Das Mädchen, das vom Himmel fiel

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Esther am Mi 26 Dez 2018 - 20:44

Ihr war nicht ganz klar, was der Scherz an Uriels Frage gewesen sein sollte. Vielleicht verstand sie den Humor der Leute hier noch nicht. Aber sie wollte auch nicht nachfragen und eventuell wieder mehr Verwirrung stiften, als sowieso schon im Raum stand. Und, weil er ihr schließlich ja doch zu glauben schien, konnten sie das Thema vielleicht erst einmal abhaken. Also, die Frage danach, ob Esther wirklich ein Engel war oder nicht. Ihr fiel nämlich spontan auch nicht ein, wie sie es Uriel beweisen sollte. Zu der Vermutung, dass womöglich nur ihr Schützling ihre Flügel sah, konnte sie leider auch nicht viel beitragen. „Meinst du?“, fragte sie bloß, wägte den Gedanken kurz ab und zuckte letztlich mit den Schultern. „Ich werde ihn fragen, wenn ich ihn treffe“, sagte sie und lächelte zuversichtlich, obwohl sie irgendwie bezweifelte, dass sie Uriel so bald wiedersehen würde, um ihm darüber zu berichten.
Zum Glück war es auch gar nicht mehr weit bis zum… Café? Zumindest laut dem Schild, das Esther aufmerksam las. Daneben konnte man von einer ausgestellten Karte das Angebot des Cafés ablesen, doch der Engel wollte lieber schnell ins Warme, statt die Seiten zu studieren. Sie nahm an, dass es drinnen auch eine Speisekarte geben würde. Auch wenn sie diese eigentlich nicht brauchte. Ihre Entscheidung stand schon fest. „Danke!“, sagte sie, als Uriel ihr die Tür aufhielt und schlüpfte durch den Spalt ins Innere. Der Geruch, der sie umgehend traf, war angenehm und irgendwie tröstlich. Fast schon nostalgisch, obwohl sie nie in einem Café gewesen war. Trotzdem fühlte es sich so an, als hätte sie etliche Male eins besucht.
Mit großen Augen bestaunte sie jeden Winkel des Lokals — zumindest so lange, bis Uriel sie aus ihrer Träumerei riss. „Nein, brauch ich nicht. Ist schon gut“, lehnte sie den Vorschlag zur Toilette zu gehen, ab. „Ist es egal wo ich mich hinsetze?“, fragte sie anschließend vorsichtig. Uriel hatte zwar gemeint, sie könnte sich einen Platz aussuchen, aber vielleicht waren manche ja schon belegt. „Wenn ja, dann möchte ich mich ans Fenster setzen!“ Sie deutete auf die große Fensterfront, die zur Straße ausgerichtet war. Man saß etwas erhöht auf Hocker-ähnlichen Stühlen — das sah irgendwie spannender aus, als an einem normalen Tisch Platz zu nehmen. Uriels Hand hatte sie noch nicht losgelassen, was praktisch war, weil sie ihn nun in Richtung ihres Wunschplatzes mitziehen konnte. Erst dort angekommen, ließ sie seine Hand los und kletterte auf einen der Stühle. „Kann ich hier einen Kakao bekommen, wenn ich kein Geld hab?“, fragte Esther, vielleicht etwas blauäugig.

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Uriel am Sa 29 Dez 2018 - 14:17

