Ein Gericht für zwei

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Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Mo 24 Sep 2018 - 10:19

Ich würde jetzt einfach mal sagen, dass es angenehm draußen ist? xD Ich komm mit meinem Jahreszeitenplan auch langsam etwas durcheinander)

Da Constantine Manja gesagt hatte, dass er zwischen einer halben und einer ganzen Stunde bei ihr auftauchen würde, fand er es angemessen, sich eine Dreiviertelstunde Zeit zu lassen, um sie abzuholen. Das war genug Zeit, um sich andere Kleidung anzuziehen und sich noch einen kurzen Moment lang auszuruhen. In umgekehrter Reihenfolge natürlich. An sich hätte er nicht mal die Klamotten wechseln müssen, aber er hatte keine Ahnung, was für ein Restaurant es sein würde – und außerdem fühlte er sich damit wohler. Er hatte ohnehin einen ziemlichen Verschleiß an Kleidung, was das Umziehen anbelangte (auch wenn nicht alles gleich nach vier Stunden Tragen in der Wäsche landete).
Außerdem tauschte er auch nicht alles aus, sondern nur das dunkle Sweatshirt gegen ein mittelgraues Hemd und ein dunkles Sakko. Der schlichte Ring aus dunklem Edelstahl blieb am linken Zeigefinger, die Jeanshose dunkelblau – und er zog sich am Ende auch die gut gepflegten Straßenschuhe wieder an.
„Gehst du schon wieder aus?“, fragte ihn seine Mutter, als sie ihn hörte und aus der Küche herüberkam.
Er erhob sich wieder und vergewisserte sich, dass Grete und sein Portmonee sich in den Innentaschen des Sakkos befanden. „Ja. Ich treffe jemanden.“
Emilia schwieg kurz und war wahrscheinlich hin und hergerissen zwischen der Überlegung, ob sie genauer nachfragen sollte oder ob nicht. Sie entschied sich für etwas anderes. „Bitte trink nicht wieder so viel, ja?“
Constantine schenkte ihr ein leichtes Lächeln. „Keine Sorge. Gestern war genug für die nächsten Tage.“ Eventuell.
„Ich hoffe, für die nächsten Wochen.“
„Ist okay, Mutter. Wirklich.“ Er schob die Hand an ihre Seite und deutete einen Kuss auf ihre Wange an. Eher, damit sie sich zufrieden gab als weil ihm danach war, doch es hatte den gewünschten Effekt und sie behelligte ihn nicht mehr.

Nach der Uhrzeit hatte er sie und Grete (und Manja) nicht gefragt, aber es war wohl irgendwann zu einer normalen Uhrzeit, zu der man abends essen ging, als er bei dem Mehrfamilienhaus mit der Detektei im Erdgeschoss ankam. Es war schon irgendwie besser, zu wissen, dass Cederic nicht da war. Auf den hätte er gerade überhaupt keine Lust gehabt. Er zückte das Handy und sagte ihm, dass es bei Manja anrufen sollte, wartete das erste Freizeichen ab und unterbrach den Kontakt dann wieder.
Da er gehört hatte, wie Cederic sagte, dass er abschließen würde, war klar, dass Manja den Hauseingang benutzen würde. Also wartete er im Hof auf sie.

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Constantine

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Mo 24 Sep 2018 - 13:40

(Oki~)

