Ein Gericht für zwei

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Di 25 Sep 2018 - 21:41

Constantine runzelte leicht die Stirn, während er ihrer Antwort auf die Frage nach dem Fernsehen lauschte. "Hmm..." Machte schon Sinn. Ein wenig. Dank ihres Jobs hatte sie sicherlich genug Drama im Leben, "aber so eine nette Romcom zum Berieseln? Eine mit einer netten Omi drin?" Er schnaubte und gluckste dann. Für ihn wäre das ganz sicher nichts. Nicht mal, wenn er sehen könnte. Aber viele Frauen mochten sowas doch. Ein wenig Drama, ein wenig Herzschmerz, viel Romantik, nette Schauspieler... Manchmal brauchte man sowas doch, oder?
"Du kannst ja irgendwann mal in einen Film gehen, der schon seit zehn Wochen läuft und nicht gehypet wird. Da sitzt du sicherlich alleine oder nur mit zwei, drei anderen Leuten drin. Kinokarten online kaufen, dann musst du nicht mal in der Schlange stehen." Warum sie auf die Idee noch nicht gekommen war, war ihm schleierhaft. Manchmal konnte im Kino doch sicher weniger los sein als in einem Restaurant, zu dem sie gerade unterwegs waren.
Es war auch gar nicht mehr weit.
"Ich glaube nicht, dass man die menschliche Ehe mit einer vampirischen vergleichen kann", meinte Constantine etwas trocken. "Aber gut, da Misses Kostich vermutlich entweder nicht bemerkt oder nicht will, dass ich ein Vampir und älter bin als sie, wäre natürlich klar, dass sie mir unter die Arme greifen ... wollen würde." Wenn er verheiratet wäre. Und ein Kind hätte.
"Ja...", sagte er einen Moment später leise. "Wenn ich irgendwann mal ein Kind habe, werde ich es besser machen." Er erinnerte sich, dass er sich mit Manja schon mal über etwas ähnliches unterhalten hatte.

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Constantine

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Mi 26 Sep 2018 - 16:21

Ein stockendes Schnauben entwich mir, als ich versuchte ein weiteres Lachen etwas zu unterdrücken. "Ich weiß ja wie alte Damen sind, so ist das ja nicht. Aber eine richtige Großmutter, das kenne ich halt nicht. Ich... Ich weiß nicht, was eine gute Großmutter ausmacht, das meine ich. Ich meine, ist es das Verwöhnen der Enkel? Die Fürsorge? Oder ist es die Art und Weise wie sie die Dinge sehen?" Ich seufzte. "Aber nein, ich schaue auch keine Romanzen. Hab ich mal versucht. Das baut Frust auf. Oh, aber Krimis und Thriller schaue ich ab und zu mal. Dann überlege ich wie realistisch ist, was die zeigen und versuche den Täter nachzuvollziehen. Das ist ganz interessant."
Als er überlegte, wie ich doch ins Kino gehen könnte, hob ich überrascht die Brauen. "Aber selbst wenn der Film nicht mehr so gut besucht ist... gibt es dann zeitgleich nicht auch immer andere Filme, die besser besucht sind? Ich meine, der Saal ist dann zwar schön leer, aber ich muss ja trotzdem durch das Foyer." Irgendwie mussten die ja ihren Umsatz machen. Und es gab doch ständig neue Filme, oder nicht? "Außerdem- Das klingt jetzt bestimmt richtig blöd, aber wenn ich dann schon ins Kino gehe, dann möchte ich auch alles, was dazu gehört. Und das beinhaltet auch einen vollen Saal." Ich seufzte. "Als ich klein war, also noch bevor der Fluch das erste Mal griff, war ich mit den anderen Waisenkindern und einer sehr netten Erzieherin auf einem Fest in Okahan. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Überall waren Leute und wir haben gespielt. Ich habe damals meinen ersten kandierten Apfel gegessen und mein Kleid ganz schmutzig gemacht." Überhaupt war ich am Abend ziemlich schmutzig gewesen. Ich bin ein aufgewecktes Kind gewesen. "Danach konnte ich nie wieder so unbeschwert unter Leute gehen. Und genau das ist es, was ich möchte." Ich seufzte leise und strich mir das Haar zurück. "Ich habe nie jemandem davon erzählt, weil der Wunsch irgendwie so... frustrierend ist. Als würde ein Pinguin sich wünschen zu fliegen." Ein wenig raufte ich mir das Haar, strich es dann aber hastig wieder glatt, weil wir immerhin auf den Weg in ein Restaurant waren und ich sie mir extra gebürstet hatte. "Tut mir leid, dass ich dich so zu plappere.", murmelte ich nebenbei.
Bei seiner Anmerkung bezüglich Frau Kostich legte ich den Kopf etwas schräg. "Was genau mit ihr ist weiß ich auch nicht genau. Vielleicht ist es ja eine geistige Krankheit oder so. Ich meine, Ced behandelt sie auch wie einen normalen Menschen." Naja, unter dem Umstand, dass die beiden zwar höflich aber nicht besonders nett miteinander umgehen. Als Constantine kurz darauf zustimmend wiederholte, was ich gesagt hatte, über die Kinder, schaute ich ihn einen Moment schweigend von der Seite an, ehe ich schließlich indirekt dem Drang mich an ihm festzuhalten nachgab und bei ihm einhakte. "Wenn es soweit ist müssen die Mütter in der Umgebung auch mehr auf ihre Töchter aufpassen. Sonst gibt es mehr gebrochene Herzen als Sterne am Himmel.", neckte ich dann amüsiert in dem Versuch die Stimmung ein bisschen zu heben.