"Keine Ahnung", gab ich zu, als Esther mich fragte, ob ich wirklich meinte, dass ihr Schützling ihre Flügel würde sehen können. "Bisher hab ich immer gedacht, Schutzengel kann man generell nicht sehen und sie greifen nur in brenzlichen Situationen aus dem Hintergrund ein wie... Geister halt." Ich hob etwas ratlos die Schultern. "Aber ich kenn mich halt auch gar nicht aus mit sowas. Wie gesagt, du bist mein erster Engel." Oh, Moment - hatte ich das überhaupt gesagt? Es war für mich halt einfach klar gewesen. "Ja, frag ihn mal." Ich lächelte leicht.
Ich fand es niedlich, wie Esther sich in dem Café umschaute, nachdem wir eingetreten waren, und fragte mich, wie es wohl war, wenn man sowas zum ersten Mal machte. Also, normal machte man sowas zum ersten Mal ja als Kind, und da war dann die Erinnerung vermutlich nicht so flashy, dass man sie sich merkte. Ich jedenfalls erinnerte mich nicht an meinen ersten Café-Besuch. Aber wenn man Engel war oder... Ein Erwachsener, der sowas zum ersten Mal machte, weil... Äh, er es aus irgendeinem Grund vorher nicht gekannt hatte, dann war das bestimmt cool. Cafés waren ja meistens auch echt tolle Orte, wie ich fand. Ich mein, man bekam da heiße Schoki. Kuchen. Torte! Und noch einiges mehr, Waffeln, Kaffee, Cappuccino und so Zeug. Und Tee.
Dieses Café mochte ich jedenfalls und es roch auch schon mal ziemlich lecker hier.
"Na gut", meinte ich nur, als sie meinen Vorschlag mit dem Klo ablehnte und dann wissen wollte, ob wir uns auch ans Fenster setzen könnten. "Klar, überall, wo frei ist und nicht reserviert." Aber nachmittags war ja äußerst selten mal was reserviert. Also dackelte ich mit Esther zu der großen Fensterfront rüber und setzte mich mit ihr an den langen erhöhten Tisch, an dem man wie an einer Bar auf Hockern saß. So konnte man draußen die Leute beobachten.
Bei ihrer Frage gluckste ich und machte mich daran, meine Jacke auszuziehen. "Nee, ohne Geld kriegst du in Läden eigentlich nie was. Außer 'n Schluck Wasser vielleicht. Aber ich lad dich ein!" Das hatte ich eben beschlossen. Esther war nett und kam noch nicht zurecht, war verfroren und musste sich aufwärmen, da konnte ich ihr ruhig 'ne Schoki ausgeben.

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Esther am Mo 31 Dez 2018 - 12:16

Esthers Augen weiteten sich, als Uriel zugab sie wäre der erste Engel, den er traf. Irgendwie hatte sie damit nicht gerechnet. Aber sie wusste auch nicht, wie verbreitet Engel waren und ob sie sich überhaupt als solche zu erkennen gaben. Schutzengel musste es allerdings theoretisch eine Menge geben. „Du hast bestimmt schon ganz oft Schutzengel getroffen. Aber weil du unsere Flügel nicht sehen kannst, hast du bestimmt gedacht wir sind Menschen“, meinte sie nachdenklich. Ansonsten hatte sie ja nichts an sich, was sie irgendwie von Sterblichen abhob. Zumindest kein eindeutiges Merkmal, dass „Ich bin ein Engel“ schrie.
Während Uriel seine Jacke ablegte, wuschelte Esther sich kurz durch die feuchten Haare, als würden sie durch die Reibung irgendwie schneller trocknen. Vielleicht hätte sie den Vorschlag mit dem Abtrocknen doch annehmen sollen, so wie sie hier alles volltropfte und wahrscheinlich die genervten Blicke der Mitarbeiter erntete. Dass sie ohne Geld nichts außer Wasser — nein, danke, davon hatte Esther schon genug abbekommen — bekam, ließ ihre Mundwinkel kurz nach unten wandern, bevor Uriels Angebot wieder dafür sorgte, dass sich ein dankbares Lächeln auf ihre Lippen schlich. „Wirklich? Danke!“ Ob sie einfach nur unverschämtes Glück mit Uriel hatte oder ob alle an seiner Stelle so freundlich zu ihr wären? Sie drehte sich auf dem Hocker, um statt aus dem Fenster zu schauen das Café überblicken zu können. „Uriel? Kann ich sowas bekommen?“ Sie zupfte an seinem Ärmel und deutete auf ein Werbeplakat, das ein neues Wintergetränk präsentierte. Die kleingedruckten Inhaltsstoffe und Zutaten, (die gar nicht so kleingedruckt, aber für Esther gerade eher uninteressant waren), las sie gar nicht. Dafür war sie hin und weg von den bunten, kleinen Marshmallows, die das Getränk zierten.

