Lómion

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Lómion

Beitrag  Lómion am Sa 13 Jun 2015 - 23:31

Zu mir: Claudius ^_^

Zum Chara

~ Name ~
Lómion. So wurde er genannt. Den Namen, den er bei seiner Geburt verliehen bekommen hat, ist schon längst in Vergessenheit geraten.

~ Rasse ~
Früher einmal musste er ein Mensch gewesen sein, doch das ist lange her und davon ist, bis auf die Hülle, nichts mehr übrig. Ab dem Augenblick, wo er, der Lómion zuvor gewesen war, diesen Namen bekam, verblasste alles, was mit dem Menschen in Verbindung stand. Und auch bereits davor, Stück für Stück...

Doch was ist er nun? Er ist kein Dämon, obwohl nicht mehr Dunkelheit in ihm stecken könnte. Er ist kein Untoter, obwohl sein Äußeres darauf schließen könnte und Lómion im klassischen Sinne tot ist, da ein Herzschlag und Atemzüge fehlen. Auch kein Geist, da er durchaus real und tastbar ist.
Er ist auch nicht besessen von der Dunkelheit, die in ihm ruht. Er trug sie schon immer in sich...

Er ist bloß ein Schatten. Nicht definierbar.


~ Geschlecht ~
Männlich.

~ Alter ~
Das lässt sich nicht sagen. Er muss schon sehr alt sein, doch da Zeit für ihn keine Rolle spielt und er lange „geruht“ hat und gefangen war, könnte er wohl selbst nicht sagen, wie viele Jahre er nun bereits in dieser Form existiert. Mehrere Jahrhunderte, sicherlich.

~ Aussehen ~
Man könnte meinen, sein Aussehen recht einfach beschreiben zu können.
Lomion hat die Statur eines Wesens, das lange in Gefangenschaft gelebt hat, wenig zu essen bekam und viel Schmerz über sich hatte ergehen lassen müssen. Er hat einen schlanken, mageren Körper, lange, tiefschwarze Haare, bleiche Haut, ein unscheinbares, blasses Gesicht, das früher einmal sicherlich ansehnlich gewesen war, da die Züge eben sind. Sanft zwar, aber auch hart mit den hohen Wangenknochen und den mandelförmigen, nun roten, Augen.

Wäre da nicht das Fehlen jeglicher Emotion in den Zügen. Sein Gesicht wirkt wie eine Maske, vielleicht hat Lómion auch einfach vergessen, dass ein Gesicht in der Lage sein kann, Emotionen zu zeigen.
Womöglich liegt es auch daran, dass Lómion keinerlei Emotionen besitzt. Die Momente, in denen etwas in seinem Gesicht zu lesen ist, sind sehr spärlich und es ist die Frage, was er dabei spürt. Und ob.

Lómions Körper wird meist von einem verschlissenen dunklen Umhang bedeckt, der mit seinem langen schwarzen Haar zu verschmelzen scheint. Der Umhang selbst scheint stets in Bewegung zu sein, wie sich leicht kräuselnder Nebel. Versucht man jedoch, genauer hin zu sehen, ist es unmöglich, die scheinbar vorhandenen Bewegungen mit den Augen zu verfolgen.
Narben hat er viele auf seinem Körper und vor allem seine rechte Schulter weißt eine größere, scheinbar nicht heilen wollende Verletzung auf: Ein kreisrundes Loch, aus dem heraus ein fingerbreiter abgebrochener Holzstiel heraus ragt; der Rest eines Pfeils, dessen Spitze sich in seiner Schulter befindet. Um die Wunde herum verlaufen feine, blutrote Striemen, die bei einem Menschen womöglich auf eine Verletzung hingedeutet hätten, in Lómions Fall jedoch ein Hinweis von Magie ist. Ein Fluch lastet auf der in seiner Schulter steckenden Pfeilspitze. Oder anders gesagt: Er wurde dadurch verflucht.