Die erste Viertelstunde, in der ich wartete, nutzte ich um noch ein wenig nach einer passenden Woche für den Urlaub zu suchen, ehe ich mich daran machte mir etwas passendes anzuziehen. Würde ich nur eine Jeans und ein dünnes enges Sweatshirt nehmen, bräuchte ich wohl nur fünf Minuten, aber für ein Restaurant wollte ich dann zur Abwechslung einen hübschen Rock tragen. Und dafür brauchte ich eine Strumpfhose oder eine Leggins. Da die Temperaturen noch recht angenehm waren entschied ich mich für eine Feinstrumpfhose. Der Rock, den ich aussuchte reichte mir bis knapp unter die Knie und hatte eine hübsche dunkelblaue Farbe. Ich suchte ein feines langärmliges Shirt in derselben Farbe aus und begutachtete mich einen Moment im Spiegel, ehe ich mir selbst zustimmend zunickte. Mir die Haare zu bürsten dauerte ein bisschen länger als erwartet, weshalb ich begann nervös auf die Uhr zu schauen. Aber er sagte ja, eine halbe bis eine Stunde, also hatte ich wohl noch etwas Zeit. Auch wenn er jeden Moment durchklingeln könnte.
Etwas aufgeregt saß ich schließlich einen Moment nur auf der Couch und schaute meine Zehen an, ehe ich ein hübsches Paar flache schwarze Schuhe anzog, die ich viel zu selten trug, weil ich sie für den Alltag zu hübsch fand. Als ich daraufhin fertig war, seufzte ich leise und warf erneut einen Blick auf die Uhr. Ich sollte wohl eine Handtasche mitnehmen, ging es mir noch durch den Kopf. Aber auch nachdem ich mir eine ausgesucht hatte, wartete ich noch. Und mit jeder Minute stieg meine Nervosität. Um nicht in meinem Zimmer zu warten, ging ich nach fünf Minuten hinüber ins Wohnzimmer und kümmerte mich ein wenig um die Pflanzen, wobei mir auffiel, dass ich ausgerechnet die Handschuhe vergessen hatte.
Mit einem Seufzen huschte ich also nochmal zurück, zog mir passende dünne Handschuhe über - also ebenfalls in dunkelblau - und ging wieder ins Wohnzimmer. Ich rollte gerade noch den rechten Ärmel über die Längen des Handschuhs, als - endlich - mein Handy klingelte. Mit einem freudigen Lächeln zog ich es kurz aus der Handtasche, um zu überprüfen, dass es auch Constantine war und spazierte anschließend fröhlich summend hinüber in die Detektei. Dann in den Flur... Die Türen schloss ich sorgfältig hinter mir ab.
Etwas hibbelig und mit vor Vorfreude rasendem Herzen musste ich an der Haustür kurz stehen bleiben und durchatmen, ehe ich sie öffnete und dem blonden Vampir gegenüber stand. Es dauerte etwa zwei Sekunden, bis mein Kopf wieder arbeitete und ich ihn begeistert an lächelte. "Hey.", begrüßte ich ihn, trat hinaus und umarmte ihn. "Es ist schön dich wiederzusehen." Weil ich ihn tatsächlich ein bisschen vermisst hatte, umarmte ich ihn ein bisschen länger als angebracht, ehe ich mich von ihm löste. "Ich hoffe, du bist gut hier angekommen.", bemerkte ich noch und wendete mich den Klingelschildern zu, um zu schauen welche davon unsere war. An sich schienen sie sortiert zu sein - waren auch nur acht, zwei Wohnungen pro Etage - aber sie waren diamantförmig angeordnet, weshalb ich einen Moment sogar überlegte, ob jemand im Keller und jemand im Dach wohnte. "Hier ist unsere Klingel.", erklärte ich Constantine und deutete auf besagtes Schildchen, ehe ich zu ihm aufsah.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Mo 24 Sep 2018 - 14:41

