Ein Gericht für zwei

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Di 16 Okt 2018 - 19:11

Zynisch hatte Constantine seine eigene Aussage eigentlich nicht betrachtet. Er ging davon aus, dass Eltern normalerweise tatsächlich ganz zufrieden (vielleicht nicht direkt stolz) waren, wenn ihre Kinder schöne Zähne und nicht krumm und schiefe große Hauer im Mund hatten. Außer vielleicht bei Trollen oder Ogern, wer wusste das schon.
Bei Manjas Worten zuckte er leicht die Schultern. "Meine Zähne sind eigentlich nicht der Vorzug an mir, den andere besonders häufig ansprechen", gab er ihr zu bedenken und hob eine Augenbraue. "Nicht mal, wenn du meine Mutter fragst." Er würde ihr jedenfalls anderes unter die Nase reiben (Dinge, die sie sich gegebenenfalls schon denken konnte) und sich davor mit Sicherheit auch nicht zieren. Dabei gab es an sich nichts an ihm selbst, so rein äußerlich betrachtet, worauf er besonders stolz gewesen wäre. Er war insgesamt mit sich zufrieden, das reichte ja wohl.
"Schmeckt die Schokolade?", fragte er, weil Manja dazu noch gar nichts gesagt hatte und sie sich ja scheinbar so darauf gefreut hatte. Außerdem wollte er sie auch nicht anschweigen oder wieder mit Themen anfangen, die ihm nicht gefielen.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Di 16 Okt 2018 - 19:39

Der Gedanke, dass sie beide in gewisser Weise etwas zynisch gewesen seien, hatte sie darauf bezogen, dass Constantine angemerkt hatte, er könne auch dann nichts vergleichen, wenn er gewollt hätte. In den Worten schwang immerhin unterschwellig mit, dass er von seiner Blindheit sprach. Und selbst, wenn er das mit Humor gesagt hatte, so glaubte ich, dass ihn das nie ganz kalt ließ.
Etwas überrascht legte ich den Kopf etwas schräg und blinzelte bei seinen Worten. "Also...", murmelte ich, "Wenn mir eine Marke gefällt, sag ich ja auch, ich mag diese und jene Marke. Nicht, ich mag dies und das an der Marke." Sollte heißen: Einige mochten gewisse die Vampire, auch wegen der Bisse, aber niemand würde deshalb die Zähne anpreisen, obwohl diese zu jedem Vampir gehörten. Aber ein Vampir ohne Fänge? Das wäre kein Vampir. Nicht, dass ich ein Genie in Sache Marken war.
Dafür überraschte Constantine mich erneut, indem er fragte, ob die Schokolade schmeckte. Ich war irgendwie davon ausgegangen, dass ihn das nicht wirklich interessierte, weil er ja nichts aß. "Oh, ja, sie ist wirklich lecker. Süß und schokoladig. Nicht zu wässrig und genau die richtige Menge Sahne oben drauf." Mir entschlüpfte ein wohliges Seufzen, ehe ich zu ihm aufsah. "Du willst wahrscheinlich nicht probieren, oder?" Dann zog ich die Brauen zusammen. "Kann dein Körper eigentlich mit solchen Getränken umgehen? Ich meine, angenommen, du würdest eine ganze Tasse heiße Schokolade trinken..." Wozu ich ihn niemals würde bringen wollen. "Reagiert dein Körper dann darauf? Verdaut er es? Oder ignoriert er es einfach?" Cederic reagierte auf zu große Mengen mit Übelkeit oder sehr üblen Magenschmerzen. Solange ich ihn nur mit winzigen Häppchen fütterte, passierte nichts weiter, soweit ich wusste.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Di 16 Okt 2018 - 19:54