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Uriel am Mi 2 Jan 2019 - 18:41

Erst weiteten sich Esthers Augen - bei ihren Worten dann aber meine. "Waaas, du meinst, du bist dann gar nicht mein erster Engel?", fragte ich sie und zog kurz einen Flunsch. "Na ja, egal", kam aber gleich darauf. "Du bist der erste Engel, von dem ich weiß, dass er ein Engel ist, also zählen die anderen nicht." Und bestimmt hatten die anderen Schutzengel auch noch nicht mit mir gesprochen. "Gibt's denn so viele von euch? Und hat eigentlich jeder einen? Weil... Dann müsste es ja genauso viele Schutzengel wie Lebewesen geben, oder?"
Das hatte ich noch nie kapiert. Aber ich hatte auch noch nicht so recht darüber nachsinniert.
Ich fand, dass Esther doch so ein bisschen wie ein begossener Pudel aussah, wie sie da stand und von ihren Klamotten der Boden etwas volltropfte. Aber ich fragte lieber nicht, ob ihr Hintern auch durchnässt war, das war unhöflich. Dran denken musste ich aber trotzdem, weil es halt einfach echt unangenehm ist, sich mit nassen Klamotten irgendwo hinzusetzen. Es ist einfach nicht schön. Das ist 'n Fakt.
Ich nickte noch mal bei ihrer fröhlichen Nachfrage. Dafür hatte sich meine Einladung doch schon gelohnt, fand ich. Außerdem war es schön, anderen Leuten eine Freude zu machen, und Esther war mir sympathisch. Noch toller wäre es zwar gewesen, ihr ohne Geld 'ne Freude zu machen, aber na ja. Man konnte halt nicht alles haben. Ich zog eine Karte zu mir, weil ich selbst noch nicht sicher war, was ich trinken wollte, kam aber nicht so weit, reinzuschauen, denn Esther fragte gleich darauf, ob sie auch "sowas" bekommen könnte.
Ich folgte ihrem Blick. Marshmallows, Süßzeug, sah gut aus! "Klar, wenn du willst." Das machte mich nu auch nicht arm. Aber ich guckte doch mal lieber, ob es engelgerecht war. Also, ob Alkohol drin war. Das hier war zwar ein Café, aber trotzdem konnte es ja sein. Und ich wollte nicht meinen ersten Engel betrunken machen in dem Hinblick darauf, dass ich ja selbst kaum Alk vertrug.

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Esther am Do 3 Jan 2019 - 13:20

Hatte sie jetzt etwas Falsches gesagt? Uriel wirkte jedenfalls überraschter darüber, dass er vielleicht schon mal einem Engel über den Weg gelaufen war, als Esther vermutet hätte. Aber je länger sie darüber nachdachte, desto mehr ergab seine Reaktion schon Sinn. Wahrscheinlich waren Engel für Menschen ungefähr so, wie Dämonen für Engel waren. Oder? Esther wäre jedenfalls total von den Socken, wenn sie einen treffen würde. Die gab es schließlich nur in der Hölle! „Also—jeder hat einen Schutzengel. Aber nicht so viele kommen auf die Erde, weil das meistens nicht sein muss. Wir beschützen euch ja auch von da oben“, sagte sie mit einem warmen Lächeln und deutete mit dem Zeigefinger in Richtung Himmel. Aber was die genauen Voraussetzungen betraf, da konnte sie auch nur mutmaßen, obwohl sie ein Engel war. „Vielleicht lernst du deinen Schutzengel auch irgendwann kennen! Aber ich hoffe nicht, ehrlich gesagt“ Das würde immerhin bedeuten, dass Uriel etwas Böses passierte und das wollte sie nicht.
Ihr Lächeln wurde breiter, als Uriel meinte sie könnte das Getränk mit den Marshmallows gern bekommen. Trotzdem lehnte sie sich rüber und warf auch einen Blick in die Karte. Die Auswahl war ziemlich erschlagend. Da war sie froh das Plakat entdeckt zu haben. „Und was nimmst du?“ Ihre türkisfarbenen Augen wanderten von Option zu Option, eine ansprechender als sie andere. Ganz besonders die Kuchen und Törtchen—aber darum wollte sie Uriel nicht auch noch bitten. Ihr reichten die Marshmallows und die Sahne auf ihrem Kakao.