Es dauerte ein paar Augenblicke, bis sich die Haustür öffnete und Manja heraus kam, doch Constantine war ja nicht ungeduldig und wartete einfach zwei, drei Schritte von der Tür entfernt und mit den Händen locker in den Sakkotaschen. Dass sie sich näherte, spürte er eh schon vorher: Ihr schnell schlagendes Herz verriet sie, noch bevor auch die übrigen Muskelimpulse an seine Wahrnehmung drangen, weil die Tür dafür dann doch im Weg war. Dafür zog er die Hände aus den Taschen, sobald sie heraustrat, und setzte ein Lächeln auf. Ein kurzer Scan verriet, dass sie einen Rock trug, der für seinen Geschmack gerne hätte kürzer sein können, aber hey.
Es war schon irgendwie seltsam, wie viel leichter es ihm fiel, sie zu umarmen, als das bei seiner Mutter zu tun, die er viel länger kannte und eine viel engere Bindung zu ihr hatte. Und man musste bedenken, dass man Manja nicht einfach so gedankenlos anfassen konnte. „Hi“, erwiderte er ihre Begrüßung und drückte sie sacht an sich. „Ich freue mich, dich … wiederwahrzunehmen?“ Wiedersehen, hach ja, das sagte sich ja leider durch ihn nicht so leicht, aber er wollte nicht jedes Mal erklären, dass er gerne dasselbe sagen würde. Da Manja sich von ihm löste, ließ er die Arme wieder sinken und beobachtete sie dabei, wie sie zurück zur Tür trat. Ihre Hand hob sich und sie schien auf etwas neben der Tür zu deuten.
Er trat neben sie und richtete den Fokus auf die Klingeln, die sich dort befanden. Sie hoben sich ein wenig von der Fassade ab, aber es gab Dinge, die konnte er besser geistig ertasten. Also streckte er ebenfalls lieber die Hand aus und ließ die Fingerspitzen vorsichtig über die Klingelschilder gleiten, um sich einzuprägen, welche es war. Das war wesentlich einfacher, als es sich ohne Anfassen zu merken. „Die hier?“, fragte er sicherheitshalber und ließ den Zeigefinger über der richtigen Klingel schweben.
Gut zu wissen, falls er sie noch mal besuchte. Klingeln war leichter als anrufen.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Mo 24 Sep 2018 - 17:57

Froh, dass Constantine sagte, er würde sich auch freuen, gluckste ich einen Moment, fühlte mich fast schon wie ein kleines Kind am Weihnachtsabend. Am liebsten hätte ich ihn prompt noch etwas länger umarmt, aber ich wollte auch nicht wie eine Klette an ihm hängen. Ich konnte ihm später ja noch genug auf die Pelle rücken. Vorausgesetzt natürlich ihn störte das nicht. Er sagt es ja, wenn ich ihn nerve, erinnerte ich mich. Außerdem würde ich das ja auch spüren.
Im Moment jedenfalls konnte ich keine Abneigung oder ähnliches wahrnehmen. Nur etwas, das sie wie ein dumpfer Schmerz anfühlte und ich nahm an, dass es dabei um die Tatsache ging, dass sein Vater krank und seine Mutter war. Ein bisschen Ablenkung tut ihm sicher etwas gut. Als er sich schließlich die Klingel genauer ansah - sie berührte, um genauer zu sein - nahm ich mir einen Augenblick Zeit ihn mir etwas genauer anzuschauen. Es überraschte mich doch ein wenig, dass er extra ein Sakko angezogen hatte. Aber beschweren würde ich mich nicht, denn es stand ihm verflixt gut. Als ich bemerkte, dass er etwas gesagt hatte, blinzelte ich hastig und schaute wieder zur Klingel. "Äh, ja genau. Die ist es." Nicht schwer zu finden, weil sie unten links war. Schräg darunter befand sich die Klingel von Frau Kostich. Wahrscheinlich wurde hier mehr an Ästhetik, als an Praxis gedacht. Schöner wäre es gewesen, hätten sie die Namen noch eingraviert. Aber dann müsste man die Schilder bei jedem Umzug eintauschen. Das war wahrscheinlich zu aufwendig.
"Du siehst gut aus heute.", bemerkte ich gut gelaunt und schaute wieder zu ihm auf. "Wollen wir dann gehen? Nicht, dass Frau Kostich dich noch bemerkt. Dann stehen wir hier noch eine halbe Stunde lang." Obwohl sie manchmal etwas schwierig werden konnte mochte ich die alte Dame aber. Vielleicht sollte ich sie öfter besuchen.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Mo 24 Sep 2018 - 19:32