Sein rechter Arm besteht dadurch lediglich aus blanken Knochen und er verbirgt ihn oft unter dem schwarzen Gewand. Lómion kann ihn bewegen und nutzen wie auch seinen noch vollständig erhaltenen linken Arm, doch vielleicht mag er den Anblick seines rechten Arms selbst nicht, da er ihn an die Geschichte erinnert, die hinter ihm und der Pfeilspitze in seiner Schulter steht. Vielleicht ist es auch bloß eine Angewohnheit.

Seit er das Portal in Sinter's Hole überwunden und seine Freiheit wiedererlangen hat, befindet sich eine dunkle Rune unterhalb seines linken Auges auf seinem Wangenknochen.



~ Charakter ~
Lómions Charakter ist nicht weniger schwer zu fassen wie die Dunkelheit, die sich scheinbar stets um ihn befindet. Es gibt keine charakterliche Eigenschaft, die typisch für ihn wäre. Oft mag es auch so wirken, als hätte er keinen eigenen Willen und wäre von etwas anderem gelenkt. Teilweise mag das auch stimmen, da er mit der Dunkelheit in enger Verbindung steht. Er war nie allein, könnte man sagen... Er hatte stets Begleiter... Doch diese Art von Verbindung hat sich verändert, da die Dunkelheit eng mit dem Land verwoben war, aus dem Lómion ursprünglich stand, und in dem er sich nun nicht mehr befindet... Es ist nun stiller... Doch gewisse Gewohnheiten oder Besonderheiten, die sich durch diese Art der Verbindung gebildet haben, können nicht einfach abgelegt werden...

Es ist wohl das Beste, wenn man sich ein eigenes Bild von ihm macht... Sofern man das möchte...


~ Fähigkeiten/Waffen ~
Der Schatten besitzt keine sichtbaren tragbaren Waffen, doch sollte er unwahrscheinlicherweise welche benötigen, könnte er sie aus dem Dunklen formen, das ihn umgibt und stets bei ihm zu finden ist.

Zudem sind ihm von der Dunkelheit etliche andere Fähigkeiten gegeben. Da wäre zum Beispiel die Fähigkeit, Objekte unterschiedlicher Größe zu bewegen. Auch ist die Dunkelheit in Lómion selbst dazu in der Lage, Einfluss auf die Umgebung zu nehmen. Pflanzen verdörren, Stein wird brüchig, Metall rostet. Es geschieht nicht automatisch in Lómions Anwesenheit, weswegen man davon ausgehen kann, dass er selbst es steuern kann.

Desweiteren kann er sich nicht mit Worten verständigen oder tut es einfach nicht. Die Kommunikation zwischen ihm und einem anderen Wesen ist der Telepathie ähnlich. Die Sprache die er spricht ist alt, doch deren Bedeutung wird sich dennoch in den Köpfen derer entschlüsseln, die ihn hören sollen...

Sicherlich gibt es noch weitere Dinge, zu denen Lómion in der Lage ist... Doch er war lange eingesperrt und das Limit seiner Kräfte ist schwer absehbar, macht er auf Fremde oft auch einen schwachen Eindruck. Dann wiederum ist zu erahnen, was sich alles hinter dem Blick aus den blutroten Augen verbirgt. Etwas lauerndes...