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Uriel am Fr 4 Jan 2019 - 18:28

Neugierig wartete ich Esthers Antwort ab und schaute sie dabei auch groß an – und noch größer freilich, als sie mir dann offenbarte, dass ich auch einen Schutzengel hatte! „Echt?“, das bezog sich sowohl auf diese Aussage als auch darauf, dass sie meinte, die Engel würden uns von „da oben“ aus beschützen. „Ist der Himmel also wirklich oben?“ Ich legte die Stirn in Falten wie ein Beagle – oder waren es andere Hunde? -, denn bisher war ich mir nie so sicher gewesen, ob „Himmel“ nur ein Synonym war. Die Hölle hieß immerhin auch nicht Erdkern, obwohl man immer meinte, sie wäre „unten“.
„Wieso hoffst du nicht, dass ich ihn kennenlerne? Bist du nicht auch hier, um deinen Schützling kennenzulernen?“ Und auf mich machte Esther bisher doch einen ganz gechillten Eindruck. Es schien jetzt keine Katastrophe zu sein, dass sie hier war. Also warum konnte mein Schutzengel nicht hier sein. Oder sollte. Aber nee, ehrlich, ich hatte da keinen blassen Schimmer von und fragte einfach mal ins Blaue rein.
Mein Blick huschte wieder in die Karte, als Esther mich fragte, was ich denn haben wollte. „Hmm, weiß nicht so recht. Eigentlich find ich das mit Marshmallows auch schon echt verlockend. Oder einen Chai-Latte?“ Ich grübelte noch kurz, patschte aber dann auf die Karte. „Nee, ich nehm auch das da.“ Ich nickte zu dem Zettel. „Hast du auch Hunger? Bei dem Wetter draußen muss man sich ja ‚ne gute Speckschicht anfuttern.“
Also senkte ich die Nase wieder in die Karte. Das mit dem Speck war natürlich nicht ernstgemeint. Aber ich fand, so’n leckerer Kuchen oder 'ne heiße Waffel wappnete einen immer vor ekligem Wetter, durch das man noch durch musste.

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Esther am So 6 Jan 2019 - 11:54

Sie fand es irgendwie süß, wie überrascht Uriel darüber war, dass auch er einen Schutzengel hatte. War das den Menschen gar nicht bewusst? Und wäre es Esther bewusst, wäre sie auch nur ein normaler Sterblicher? Fragen über Fragen! Sie nickte daher, mit einem vergnügt-amüsierten Lächeln auf den Lippen und bestätigte Uriels Rückfrage mit einem „Jap!“. Seine nächste Frage brachte den Schutzengel wieder etwas mehr ins Grübeln und sie schaute unbewusst nach oben, gen Himmel, wo ihre Augen jedoch nur auf die Decke des Cafés trafen. „Ich weiß nicht. Wo soll er denn sonst sein? Hmm—aber runtergefallen bin ich nicht, deshalb weiß ich’s auch nicht so genau“, gab sie eine wahrscheinlich unbefriedigende Antwort, aber sie wusste es eben wirklich nicht.
Esther schüttelte entschieden den Kopf, als Uriel fragte, ob sie hier wäre, um ihren Schützling kennenzulernen und hob dabei den Blick von der Karte, um dem Dunkelhaarigen mit etwas mehr Ernsthaftigkeit als sonst anzusehen. „Nein. Dass ich hier bin, ist was ganz Schlechtes. Wir kommen nämlich nur runter, wenn es ganz nötig ist. Also, wenn unserem Schützling etwas passiert, das sich nicht wieder von selbst löst“, erklärte sie und hob dabei belehrend den Zeigefinger. „Mmh—oder so ähnlich. Aber deshalb hoffe ich, dass du deinen Schutzengel nicht kennenlernen musst. Ich will nicht, dass dir etwas passiert, Uriel. Du bist der netteste Mensch, den ich kenne!“ Sie grinste, weil sie ja wusste und Uriel wusste, dass er der einzige Mensch war, den sie kannte. Aber trotzdem; auch wenn sie mehrere kennen würde, wäre Uriel immer noch einer der Freundlichsten.
Das ganze Erklären — die Neugier nahm sie Uriel aber nicht übel — hatte sie gefühlt noch hungriger gemacht. Trotzdem zögerte sie dies zu äußern. „Ich hab schon Hunger, aber—“ Sie rutschte unentschlossen auf ihrem Hocker herum. „—das kostet ja auch Geld.“  