Er runzelte leicht die Stirn. "Jaah, aber... Du sprachst ja gerade von den Vorzügen, oder nicht?", fragte er etwas verwirrt und neigte den Kopf. Er winkte jedoch ab. "Ist ja auch egal." Wenn sie ihm damit hätte sagen wollen, dass sie ihn oder sonstwen in seiner Gesamtheit gut oder schlecht fand, kam es auf den Rest auch nicht an. Am Äußeren einer anderen Person konnte er sich ohnehin nicht nur die guten Dinge herauspicken, weil er zumindest visuell nicht genug von ihr wahrnahm. Er befasste sich dann eben eher mit der Stimme, dem Geruch oder der taktilen Empfindung - womit er vom Thema abschweifte und es mit einem leisen Seufzen abtat.
Für Manja waren natürlich genau die Worte "süß", "schokoladig" und "Sahne" das Reizvolle an der heißen Schokolade - für Constantine waren genau die Worte es, die sie ungenießbar machten. Aber er verzog keine Miene. Im Gegenteil, er lächelte sogar weiter, immerhin hatte er ja Manja gefragt, ob es ihr schmeckte, und nicht sich selbst. Sein Lächeln fror allerdings bei ihrer Frage ein wenig fest und verschwand dann wieder. "Mir wäre ziemlich schlecht danach", sagte er ein wenig trocken, griff nach seinem Whiskeyglas und nahm kurz einen kleinen Schluck davon. "Ohne die Sahne würde das Zeug es vielleicht durch meinen Magen schaffen, aber wirklich nur vielleicht. Milch ist eins der Lebensmittel, die ich am schlechtesten vertrage, Sahne geht noch schlechter. Ich schätze, ich müsste mich kurz zur Toilette verabschieden."
Er erschauderte und stellte das Glas zurück. Dass er damit sagen wollte, dass die heiße Schokolade mit Sahne dort oben wieder rauskommen würde, war wohl klar. Genau genommen würde er einmal so richtig schön kotzen müssen. Und danach wäre alles wieder gut.
"Und nein, ich glaube, mein Körper könnte davon nichts verwerten. Er zieht seine Energie ausschließlich aus Blut. Und vielleicht ein wenig aus rohem Fleisch oder Fleisch. Da sind Enzyme drin, die er gebrauchen kann."

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Di 16 Okt 2018 - 20:59

(aus rohem Fleisch oder Fleisch, soso...)

Einen Moment blinzelte ich selbst ein wenig verwirrt auf Constantines Frage und zog die Brauen zusammen. Er hatte ja natürlich Recht, aber... es ging doch darum, dass Menschen die Tatsache mögen konnten, dass er ein Vampir war. Das konnte für die einen oder anderen doch ein Vorzug sein. Oder etwa nicht? Glücklicherweise schien der hübsche Blonde gegenüber von mir das Thema nicht weiter verfolgen zu wollen, sodass ich nicht wieder anfangen musste mein Gehirn zu verknoten. Also zuckte ich schließlich nur mit den Schultern und schob mir noch einen Löffel von der Sahne in den Mund.
Als der Vampir schließlich meine Frage beantwortete, kam ich nicht umhin ein wenig die Nase zu rümpfen. Nicht, dass mir das den Appetit verderben würde - ich war ja härteren Tobak gewohnt -, aber... nun ja, es gab wohl niemanden, der die Vorstellung prickelnd fand, dass sich jemand übergab. Ich wollte nicht einmal darüber nachdenken, dass es vielleicht jemanden geben könnte, der das mochte. Denk einfach an was anderes. "Naja...", bemerkte ich nachdenklich, "Es gibt ja auch viele Menschen, die Milchprodukte nicht so gut vertragen. Wegen der natürlichen Laktoseintoleranz." Immerhin gab es auch einige Tiere, die Kuhmilch nicht trinken sollten. "Da wundert es mich eigentlich nicht, dass du das nicht verträgst." Ich gehörte glücklichweise zu den wenigen menschlichen Exemplaren, die mit Laktose sehr gut zurecht kamen. "Ich nehme an, von meinem Essen wirst du dann wohl nichts probieren, oder? Ich meine, da hängt ja überall Sahnesoße dran." Ob er es so lecker finden würde, wenn ich die Soße herunter lecke? Also, lecker ja wohl nicht, aber... nä?