"Gut", erwiderte er, führte die Bewegung zuende und drückte die Zeigefingerspitze einmal gestreckt gegen die Klingel, sodass leise irgendwo im Inneren für ihn das Läuten einer Schelle zu hören war. Es war ja niemand in der Wohnung, den das stören konnte. Anschließend machte er eine elegante halbe Drehung und blickte zu Manja.
"Nur heute?", erkundigte er sich und lächelte schief. Sein Aufzug war für seine Verhältnisse nichts Ungewöhnliches, aber das wusste Manja ja nicht. Wenn man jahrelang als Anwalt arbeitete, war es irgendwann so drin, dass man Hemden und Sakkos oder für Gerichtstermine sogar noch einen Anzug trug, dass das wohl in Fleisch und Blut übergegangen war. Jedenfalls kleidete er sich nicht nur dann so, wenn er ins Restaurant ging. Auf der Straße würde man Constantine niemals mit schlabberigen, ausgewaschenen alten Freizeitklamotten treffen. Selbst die Sweatshirts, die er besaß, waren allesamt ordentlich und eher von der feineren Sorte.
Als müsste er sich irgendwie herausputzen, um gut auszusehen - aber jetzt war auch wirklich gut!
Bei ihren Worten nickte er nur und setzte sich langsam in Bewegung. "Was denn, wir könnten Misses Kostich doch mitnehmen, hm?" Er setzte ein übertrieben freudiges Gesicht auf, ehe die Miene wieder der Neutralität fröhnte. "Nicht."
Wo das Restaurant war, wusste Constantine noch. Nicht nur des Geruchsbildes wegen, das sich in seinem Kopf geformt hatte. Er neigte ja dazu, alle möglichen Anhaltspunkte dafür zu nutzen, sich zu orientieren. Da es für ihn eine größere Rolle spielte als für Leute, die sich einfach visuell auch an entfernter gelegeneren Gebäuden, Schildern oder sonstigen markanten Punkten orientieren konnten, gab er sich immer Mühe, einen neuen Ort im Kopf gedanklich "nachzuzeichnen", um ihn beim nächsten Mal gut wiedererkennen zu können.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Di 25 Sep 2018 - 14:27

Unwillkürlich lächelte ich ebenfalls etwas schief, als er es tat. "Naja, du siehst natürlich immer gut aus. Aber das Sakko steht dir wirklich gut.", entgegnete ich und deutete auf besagtes Kleidungsstück. Für mich war es ein bisschen wie der Unterschied zwischen Tag und Nacht. Beim letzten Mal hatte er ein Sweatshirt getragen. Aber wenn ich so daran dachte, dass er Anwalt gewesen war, war es möglich, dass das Sweatshirt die Ausnahme gewesen war, nicht das Sakko jetzt. Aber was wusste ich denn schon?
Als er sich mit mir in Bewegung setzte, rückte ich kurz meine Handtasche zurecht - ich war es nicht wirklich gewohnt eine zu tragen - und unterdrückte den Drang nach seiner Hand zu greifen, um eine Art Anker zu haben. Zwar fühlte ich mich immer ein bisschen wie ein Kind, aber ich fühlte mich viel sicherer, wenn ich mich an jemandem festhalten konnte, wenn ich durch die Stadt ging. Sei es auch nur kurz um die Ecke. Als Constantine dann übertrieben fröhlich vorschlug, wir könnten Frau Kostich ja mitnehmen, musste ich ein wenig kichern. "So gern ich sie auch habe, ich möchte sie auch nicht mitnehmen. Ich hab sie mal in einem Café getroffen." Amüsiert schüttelte ich den Kopf. "Solange sie allein war, blieb sie ganz ruhig sitzen, aß ihr Stück Kuchen und beobachtete die anderen Gäste. Aber sobald ein Kellner kam oder als ich mich zu ihr setzte... Ich habe noch nie so viel Zeit in diesem Café verbracht und wahrscheinlich einen ganzen Kuchen gegessen, weil ich noch vom Fleisch falle, wenn ich nicht genug esse." Ich wusste ja, dass ich zu wenig aß. Trotzdem war es ein bisschen schwierig für mich so direkt damit konfrontiert zu werden. "Ich glaube, sie hat einem der Kellner tatsächlich ihre Nummer zugeschoben.", überlegte ich nur eine Sekunde später.
Da Constantine zu wissen schien wo lang es ging, ging ich gemütlich neben ihm her.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Di 25 Sep 2018 - 15:23