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Uriel am Mo 7 Jan 2019 - 19:54

"Cool!", rief ich noch, weil sie mir so noncharlotte bestätigte, dass ich auch einen Schutzengel hatte, wie jeder. Das machte mich zwar nicht besonders, aber Hauptsache war ja, dass ich einen Schutzengel hatte. Bestimmt war der voll die coole Socke und wollte mich eigentlich auch gerne kennenlernen. Jaja, Uriel, ist klar.
Na ja, vielleicht auch nicht.
Esthers Antwort auf meine andere Frage forderte dann aber auch meine Aufmerksamkeit, und ich runzelte bei ihrer Gegenfrage die Stirn. Ich zuckte die Schultern. "Na, du bist doch der Engel. Du musst doch wissen, wo du herkommst?" Wahrscheinlich war das aber wie bei diesem ganzen Lichtgedöns nicht so wichtig. Hauptsache, alles war harmonisch und glücklich, so lief das doch, oder? Manchmal könnte man ja denken, alle Engel müssten bekifft sein, wenn sie so auf Harmonie aus waren. Aber Esther kam mir so nicht gerade vor. Ich schmunzelte über meine eigenen Gedanken.
Das Lächeln rieselte bald darauf aber auch schon wieder von meinen Lippen, weil sie erklärte, dass es was Schlechtes sei, dass sie hier auf der Erde war. Und gleich darauf auch, warum. "Oh...", machte ich leise, wunderte mich aber, dass sie trotz dieser Erklärung gleich darauf wieder grinsen konnte. "Machst... Du dir keine Sorgen, dass ihm genau jetzt was passieren könnte, während du hier mit mir sitzt und was Heißes zu trinken schlürfst?", fragte ich sie besorgt.
"Ach das ist schon okay, so arm bin ich auch nicht, dass ich dir keine Waffel oder sowas spendieren könnte." Das fügte ich hinzu, als sie so wegen ihrem Hunger und dem Geld herumdruckste. Sie war ja schon 'ne Liebe.

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Esther am Mi 9 Jan 2019 - 12:12