(lil' wall of text o:)

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Mi 26 Sep 2018 - 18:22

(li'l vor allem... xD)

"Oh, tut es...", fragte er leise, aber ohne Intonation und Manja dabei zu unterbrechen, weil er sich vorher nie die Frage gestellt hatte, ob es frustrierend sein konnte, eine fiktive Serie zu schauen (die noch dazu meist ziemlich utopisch und nicht realistisch war) und zu sehen, wie der Protagonist oder die Protagonistin sich in jemanden verliebte und mit ihm zusammen kam. Für ihn war das eher etwas Lapidares, mit dem er sich nicht identifizieren konnte, doch vermutlich war er da auch recht anders als die meisten. Und außerdem konnte er ohnehin niemals einen Film sehen. Und es sich anzuhören war wohl noch einmal was anderes.
Krimis wiederum oder Thriller (ob nun gehört oder gesehen) fand er hingegen meistens so unrealistisch, dass er sie sich nicht antat. Die Beweggründe und das Profil der Täter waren in der Regel viel zu flach und der Fokus lag zu sehr auf der Ermittlung und den Ermittlern. Aber statt sich darüber zu äußern, zuckte er nur die Schultern und sagte: "Jeder ist anders." Das war besser als eine Diskussion darüber anzufangen, ob solche Filme oder Serien überhaupt gut sein konnten.
Als Manja fortfuhr, wünschte Constantine sich aber dann doch schon so halb, das Thema einfach in keiner Weise angeschnitten zu haben, weil Manja mit etwas Bedeutungsschwerem um die Ecke kam und er eben einfach einen Vorschlag gemacht hatte. Natürlich war es dank ihrer Erklärung schon irgendwie logisch und nachvollziehbar, dass sie einfach normal am gesellschaftlichen Leben teilnehmen wollte, aber... - War das nicht ohnehin klar?
Er löste den Oberarm etwas von der Seite, damit sie Platz hatte, sich bei ihm einzuhaken. "Schon okay." Nein, eigentlich nicht. "Aber wenn du nur darüber redest und es nicht einfach tust, wirst du die Erfahrungen nie machen. Ich meine, es ist nicht so, dass einen dauernd Personen in der Öffentlichkeit anrempeln. Und sie laufen auch nicht alle vor Emotionen über. In einem Kinosaal ist das je nach Film vielleicht anders, aber..." Er hob erneut die Schultern und machte dann eine Geste mit der freien Hand, die bedeuten sollte, dass er das Thema nicht weiter ausführen wollte. Er wusste natürlich nicht, wie fein ihr Gespür für Emotionen in einer größeren Menge war. Aber er hatte bisher eigentlich nicht das Gefühl gehabt, als würden seine emotionalen Regungen sie besonders oft tangieren.
"Wieso müssen sie auf ihre Töchter aufpassen?", fragte er, weil er den Zusammenhang zwischen ihm, einem Kind und den Töchtern irgendwelcher Frauen nicht ganz verstand. Beziehungsweise gab es zwei mögliche Konstellationen in seinem Kopf, und er wusste nicht, welche davon sie meinte.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Do 27 Sep 2018 - 12:09