~ Vorgeschichte ~
Der junge Mann gab ein mitleiderregendes Bild ab, wie er von den beiden Wächtern gehalten wurde, um überhaupt noch aufrecht stehen zu können. Sein abgemagerter, von getrocknetem Blut und Dreck beschmutzter, zitternder Körper war in nichts weiter, als einen alten Lumpen gehüllt, die langen Haare hingen wirr über den Schultern und im Gesicht. Die braunen Augen, deren Blick zu Boden gerichtet war, sahen müde aus...sehr müde...und dennoch trugen sie eine sonderbare Aufmerksamkeit in sich...
Totenstille lag über dem Fort, welches auf der Klippe thronte, obwohl an die hundert Menschen dort standen, auf dem Platz...in einem Kreis, so als ob sie um ein Lagerfeuer standen. Alle Augen waren auf den jungen Mann gerichtet...auf den Verurteilten...hasserfüllte Blicke waren es...
Einer löste sich aus der versammelten Menge. Ein älterer Mann, dessen Bart über den feinen Leinenstoff fiel. Sein Gewand besaß einige kunstvoll verzierte Muster und unterschied ihn so von den Anderen, die alle in den gleichen Gewändern gehüllt waren. Der Anführer, König, Herr...
Wortlos drehte er sich um und ging langsamen Schrittes auf die Klippe zu, an der sie standen, der alte Holzstab, der in seinen Händen ruhte, untermalte jeden zweiten Schritt mit einem leisen, hohlen Geräusch.
Etwa Fünf Schritte von dem Rand der Klippe entfernt blieb er stehen und wartete auf den Verurteilten, der von den beiden Wächtern an den Rand der Klippe geschleift, und dort in seiner bemitleidenswerten Haltung alleine stehen gelassen wurde. Sein Blick war nach wie vor gesenkt und obwohl alles den Anschein machte, war es doch keine Unterwürfigkeit, die ihn dazu brachte...
Der alte Mann übergab seinen Stab einem der Wächter und nahm von einer jungen Frau mit geflochtenem Haar einen Pfeil entgegen. Dieser war kunstvoll verziert und wurde durch ein mattes Leuchten umhüllt...
Er wandte sich mit diesem Gegenstand in den Händen um und senkte ehrfürchtig den Blick, während einige leise Worte aus seinem Mund kamen und er den Pfeil schließlich dem für ihn gedachten Bogenschützen übergab, der auf dem Platz wartete. Er hatte sich bereits gegenüber des Verurteilten positioniert.
"Wir haben uns heute hier zusammen gefunden, um uns von einem Verräter zu befreien. Einen Verstoßenen, der uns an das große Unheil ausliefern wollte...," ertönte die kräftige Stimme des Stammesführers und seine Augen richteten sich auf den Verurteilten, der dort an der Klippe stand. Und jetzt erst hob eben dieser den Blick und begegnete dem des alten Mannes, mit einer Neugier im Blick als wüsste er gar nicht, dass es da um ihn selbst ginge...
"...wir verbannen den Verräter in die tiefen des Meeres, wo seine Seele für die Ewigkeit verbannt werden soll, mitsamt seiner Existenz! Wir nehmen ihm alles, was ihm hier geschenkt wurde....und wir geben ihm einen neuen Namen, der all jenen ruhelosen Geistern eine Warnung sein soll, sich mit ihm je einzulassen. Die Einsamkeit soll sein einziger Begleiter sein."
Der Schütze legte den Pfeil an und richtete die Spitze auf den Verurteilten, der da ruhig seines Schicksals ausharrte und sich nicht um den Pfeil zu kümmern schien, der ihm galt...der sich jeden Augenblick in sein Fleisch bohren sollte...
"Lómion!" rief der Stammesführer aus und jetzt bildete sich ein schmales Lächeln auf dem hageren Gesicht des Verurteilten...
"Du wirst nie wieder einen Fuß in die Welt der Lebenden setzen und niemals die Ufer des Paradieses erreichen, das auf jeden von uns wartet! Hiermit verbannt dich dein Volk in die ewige Verdammnis!"
Das Lächeln auf Lómions Gesicht wuchs zu einem Grinsen heran...er öffnete den Mund.
"Ihr werdet alle sterben..." flüsterte er mit heiser Stimme und ließ seine dunklen Augen über die Menschenmenge schweifen...
"Ihr alle...jeder Einzelne von euch...egal ob Kind oder Greis...wir werden euch holen...jeden Einzelnen...und IHR werdet leiden bis in alle Ewigkeit...
Lómion begann zu lachen. Ein von dem Fort wiederhallendes, schallendes Gelächter, das durch Mark und Bein ging.
Der Stammesführer nickte dem Bogenschützen zu, der den Pfeil spannte und schoss...
Das Lachen des Schwarzhaarigen verstummte sofort, als der Pfeil ihn an der rechten Schulter traf. Dadurch, das seine Hände hinter seinem Rücken festgebunden waren und der Schuss seinen Oberkörper zurück rucken ließ, wurde er von der Schwerkraft nach hinten gezogen, über den Rand der Klippe.
Er fiel...und währenddessen wich das Lächeln nicht aus seinem Gesicht...

