ihr und der Kleidung wie jemand, der seinen Beruf mit Leib und Seele ausübte. Viel Fachwissen angesammelt hatte und es gern teilte. Er schien sympathisch und aufgeweckt.
Alexis hatte ihm zur Begrüßung höflich zugenickt und seine Verbeugung stumm zur Kenntnis genommen. Wie in der Regel streckte er jedoch im Gegensatz zu Claudius nicht die Hand zum Gruß aus. Und obwohl er wusste, dass viele Leute es als unhöflich empfanden, diese Geste zu verweigern. Dafür senkte er den Blick und neigte auch den Kopf erneut. "Mein Name ist Alexis Seymour", stellte er sich dann vor und hob den Kopf wieder an. Sein Augenmerk fand jedoch nur bis zur Schulter des Mannes, der sich als Joseph Benett aka Joe vorgestellt hatte.

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Claudius am Sa 19 Sep 2015 - 23:45

Joe schien es nicht seltsam zu finden, dass Alexis keine Anstalten machte, ihm die Hand zu reichen, was gut auch daran liegen konnte, dass er selbst vielleicht ein wenig durchgeknallt war. Vielleicht war er auch einfach keiner dieser zugeschnürten Leute, denn er duzte uns auch. Bei ihm wirkte das jedoch alles andere als unhöflich, sondern eher noch kumpelhaft. "Freut mich." Er lächelte uns beiden aufrichtig zu. Ein wenig erinnerte mich der Ausdruck in seinem Gesicht als das eines Kleinkindes, das gerade ein Geschenk bekommen hatte und deswegen aufgeregt war. Wahrscheinlich war er wegen unseres Besuchs ganz aus dem Häuschen, oder so.
"Soo also...wenn ihr schon zu so einer Uhrzeit oder überhaupt hierher kommt, wollt ihr sicher einen Blick durch das Teleskop werfen, nicht wahr?" Er wandte sich mit einem fragenden Ausdruck halb von uns ab und gab den Blick frei auf das riesige Teleskop, das durch den Spalt in der runden Kuppel hinauf in den Himmel ragte. Auch hier oben war das Licht gedämmt, hell genug, dass ein Mensch noch etwas lesen konnte, aber nicht grell oder normal hell, wie in einem gewöhnlichen Wohnhaus.
Joe wandte sich von uns ab und wuselte zu dem Sessel hinüber, der sich direkt hinter dem unteren Ende des Teleskops befand. Er sah ziemlich durchgesessen aus und angesichts der Tatsache, dass sich Joe hier scheinbar sehr oft sehr lange alleine befand und nichts anderes zu tun schien, als Sterne zu beobachten, war das auch nichts ungewöhnliches oder seltsames.
"Wenn...wir das dürfen, ja", sagte ich leise, warf Alexis einen fragenden Blick zu und folgte dem zu kurz geratenen Mann. Alexis war mit mir deswegen ja sicher hierher gefahren.
"Gutgutgut. Gibt es denn einen bestimmten Planeten oder ein Sternbild, das ihr euch näher ansehen wollt?" Joe war bereits dabei, irgendetwas in den altmodischen Computer einzugeben. Nicht, ohne uns dabei einen weiteren Blick zu zu werfen. Vielleicht richtete man das Teleskop mit dem Computer aus oder so... Der Freund meines Vaters damals hatte auch nebenher an einem Computer oder so etwas in der Art gesessen.

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Alexis am Sa 19 Sep 2015 - 23:59