(xDD)

Ich hätte Constantine nun lang und breit erklären können, dass es sehr wohl frustrierend war in Liebesfilmen Romanzen zu sehen, glückliche Pärchen, die sich küssten und einfach... glücklich waren und man selbst nicht die Möglichkeit hatte so etwas zu tun. Stattdessen warf ich ihm an der Stelle nur einen Blick zu und redete zu Ende, ehe ich anmerkte: "Und ja, es baut tatsächlich Frust auf. Also, für mich halt." Etwas zu sehen, das man sich herzlichst wünscht und nicht haben kann war doch immer frustrierend. Jeder ist anders, sagte er noch. Dem stimmte ich vollkommen zu. Mir war auch klar, dass er damit genauer die Vorlieben, Meinungen und Geschmäcker der einzelnen Individuen meinte. War ja auch schlüssig, also nickte ich nur.
Ich verzog ein bisschen beleidigt das Gesicht, als er sagte, es sei schon okay, weil es scheinbar gelogen war. Irgendwie. Gleichzeitig bekam ich ein schlechtes Gewissen, dass ich so viel geplappert hatte. Es war einfach die Aufregung, die mich so munter werden ließ. Reiß dich ein bisschen am Riemen, Manja. Ich wollte ihm ja nicht auf die Nerven fallen. Auf seine Erklärung hin seufzte ich also nur, statt weiter darauf einzugehen. War ja eigentlich auch nicht so wichtig. Also, für mich schon, aber ihn langweilte das vielleicht. Oder er wollte einfach etwas entspannen nach... nun ja... "Du kannst es mir ruhig sagen, wenn ich zu viel rede.", merkte ich noch leise an.
Auf seine letzte Frage hin schaute ich ihn beinahe ungläubig an und blinzelte zwei, drei Mal verdutzt. "Na... Wenn du schon so gut aussiehst wird dein Sohn ja ebenfalls verdammt gut aussehen.", entgegnete ich langsam, "Wenn er dann noch ein bisschen was von deinem Charakter hat war's das mit der Unschuld im 21. Jahrhundert." Mein Mundwinkel zuckte und ich hoffte, dass er verstand worauf ich da anspielte. Es war irgendwie schwierig nach den letzten beiden Gesprächen ein Thema zu finden, bei dem er sich entspannen konnte.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Do 27 Sep 2018 - 16:04

Na gut. Wenn es sie frustrierte, konnte man schlecht etwas dagegen sagen. Immerhin war es so oder es war nicht so. Daran gab es nichts herumzudiskutieren. Also ließ Constantine es so stehen. Vermutlich war es eh besser so. Er hatte schon am Telefon festgestellt, dass Manja doch zumindest in bestimmten Bereichen wesentlich komplizierter dachte und war, und nur, weil er gefühlsselig war wie ein Stück Holz, musste er sie ja nicht damit verletzen, indem er sagte, wie unnütz ihre Einstellung war (die wohl veranlagt und verständlich war und daher nicht einfach zu ändern).
"Ich werde dir schon sagen, wenn du das tust", versetzte er leise, als Manja meinte, dass er es sagen konnte, wenn sie zu viel sprach. Es war nicht gelogen. Nicht ganz. Immerhin war es nicht die Menge an sich, sondern das Thema. Vielleicht war es ein wenig gemein, wenn er sie in der Nacht zuvor vollheulte und sie ihm ein offenes Ohr schenkte und er sie jetzt abgebügelt hätte, weil sie zu tiefsinnige Dinge von sich gab. Aber genau deshalb hatte er ja auch die Klappe gehalten. Zumindest das war er ihr irgendwie schuldig.
Manja erklärte schließlich Variante a) von den beiden, die Constantine sich vorgestellt hatte. Die andere wäre gewesen: "Na, wenn die Töchter dich mit einem Kind sehen, werden sie wissen, dass du nicht mehr zu haben bist." Und zwar aus folgendem Grund: "Und wenn ich eine Tochter habe statt einem Sohn?" Diesmal suhlte er sich lieber nicht in ihrem Kompliment über sein Aussehen. Irgendwo hatte er auch noch genug Anstand. "Ich glaube, ich hätte lieber eine Tochter..." Vielleicht ließ sich damit das schlechte Verhältnis von Vater zu Kind der letzten Generationen einfacher vermeiden.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Do 27 Sep 2018 - 19:27