"Hmm, danke“, erwiderte er, als Manja ihr Kompliment noch einmal etwas präzisiert wiederholt hatte, und schenkte ihr ein etwas deutlicheres, ehrlicheres Lächeln. Er hatte ja nie behauptet, nicht ein wenig eitel zu sein. Aber es war auch nicht nur das. Es war eine kleine abgeschwächte Form der Wortstreichelei von der Nacht zuvor. Auch, wenn das Äußere nur oberflächlich war, war ein wenig Anerkennung trotzdem nichts Verkehrtes gerade.
Constantine dachte nicht darüber nach, dass es Manja vielleicht helfen würde, wenn sie sich an seinem Arm festhielt oder so etwas, obwohl er an sich natürlich noch wusste, dass sie das auch gemacht hatte, als sie vom Park zurückgegangen waren. Allerdings war hier gerade auch wirklich nicht viel los und man musste sich keine Sorgen machen, aus Versehen jemanden anzurempeln oder ohne Vorwarnung angefasst zu werden. Also ging er nur ganz normal neben ihr her und klemmte die Finger dabei nun auch in die Hosentaschen, statt die Hände zurück in das Sakko zu schieben. Während er damit beschäftigt war, die Umgebung gedanklich abzutasten, um nirgendwo vorzulaufen, lauschte er Manjas Erzählung über Frau Kostich.
„Ich glaube, jeder stellt sich so seine ideale Großmutter vor, oder? Vielleicht bis auf den Teil mit der Telefonnummer für den Kellner…“ Er seufzte und lehnte den Kopf kurz etwas in den Nacken. Er kannte seine Großeltern gar nicht. Es war schon ewig her, seit seine Eltern nach Oretown gezogen waren. Die Generation vorher hauste wahrscheinlich immer noch irgendwo in der Einöde auf ihrem Schloss. Oder wo auch immer. „Ich glaube, ich würde sie anrufen. Aber nur, weil ich weiß, wie sie ist.“ Sein Fokus verirrte sich kurz zu Manjas Herzschlag.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Di 25 Sep 2018 - 16:05

Als Constantine anmerkte, dass sich wohl jeder so die ideale Großmutter vorstellte, zog ich nachdenklich die Brauen zusammen. "Ehrlich gesagt weiß ich das gar nicht so genau.", gab ich zu, "Ich habe ja keine Großeltern und weiß nicht wie das ist." Und es war ja auch nicht so, als hätte ich viele Freunde, die mir von ihren Großeltern erzählen konnten. Trotzdem grinste ich ein wenig, als er sagte, er würde sie anrufen. "Awww, ich kann mir richtig vorstellen, wir ihr miteinander schäkern würdet. Allerdings glaube ich, dass Frau Kostich dir ihre Nummer aus ganz anderen Gründen geben würde." Ich tippte mir ans Kinn. "Immerhin bist du ja verheiratet." Oh, das war wirklich erheiternd. Einerseits war ich froh, dass Constantine unserer Nachbarin nicht in ein Netz aus Lügen spann, andererseits wäre es interessant gewesen wie sich das hätte entwickeln können. Aber ich wollte ja auch nicht, dass Frau Kostich sich dann irgendwann versuchte in eine nicht existente Ehe einzumischen und Constantine gezwungen war noch mehr zu lügen. Das wäre ihm sicher auch irgendwann unangenehm.
Mit einem leichten Seufzen ließ ich die Arme ein wenig schwingen, hielt die Hände aber in lockeren Fäusten, damit ich nicht automatisch nach dem Vampir neben mir griff. Dabei bemerkte ich, das mein Herz noch immer schneller klopfte als es sollte. Vor Aufregung. Und weil ich Angst hatte, dass Constantine das merkte, sprach ich schnell weiter. "Hast du eigentlich Großeltern? Ich meine, du hast bestimmt welche, aber... also, leben die noch? Und leben die in der Nähe?"