Er entspannte sich etwas, als sein Verhalten auf den Mann scheinbar keinerlei negative Auswirkungen hatte. Ihm wäre das ja noch recht egal gewesen, doch er war ja mit Claudius hier, und außerdem war es klar, dass er sich wohler fühlte, wenn andere Leute ihn so akzeptierten, wie er nun einmal auftrat. Joe gehörte aber offensichtlich auch nicht zu der Sorte Mensch, die sich leicht davon beeinflussen ließen, wie Alexis auftrat und welche Präsenz er dabei verströmte. Ihm war das lieber; wahrscheinlich war der Mann einfach besessen genug von seiner Marterie, dass er nichts dafür übrig hatte.
"Sicherlich", bestätigte auch Alexis ihm, als er fragte, ob sie hier seien, um durch das Teleskop zu sehen. Es war so groß, dass man sicherlich nicht nur Planeten damit unter die Lupe nehmen konnte, sondern auch Nebel betrachten konnte, die in den tieferen Weiten des Universums entdeckt worden waren. Er folgte Joe und Claudius hinüber zu der Stelle, von wo aus man durch das Teleskop blickte. Dort befand sich ein Computer, mithilfe dessen man sicherlich die Koordinaten für Himmelskörper eingeben konnte, und unterhalb des Okulars befand sich ein alter Sessel, der schon etwas durchgesessen wirkte.
Bei der Frage huschte sein Blick zu Claudius und er antwortete nicht gleich. Er hatte sich eigentlich nichts Bestimmtes vorgenommen, als er mit ihm hergekommen war, weshalb er es ihm überließ, zu antworten. Vielleicht wusste er ja sicherer, was er sehen wollte. "Kannst du uns etwas zeigen, das im Augenblick besonders gut zu beobachten ist?", sagte er dann aber doch und wandte sich damit wieder an Joe.

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Re: Weite Graslandschaft

Beitrag  Claudius am So 20 Sep 2015 - 11:16

Ich bemerkte Alexis' Blick und schüttelte leicht den Kopf bei der Frage, die Joe uns stellte. Ich hatte nichts bestimmtes vor, mir anzusehen. Es war auch nicht so dass ich mich besonders gut auskannte oder wusste, was gerade aktuell war.
Dafür bekam Joe dann aber von Alexis eine Frage. Oder vielmehr eine Erwiderung auf seine Frage, sodass wir nicht ganz so planlos da standen. "Aber sicher doch", erwiderte er mit einem breiten Lächeln und schien sich auch nicht daran zu stören, dass Alexis sein du erwiderte. Klar, warum auch? Wenn er uns schon von sich aus duzte.
"Es gibt da eine Gruppe Asteroiden, die gerade relativ dicht zueinander durch unser Sonnensystem fliegt." Er wandte sich von uns ab und dem Computer zu, in den er mit flinken Fingern etwas zu tippen begann. "Wir nehmen an dass es eine Gruppe neuer Asteroiden ist, die sich aufgrund einer Kollision zweier Planeten gebildet haben. Das ganze ist aber ein schönes Stück von unserem blauen Planeten entfernt geschehen, es ist also vollkommen ungefährlich für uns.
Ich hab sie mir selbst schon mehrfach angesehen in den letzten Tagen. Sie sind heute Nacht sehr gut zu erkennen und befinden sich zufälligerweise in der richtigen Richtung für das Teleskop."
"Klingt gut", meinte ich leise und lächelte. Asteroiden hatte ich noch nie gesehen... Glaubte ich.
Damit war die Sache schon beschlossen oder Joe war bereits dabei, die Koordinaten zu ändern. Das Teleskop begann jedenfalls, sich zu bewegen. Recht leichte für ein so riesiges Teil, fand ich. Es bewegte sich nur sehr langsam und kam eine gute halbe Minute später bereits wieder zum Stillstand.
Joe schwang sich in den Sessel und warf einen Blick durch das Okular, drehte hier ein wenig an einem schwarzen Rädchen, da an einem etwas größeren. "So, bittesehr." Er sprang wieder auf die Beine und wies mit einer einladenden Geste zum Sessel, wobei er beiseite trat und das Licht -mit einem Schalter irgendwo zwischen den anderen Geräten?- weiter dämmte, sodass es nicht störte.
Ich warf Alexis einen Blick zu, konnte dann aber auch nicht länger abwarten und trat dann zum Sessel, um mich auf ihn zu setzen und durch das Teleskop zu blicken. Joe hatte nicht zu viel versprochen; vor meinen Augen befanden sich eine Reihe kleiner Punkte, die sich als unförmige Gesteinsbrocken identifizieren ließen. Um sie herum befanden sich einige weiße Punkte, die noch weiter entfernte Sterne sein mussten. "Wow", machte ich leise und fasziniert. Sowas hatte ich echt noch nicht gesehen.
Die Dinger mussten Milliarden von Kilometern von uns entfernt sein. Und trotzdem konnte ich sie sehen.
"Sie sind so weit von uns entfernt, dass es so wirkt als schwebten sie auf der Stelle, nicht wahr?", meldete Joe sich, als ob er meinen Gedanken über die Entfernung gehört hätte. Ich nickte, fast schon ehrfürchtig.

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