Lómions Geschichte ist alt. Sehr alt und sehr lang. Sie beginnt nicht einmal so.
Sie beginnt mit einem Menschen, der sich nicht aussuchen konnte, in welche Welt er hinein geboren wurde und wer seine Eltern waren.
Spielen die Eltern überhaupt eine Rolle? Das liegt schon längst im Dunkeln...
Dieser Mensch war nie wirklich Teil der Gemeinschaft. Schon als Kind wurde er ausgegrenzt und gehänselt, weil er anders war als die Anderen. Die Kinder fanden ihn seltsam, die älteren vermieden den Kontakt mit ihm und hielten ihre Kinder fern, obwohl es nie einen Grund dazu gegeben hatte. Der Mensch, um den es geht, war nicht von Grund auf böse oder wünschte seinen Mitmenschen den Tod. Er wünschte niemandem den Tod und er wollte auf niemanden böse sein.
Doch es gab Dinge, die er nicht ändern konnte, weil sie nun einmal so waren. Und weil die Gemeinschaft ihn nicht haben wollte, so nett und freundlich er auch versuchte, zu sein.
Er wurde verletzt. Er wandte sich von der Gemeinschaft ab und zog sich in sich selbst zurück. Er suchte Orte auf, an denen er die Einsamkeit nicht so sehr spürte. Es waren schattige Orte, Orte, die die Mitglieder seiner Gemeinschaft mieden.
Vielleicht bevorzugte er deshalb diese Orte. Weil die Gemeinschaft diese ebenso wenig leiden konnte, wie ihn. Das verband ihn mit diesen Orten.
Und er fand sie auch. Freunde. Freunde, die niemand haben wollte, weil sie anders waren, so wie der Mensch. Aber auch, weil sie Angst und Schrecken verbreiteten. Auch vor dem Mensch hatte man Angst, aber anders. Nicht so, wie vor den Schatten.
Und so glitt der Mensch immer tiefer in die Schatten hinein, wo er sich wohl fühlte und nicht allein war. Sein Hass auf die Mitglieder aus dem Stamm, dem er abstammte, wuchs, weil auch sie begannen, ihn zu hassen. Weil sie spürten, dass er sich mit den Schatten angefreundet hatte.
Das wollte niemand. Das sah niemand gerne. Und obwohl die Gemeinschaft noch etwas hätte tun können, sich Fehler eingestehen und versuchen, alles in eine andere Richtung zu lenken, tat sie es nicht. Sie wählte lieber den wohl schlechtesten Weg, der auf den ersten Blick sinnvoll erscheint, auf der anderen Seite jedoch nie eine Lösung sein kann. Man kann Feuer nicht mit Feuer bekämpfen.
Der nun mittlerweile zu einem jungen Mann heran gewachsene Mensch wurde gefangen genommen und nach langer Folter verurteilt, noch bevor er seinen Hass in die Tat umsetzen und schlimmeres anrichten konnte.
Da gab es ein Ritual in dem alten Stamm in dem alten Land, in dem diese Geschichte geschah. Es wurde in einem Fort an einer Klippe abgehalten, direkt über dem brausenden Meer...


Und das ist der Beginn der Geschichte. Die Dinge, die danach geschehen sind, erschließen sich nur teilweise. Das Land, aus dem Lómion ursprünglich stammt, ist schon längst tot und in Vergessenheit geraten, er selbst konnte offenbar von dort fort gehen.
Was ihn jedoch letztendlich hierher nach Aeda geführt hat und warum er so lange in Sinter's Hole eingesperrt war...
Das ist etwas, das niemand weiß und niemanden je interessiert hat...
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