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Di 16 Okt 2018 - 21:15

(ja... gegahrtem Fleisch. Fleisch halt^^)

Er hob erneut die Schultern. Ob er nun Milchprodukte nicht vertrug, weil das bei vielen Spezies so war, oder ob er es nicht vertrug, weil er ein Vampir war, war ihm ziemlich egal. Allerdings bedeutete Laktoseintoleranz ja auch nicht gleich Übelkeit und Erbrechen. "Ich kann auch viele Obstsorten nicht verdauen. Oder Gemüse", sagte er leichthin. Zwar wurde ihm nur in den wenigsten Fällen davon schlecht, aber wohl fühlte er sich damit nicht - und satt oder genährt auch nicht. "Mein Körper ist dafür eben nicht gemacht."
Er kam ja auch nicht auf die Idee, einem Rind ein Stück Hühnchenfilet anzubieten. Das Rind würde es wohl weder vertragen, noch essen wollen, noch verstehen, warum es das überhaupt tun sollte. So einfach war das.
"Nein, Manja. Ich möchte aber auch gar nichts essen." Das Lächeln fand zurück auf seine Lippen, doch es wirkte jetzt vielleicht ein wenig nachdrücklich oder auffordernd, damit sie nicht auf die Idee kam, ihm später etwas davon anzubieten. Er hatte nicht umsonst nichts zu Essen bestellt. Er hätte ja auch um irgendetwas bitten können, wenn ihm danach gewesen wäre.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Do 18 Okt 2018 - 21:19

(: D)

Langsam nickte ich verstehend. Machte ja Sinn, was er da sagte. Ich hatte jetzt nicht erwartet, dass sein Körper daraus irgendwelche Nährstoffe gewinnen könnte, sonst würden Vampire sich wahrscheinlich auch von Lebensmitteln ernähren. Tatsächlich hatte ich eigentlich nur wissen wollen, ob er vielleicht Krämpfe bekam oder etwas in der Art. Aber das hatte er ja auch bereits beantwortet.
Etwas enttäuschter war ich dafür von einer Reaktion auf meine Frage. Auch wenn ich bei seinen Worten ein wenig die Brauen zusammen zog. "Es geht ja nicht darum, dich dazu zu bringen explizit zu essen.", entgegnete ich vorsichtig, damit er nicht dachte, ich würde ihn umstimmen wollen. "Sondern um's Probieren. Aber ich werde nicht versuchen dich umzustimmen." Mir war noch sehr deutlich im Gedächtnis, wie er in unserem Telefonat reagiert hatte, als ich versucht hatte ihm einfach nur eine gute Freundin zu sein. Das hatte irgendwie weh getan und noch so eine Portion wollte ich nicht.
Da merkte ich, dass ich mich wegen des Streits noch immer etwas befangen fühlte. Denk einfach nicht daran. Immerhin hat er sich trotzdem mit dir getroffen. Also ist alles in Ordnung. "Was gefällt dir an deiner Arbeit eigentlich am liebsten?", fragte ich dann recht spontan, nahm meine Tasse in beiden Händen und trank einen Schluck davon, ehe ich ihn neugierig anschaute. Hauptsächlich stellte ich die Frage, um mich von meinen Gedanken abzulenken und über ein sichereres Thema zu sprechen. Aber das bedeutete nicht, dass mich seine Antwort nicht interessierte.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Fr 19 Okt 2018 - 9:56