Ein bisschen verwirrt biss ich mir leicht auf die Unterlippe. Ich hatte also nicht zu viel geredet. Trotzdem hatte irgendwas mit seiner Aussage zuvor nicht gestimmt. Aber ich wollte nicht weiter darauf herum reiten, also vertraute ich ihm einfach und ließ das so stehen. Das war nämlich der kleine Haken mit dem Vorteil als Lügendetektor zu fungieren. Ich merkte zwar, wenn an einer Aussage etwas mich stimmte, konnte aber nicht sagen was genau. Wenn es also nicht die Länge gewesen war, die ihn störte, war es etwas anderes. "Okay.", murmelte ich schließlich, drückte seinen Arm einen Moment an mich, lehnte kurz den Kopf an seine Schulter und ließ dann wieder locker, damit er nicht das Gefühl hatte ich würde ihm auf die Pelle rücken. Auch wenn genau das mein Ziel gewesen war. Einen kurzen Moment der Nähe genießen.
Auf seine Frage hin beugte ich den Kopf leicht in den Nacken und warf einen kurzen Blick hinauf in den dämmrigen Himmel. Ein paar Sterne waren schon zu sehen. "Nun... .", entgegnete ich langsam und freute mich insgeheim, dass ich ihm eine Kleine Information hatte entlocken können. Wenn es ihm allgemein möglich war sich vorzustellen ein Kind zu haben und sogar ein Geschlecht präferierte, war nicht alle Hoffnung daran verloren, dass er wirklich mal diesen Punkt erreichte. "Ich bin mir schon ziemlich sicher, dass es dann trotzdem eine Reihe an gebrochenen Herzen geben wird. Aber ich habe ehrlich gesagt ein bisschen zu wenig Ahnung von sowas." Ich verzog den Mund. "Ich meine, ich weiß nicht einmal wie es ist mit anderen Jugendlichen auf eine Schule zu gehen." In der Zeit hatte ich mit Ced in der Hütte gelebt. Ergo war er das einzige männliche Wesen, dem ich in meiner Zeit als Jugendliche begegnet war. Mit Ausnahme von ein paar Mönchen aus dem Schrein, in dem Ced mich abgesehen hatte, wenn er für ein paar Tage in die Stadt musste.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Do 27 Sep 2018 - 19:51

Als Manja den Kopf kurz an seine Schulter lehnte, drehte er das Gesicht etwas mehr zu ihr als würde das irgendetwas bringen. Es störte ihn nicht, dass sie das tat. Es störte ihn immerhin auch nicht, dass sie sich bei ihm eingehakt hatte.
Bis zu dem Restaurant war es nicht mehr weit. Manja konnte es an der Ecke der Straße sicherlich schon sehen; Constantine jedenfalls roch es. Oder vielmehr das Essen dort. "Oh, sicher. Aber meine Tochter würde den Jungs die Herzen brechen." Was denen recht geschehen würde. Er eingeschlossen, waren Männer doch immer ein wenig zu... - Er wusste auch nicht. "Allerdings denke ich, dass ich es lieber hätte, wenn mein Kind nicht so ist wie ich und einen ... geringeren Verschleiß an Liebeleien hat."
Es war schon seltsam. Er sagte, dass er zufrieden damit war, hier und dort mal eine zu haben oder eine kurze Beziehung zu führen, weil alles andere zu lästig war. Aber gleichzeitig wünschte er es auch niemandem so recht. Vielleicht, weil ihm ja schon irgendwie bewusst war, dass es angenehmer war, eine richtige und engere Beziehung zu jemandem zu haben. Nur, dass er selbst den Preis dafür nicht zahlen wollte.
Es war wohl etwas anderes, wenn andere dies taten. Ja, irgendwie schon...
Vielleicht wollte er sich aber auch nicht eingestehen, dass er die kleine Annabelle im Kopf hatte, wenn er an eine Tochter dachte. Nicht, weil sie für ihn wie eine Tochter gewesen wäre, sie war ja eher wie eine Schwester gewesen. Eher, weil sie das einzige "kleine" Mädchen gewesen war, mit dem er zu tun gehabt hatte. Und weil er bis auf diesen einen Tag, der alles verändert hatte, nur gute Erinnerungen an diese Zeit hatte. Deshalb fiel es ihm auch nicht so schwer, zu behaupten, mal ein Kind zu haben. Weil er wusste, wie es sein könnte. Dass es irgendwann in absehbarer Zeit passierte, glaubte und wünschte er sich allerdings nicht.
Und vermutlich würde er das Risiko ohnehin nie eingehen, selbst falls von irgendwoher mal die Richtige angeschwebt kam, mit der es überhaupt funktionieren konnte, ein Kind zu zeugen. Die Wahrscheinlichkeit lag bei 50 Prozent, dass es ein Junge wurde. Und dann lag die Wahrscheinlichkeit - wenn er krank war - bei 85 Prozent, dass sein Kind erkrankte. Nichts, was er verantworten wollte.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Fr 28 Sep 2018 - 0:07