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Constantine am Di 25 Sep 2018 - 17:17

"Nicht? Guckst du kein Fernsehen?", erkundigte er sich bei Manja. Wenn er sich vorstellen konnte, wie eine ideale Großmutter war, und selbst keine gehabt hatte, zu der er Kontakt pflegte, konnte sie das doch sicher auch, oder? Oder war der Unterschied, dass sie auch keine Eltern hatte? Keine ... echten. Wobei er und seine Eltern ja auch nicht so das super Verhältnis hatten. Doch darüber wollte er ja eigentlich gerade nicht nachdenken.
"Ooh, und zwar aus welchen Gründen? Um sich zu erkundigen, wie es Frau und Kind geht? Oder um mir Tipps für eine glückliche Ehe zu geben? Oder verrät sie mir, warum meine Frau weniger Lust hat als ich oder was ich tun muss, wenn mein Baby zahnt?" Er schnaubte, drehte dabei das Gesicht kurz zur Seite weg und seufzte dann. "Vielleicht will sie ja auch meine Geliebte werden - aber da muss ich leider passen." Bei dem Gedanken daran, dass sie alt und runzlig sein musste, schauderte er leicht, ohne es verhindern zu können.
Er antwortete nicht sofort auf Manjas Frage, sondern ging noch ein paar Meter weiter. Er war froh, dass es schon dunkel wurde. Das Wetter war nicht schlecht, was bedeutete, dass die Sonnenstrahlen ihren Weg zur Erde fanden. "Soweit ich weiß, leben die väterlicherseits noch, ja. Aber ich habe sie noch nie getroffen. Sie leben weit weg und das schlechte Verhältnis wird bei uns scheinbar von Generation zu Generation weitergegeben." Klappte ja gut mit dem Themameiden.

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Re: Ein Gericht für zwei

Beitrag  Manja am Di 25 Sep 2018 - 21:22

Fernseher fand ich ja ganz praktisch. Sie nahmen nicht wirklich viel Platz weg - im Vergleich zu Möbeln -, informierten dich über das Leben außerhalb und waren leicht sauber zu halten. Aber benutzen tat ich sie tatsächlich nicht oft. "Manchmal schaue ich Nachrichten.", antwortete ich, "Oder Dokumentationen." Ich dachte einen Moment nach. "Filme oder Serien schaue ich eigentlich nicht, nein. Ich meine... Ähm... Ich hab ja in meinem Leben genug Drama und Aufregung. Da brauche ich nicht das Drama und die Aufregung aus dem Fernsehen. Obwohl ich eigentlich gerne mal ins Kino gehen würde. Wenigstens ein Mal." Ich seufzte leise, kicherte wenig später aber auch schon, als Constantine spekulierte, weshalb Frau Kostich ihm ihre Nummer geben könnte. "Wahrscheinlich alles zusammen. Sie und ihr Mann waren immerhin Jahrzehnte verheiratet, ehe er gestorben ist. Aber ich weiß ehrlich gesagt weiß nicht nicht mal, ob sie Kinder hat." Angestrengt kniff ich die Augen ein wenig zusammen. "Wenn ich so darüber nachdenke hat sie, glaube ich, einen Sohn. In ihrem Wohnzimmer stehen ein paar Bilder. Also ja, sie würde dir sicher sogar brauchbare Tipps für dein nicht existentes Kind geben."
Als er meine Frage beantwortete, lauschte ich einen Moment und seufzte dann leise. "Verstehe. Aber wenn du irgendwann Kinder hast kannst du das ja besser machen." Ich wusste jedenfalls schon, wenn ich mal Kinder hatte - was hoffentlich passieren würde - würde ich all mein Herzblut geben, um für sie da zu sein.

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