Er seufzte leicht, weil es ihn ein wenig störte, dass Manja seine Aussagen an diesem Tag scheinbar alle wörtlich nahm oder sie auf die Goldwaage legte. Ihm war schon klar, dass sie ihm nicht vorgeschlagen hatte, ihre ganze Portion mitzuessen. Warum sie das noch einmal betonen musste, war ihm nicht so bewusst. Er spürte allerdings auch, dass sie sich dabei ein wenig stärker anspannte, was darauf hindeutete, dass auch sie mit dem, was er gesagt hatte, nicht so ganz zufrieden war. Vielleicht wäre es besser gewesen, die ganze Sache (von heute) einfach auf sich beruhen zu lassen. Blöd wäre es, wenn das hier dafür sorgen würde, dass er sich noch weniger mit ihr verstand als vorher. Er blinzelte einmal langsam, senkte dabei den Blick vor sich und hob das Glas, um noch einen zweiten (etwas größeren) Schluck von dem Bourbon darin zu nehmen. Das Thema ließ er dabei auf sich beruhen, um es nicht zu etwas aufzubauschen, was es nicht war; das konnte er überhaupt nicht leiden.
Als er es wieder abgestellt hatte, widmete Manja sich einer harmloseren Sache. Wahrscheinlich ging es ihr da so wie ihm. Er legte die Unterarme locker auf dem Tisch ab und verschränkte sie, sodass er die Hände jeweils an der Ober- oder Außenseite des Unterarms ruhen lassen konnte. „Hmm“, machte er erst nur und zog entsprechend eine nachdenkliche Miene. „Ich weiß nicht, ob ein Nichtjurist das nachvollziehen kann, aber ich arbeite gerne daran, juristische Hintergründe zu Auflagen oder Verboten zu überprüfen oder die Tätigkeiten bei Bloodrain zu legalisieren. Oder einfach dafür zu sorgen, dass sich das Unternehmen innerhalb des gesetzlich erlaubten Rahmens bewegt.“ Er neigte leicht den Kopf, hielt den Blick aber eher auf halber Höhe, ohne sich die Mühe zu machen, sich aktiv auf Manjas Gesicht zu fixieren. Immerhin konnte er es eh nicht sehen und sie wusste ja, dass er das nicht tat.
„Ich kenne viele Leute, die das langweilig finden und sagen, dass es ohnehin zu viele Gesetze gibt, die Dinge verbieten oder vorschreiben. Aber wenn man sich damit beschäftigt, stellt man schnell fest, dass es etliche Regelungslücken gibt. Viele davon sind recht nützlich.“ Im Hinblick darauf, dass er mal Rechtsanwalt gewesen und theoretisch auch noch immer als Anwalt zugelassen war, war das eine der wichtigsten Tatsachen für seinen Beruf. Nur wenn man solche Lücken erkannte und sich hindurchargumentierte, bekam man Dinge durch, die einem ansonsten verboten wurden, ohne dass sie verboten waren. „Ich mache Bloodrain dadurch weniger angreifbar durch Behörden oder Leute, die uns ans Bein pinkeln wollen. Das ist heutzutage ziemlich wichtig, und ich mag es, schätze ich, Bloodrain abzusichern.“
Anders gesagt, konnte man Constantine vielleicht auch unterstellen, dass es ihm gefiel, Recht zu haben. Was prinzipiell auch der Wahrheit entsprach. Es war das, was er am besten konnte und was er gelernt hatte. Hätte es ihm nicht gefallen, hätte er wohl den falschen Job gewählt.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Sa 20 Okt 2018 - 2:16

Da Constantine sich bei meinem unbedachten Geplapper offenbar langsam genervt fühlte, war ich recht froh, das Thema gewechselt zu haben und lauschte mit wachsender Entspannung seiner Antwort, versuchte ganz automatisch etwas in meinem Berufsfeld zu finden, womit ich es vergleichen konnte. Besonders, weil er erwähnte, dass er nicht sicher war, ob ein Nichtjurist das nachvollziehen konnte. Vergleiche halfen das Verständnis zu stärken. "Das klingt ein bisschen wie Recherche.", bemerkte ich, als er endete, "Also nicht die Sorte, in der ich durch die Gegend Reise und Fotos mache, sondern eher, wenn ich einzelne Personen überprüfe. Ich mache gern Hintergrundchecks, weil man vieles über die Leute erfährt, die man ihnen nicht ansehen kann. Der grob wirkende Mann vor dir wird plötzlich zu einem liebevollen Familienvater, der seiner Tochter jedes Jahr eine andere Torte macht. Oder ein unscheinbar wirkender Arzt wird plötzlich Teil einer kriminellen Gruppe, die Organe auf dem Schwarzmarkt verkauft." Letzteres murmelte ich etwas leiser. Er würde mich ja wohl nicht direkt bei der Polizei verpfeifen... "Wahrscheinlich unterscheidet sich deine Arbeit aber trotzdem zu sehr von meiner um sie zu vergleichen.
Aber eine andere Frage."
Neugierig stützte ich den Kopf in meine Hände. "Was macht ihr denn bei Bloodrain, dass Tätigkeiten legalisieren musst?" Immerhin handelte es sich doch um eine einfache Blutbank. Oder hatte ich da irgendwas vergessen? Vielleicht sollte ich mir das doch nochmal genauer ansehen. Auch wenn ich mir nicht sicher war, ob eine Blutspende von mir eine gute Idee wäre. Bei meiner Ernährung würde es mich nicht wundern, wenn mir reichlich Nährstoffe fehlen würden. Vielleicht würde ich einem Vampir gar nicht schmecken. Was mich spontan auf eine andere Frage brachte... "Wie rieche ich eigentlich für dich?" In dem Moment war mir gar nicht bewusst, dass die Frage für ihn entweder ziemlich verspätet oder einfach wie aus dem Nichts kommen musste, weil er den Gedankengang ja nicht kannte.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Sa 20 Okt 2018 - 13:33