Meine Mundwinkel hoben sich amüsiert, als Constantine nun auch selbst sagte, dass seine Tochter den Jungs die Herzen brechen würde. "Einen geringeren Verschleiß an Liebeleien?", wiederholte ich überrascht, ohne aber eine konkretere Antwort zu erwarten. Also, ich konnte schon irgendwie nachvollziehen, dass man sich das für das eigene Kind nicht wünschte. Aber... müsste das nicht irgendwie implizieren, dass Constantine seine Situation selbst nicht so wirklich mochte? Das bestärkte ja etwas die Vermutung, dass er irgendwann wirklich heiraten und Kinder bekommen, ja sogar langfristig glücklich damit wäre. Aber das würde ich ihm ganz bestimmt nicht sagen. Für mich bedeutete das nämlich, dass es möglich war eine wirklich gute Freundschaft zu ihm aufzubauen. Das wäre nämlich nicht so einfach, wenn er keine Bindungen mochte. Immerhin war eine Freundschaft ja auch so etwas wie eine Bindung, wenn auch keine so enge wie die einer romantischen Beziehung. Mein Herz machte einen kleinen Hüpfer, als ich diese Erkenntnis hatte.
Als ich jedoch merkte, dass seine Stimmung irgendwie merkwürdig umschlug - vielleicht dachte er einfach an irgendwas unangenehmes -, wechselte ich wieder das Thema, in der Hoffnung diesmal etwas belangloseres zu erwischen. "Als du mich heute angerufen hast war ich dabei zu schauen in welcher Woche ich nach Oretown fahren kann.", bemerkte ich und sah vorsichtig zu ihm hoch, "Irgendwie ist es gar nicht so einfach einen passenden Zeitraum zu finden. Man sollte meinen, ich hätte in drei Monaten gar keine Termin und könnte mir da einfach eine Woche frei nehmen." Leider war das ein bisschen komplizierter, weil ich nicht allein wohnte. Cederic hatte nämlich tatsächlich bereits in drei Monaten Termine, wie ich mit einem Blick in seinen Kalender festgestellt hatte. Es war möglich, dass er mich für das eine oder andere brauchte. Und zwar persönlich, nicht einfach nur am Telefon oder per E-Mail.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Fr 28 Sep 2018 - 9:08