Sie war glücklich darüber, dass sie Uriel mit ihrer Antwort so fröhlich stimmte, obwohl sie ihm ja eigentlich nur offenbart hatte, dass es irgendwo im Himmel ein formloses Licht gab, welches dafür sorgte, dass Uriel behütet durchs Leben schritt. Aber wenn es ihn so sehr freute, war das schön!
Seine nächsten Worte brachten Esther wieder auf den Boden. Sie konnte verstehen, dass es merkwürdig war, wie wenig sie über alles, was ihre Rasse betraf, wusste. Da musste Uriel sich sicher fühlen, als würde er mit einem Engel zweiter Klasse sprechen. „Ich kann mich nicht an den Himmel erinnern, tut mir leid. Du musst einen anderen Engel fragen“, gab sie zurück, als wäre es so einfach mal eben einen anderen Engel aufzutreiben. Aber viel mehr konnte sie Uriel eben nicht erzählen. Die Sorge des Dunkelhaarigen konnte Esther nicht ganz nachvollziehen, weshalb sie mit einer etwas fragenden Miene den Kopf schief legte. „Aber—ich pass doch gerade auf ihn auf. Ich kann beides gleichzeitig. Also, mit dir reden und was trinken und aufpassen“, erklärte sie lächelnd. Vielleicht stellte Uriel es sich so vor, dass sie in der Nähe ihres Schützlings sein müsste. Aber selbst, wenn sie bei ihm wäre, gäbe es nicht viel, was sie tun könnte, was nicht auch aus der Ferne möglich wäre. „Mach dir keine Sorgen. Ich krieg das alles hin!“ Auch wenn sie wohl nicht den kompetentesten Eindruck erweckte und man von einem Schutzengel vielleicht eine etwas… seriösere Aura erwartete, nahm sie ihre Aufgabe immerhin sehr, sehr ernst.
„Als was arbeitest du?“, fragte sie neugierig, als Uriel meinte er wäre nicht so arm. Sie blinzelte ihn gespannt an, bevor sie wieder auf die Karte schaute und ihren schmalen Zeigefinger auf die Waffel hielt. „Wir können auch teilen, oder? Ich glaub so eine ganze schaffe ich nicht und ich möchte dein Geld nicht verschwenden. Die Erdbeeren sehen lecker aus, oder?“ Aber sie wäre auch nicht mäkelig, wenn Uriel etwas anderes bestellen wollte.

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Re: Das Mädchen, das vom Himmel fiel

Beitrag  Uriel am Do 10 Jan 2019 - 18:47

Es erstaunte mich wirklich, dass Esther mir nicht sagen konnte, wie der Himmel aussah. "Wieso kannst du dich nicht erinnern?", fragte ich. Ja, vielleicht stellte ich ja blöde Fragen, aber ... ich war halt auch kein Engel, deshalb war mir nicht so wirklich klar, wie das alles so funktionierte. Ich wusste auch nicht, dass es nicht so leicht war, zurück in den Himmel zu kommen, wenn man einmal hier gelandet war. Was aber bei Schutzengeln sicher anders war, wenn sie ihren Zweck hier unten erfüllt hatten - aber. Wie gesagt, ich hatte keinen blassen Schimmer.
"Echt? Und wie machst du das?" Es beruhigte mich schon, dass sie gleichzeitig Spaß haben und auf ihren Schützling aufpassen konnte, aber wie sie ihm helfen konnte, wenn sie gar nicht bei ihm war, wusste ich nicht. Wieso war sie dann auf der Erde, wenn sie nicht bei ihm sein musste, um ihm zu helfen? Fragen über Fragen. Allesamt blöd. Sagte ich ja. "Aber na gut. Wenn du das gemanaget bekommst, dann bin ich beruhigt. Dann brauch ich ja doch kein schlechtes Gewissen haben, dass ich jetzt hier mit dir sitz und was esse und trinke."
Ich lächelte sie an, strich mir dann einmal über die Haare und seufzte leicht und zufrieden darüber, jetzt hier im Trockenen und Warmen zu hocken. "Oh, ich verkauf Antiquitäten. Äh, und kaufen tu ich sie auch. Also, ich handle damit. Ich kaufe die Sachen günstig auf, manchmal lass ich sie dann noch restaurieren oder repariere sie oder so, und verkaufe sie dann an Interessierte weiter. Damit wird man nicht reich, aber es ist okay für mich."
Bei ihrer Frage wegen der Waffel zuckte ich nur die Schultern. "Okay, klar. Können wir schon machen." Ich lächelte wieder. Wenn sie das glücklich machte, ließ ich mich gern drauf ein. Ich würde eine ganze Waffel zwar schaffen, aber ich war nicht über die Maße hungrig, sodass es auch nicht sein musste. Und jetzt kam eine Bedienung auch schon auf uns zugeschlendert.

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