Sein Kopf hob sich zwar wieder an, während Manja ihren Vergleich zwischen seiner Tätigkeit und ihrer Recherche zog, doch dafür hob sein Blick sich ein wenig und wanderte im oberen Bereich des Sichtfeldes entlang. Er tat dabei nämlich selbiges und überlegte, ob sich beides wirklich vergleichen ließ. Da sie direkt ihre nächste Frage stellte und zu dem Schluss, dass es deutliche Unterschiede gab, auch selbst kam, konnte er ihr das nicht mehr erklären. War aber auch nicht weiter schlimm.
"Oh", sagte er und winkte ab, "ich meinte, dass ich überprüfe, ob sie gesetzeskonform sind, wenn irgendwelche Dinge passieren sollen." Sein blinder Blick richtete sich nun doch wieder in Manjas Gesicht. "Oder melde sie an, damit sie vorher geprüft werden können. Wir brauchten beispielsweise eine Genehmigung dafür, dass wir die Einwilligung zur Körperverletzung unternehmerisch einsetzen dürfen. Normalerweise ist so etwas eine Sache zwischen dem Geschädigten und dem Schädiger, aber da alles im Rahmen der Unternehmenstätigkeit geschieht, sind wir selbst als Verantwortliche nicht raus. Das musste dann erst geprüft und genehmigt werden. So etwas meine ich."
Er fing nicht auch noch von irgendwelchen Haftungsbeschränkungen an - und schon gar nicht damit, dass manche Sachen bei Bloodrain anders abliefen als sie den Behörden dargesellt wurden. Hätte er allerdings auch nicht getan, wenn Manja seine Beste wäre. Das hatte nicht viel mit Vertrauen zu tun. Es spielte einfach keine Rolle.
Ein paar kleine Falten kräuselten sich über seine Stirn, weil Manja ein wenig unerwartet von ihm wissen wollte, wie sie für ihn roch. Er blinzelte und öffnete den Mund: "Meinst du, gut oder schlecht, oder soll ich dir beschreiben, wonach du riechst?", was zugegebenermaßen ziemlich schwierig wäre. Wobei, eigentlich war die Antwort recht einfach.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Di 23 Okt 2018 - 22:19

Nachdenklich legte ich den Kopf bei seiner Erklärung etwas schräg. "Ich verstehe." Auch wenn Einwilligung zur Körperverletzung wahrscheinlich schlimmer klang als es war. "Ehrlich gesagt hab ich mich nie näher über Bloodrain erkundigt. Warum braucht ihr eine Einwilligung zur Körperverletzung? Doch wohl nicht für den Pieks in den Arm." Aber es klang schon interessant, was er erzählte. Ob ich mir vielleicht auch mal Gedanken darüber machen sollte für einige Tätigkeiten Genehmigungen zu holen? Hacken war ja immerhin illegal, auch wenn ich nun wirklich niemandem schadete. Außerdem wurde ich bisher ja nicht erwischt, wie es schien. Allerdings... schaute ich mir für gewöhnlich ja auch nur ein paar Daten an. "Klingt aber interessant, was du machst." Obwohl ich ihn im ersten Moment nur für einen langweiligen Anwalt gehalten hatte.
Bei seiner Gegenfrage tat ich es ihm gleich und runzelte ein wenig die Stirn. "Also, wenn du so fragst wüsste ich gerne beides." Wer wollte nicht gern wissen, wonach er für Vampire roch? Immerhin benutzte ich ja keine Parfums oder so. Nur meine Seife und mein Shampoo waren aromatisiert und das auch nur ganz schwach. Wegen Ced. Gleichzeitig fragte ich mich, ob Menschen blumig riechen konnten, wie man es manchmal in Büchern las. Oder rochen wir einfach nur organisch? Nach Wasser? Salzig?

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