"Ja?“, erwiderte er halb fragend auf Manjas wiederum gestellte Frage. „Oder fändest du es für mich normaler, wenn ich mit meiner Einstellung meinem Kind dasselbe wünsche?“ Einem Erwachsenen würde er vielleicht sagen, dass er sich nicht zum Affen machen und einer Frau lange hinterherlaufen sollte. Oder dass es viel einfacher war, sich mit ihnen zu vergnügen, statt sich an sie zu binden und dauernd auf Wünsche und Erwartungen eingehen zu müssen. Aber einem Kind? Dem eigenen Kind? Nein. Man wollte ja doch in der Regel, dass es ihm gut ging und dass es glücklich war, und dass dauernd wechselnde Beziehungen glücklich machten, hatte Constantine ja nie behauptet.
Er winkte ab. „Bei meinen herausragenden zwischenpersönlichen Fähigkeiten dauert es ohnehin noch Ewigkeiten, bis ich ein Kind habe. Wahrscheinlich wird es eh nie was. Ich mache mir darum Gedanken, wenn es so weit ist.“ Er also irgendwann doch mal wusste, ob er krank war. Wenn ja, dann Kind nein. Sowieso. Als wäre es ohne die Krankheit viel wahrscheinlicher, dass er ein Kind haben würde.
War es nicht.
„Stress dich nicht“, erwiderte er, als Manja ihm signalisierte, dass sie es offenbar nicht geschafft hatte, eine passende Woche irgendwann in drei Monaten zu finden. Na, sie war ja vielbeschäftigt. „Du kannst auch später oder eher oder nächstes Jahr kommen.“ Er verlangsamte seine Schritte und blieb kurz am Eingang des Restaurants stehen. Er wartete darauf, dass Manja sich von seinem Arm löste, ehe er nach dem Türgriff fasste und ihr die Tür aufhielt.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Fr 28 Sep 2018 - 13:59

Ich blinzelte ein paar Mal auf Constantines  Frage. "Lieber Himmel, nein.", entgegnete ich dann hastig und hob abwehrend die Hand des Armes, den ich nicht bei ihm eingehakt hatte. "Allerdings frage ich mich da unweigerlich was du für einen Verschleiß hast. Ich meine, das klingt fast so, als hättest du zumindest jeden zweiten Tag eine neue Frau im Bett." Aber das war ja wohl übertrieben, nicht? Ich meine, ich konnte mir vorstellen, dass er das könnte, wenn er wöllte, aber irgendwie erschien mir das zu viel für ihn. Also, Constantine schien mir einfach nicht der Typ zu sein, der... am laufenden Band Frauen abschleppte, sondern das eher hin und wieder mal tat. Auch wenn das hochgerechnet trotzdem noch ziemlich viele wären.
Bei seiner Anmerkung zu seinen Fähigkeiten, legte ich den Kopf etwas schräg und schaute zu ihm auf. "Jeder hat doch so seine Fehler. Ich bin ja auch nicht gerade ein Meister in zwischenmenschlichen Disziplinen." Einfühlungsvermögen schien diesbezüglich meine einzige Stärke zu sein. Vorausgesetzt die Person war körperlich in meiner Nähe. Ansonsten hatte ich das Gefühl auf ganzer Linie zu versagen. "Es gibt genug andere Dinge, für die man dich lieben kann. Und da jeder in der Lage ist zu lieben, wirst du das auch hinkriegen." Ich drückte ihm kurz den Bizeps, was man als tröstlich empfinden könnte. Allerdings glaubte ich nicht, dass Constantine bei diesem Thema ausgerechnet Trost wollte. "Aber alles zu seiner Zeit. Dich kann ja niemand zwingen." Man konnte ihm Druck machen, ihn drängen, aber am Ende entschied er selbst. Und es zeugte von einem starken Willen und Charakterstärke, dass er das auch tat.
"Nein, nein ich finde noch was.", widersprach ich abrupt, als er meinte, ich könne ja nächstes Jahr noch kommen. "Also, noch dieses Jahr. Ganz sicher." Ced konnte doch ganz bestimmt ein paar Tage ohne mich auskommen. Am Restaurant angekommen wunderte ich mich ehrlich gesagt einen Moment, warum Constantine nicht weiterging, bis mir aufging, dass ich mich ja noch an ihm festhielt. Also ließ ich hastig seinen Arm los und lächelte leicht auf, als er mir die Tür öffnete und aufhielt. Er war trotz der etwas rauen Schale immer noch ein Gentleman. "Danke.", murmelte ich ihm zu und trat ein, schaute mich automatisch aufmerksam nach einem freien Tisch um, ohne aber weiter zu gehen. Ich ging nicht oft in Restaurants und wenn, dann hatte Ced vorher immer einen Tisch reservieren lassen. Vielleicht kann ich dabei zusehen, wie Constantine so tut, als sei er nicht blind, ging es mir durch den Kopf, als mir aufging, dass ja sicher ein Kellner zu uns kommen würde. Oder?

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