Remember, remember...

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Remember, remember...

Beitrag  Shion am Mo 28 Mai 2018 - 23:33

Vergangenheitsszenen


Rückblende #1


Ein tiefes Seufzen war zu vernehmen. Das auf dem Rücken liegende Pinklöckchen starrte resigniert und mit leeren Augen zum Himmel hoch... Als hätte sie sich mit all den schrecklichen Dingen auf der Welt abgefunden und eingesehen, dass das Leben eben doch nicht voller Regenbogen, Glitzer und hüpfenden Einhörner ist. Die Leiden der jungen nicht mehr so jungen Shion oder so. Dabei hatte der Tag so gut angefangen. Zumindest war sie noch voller Zuversicht, als sie mit dem Laserding das Maisfeld-Labyrinth betreten hatte – selbst mit der magiehemmenden Ausrüstung. Screecher. Pfft. Als ob diese Libellenviecher ihr Angst machen könnten. Eigentlich machte sie sich ja nicht gerne die Finger schmutzig, doch sie hatte sich von einer – mehr oder weniger – vertraulichen Quelle sagen lassen, dass es in diesem Maislabyrinth wertvolle Schätze zu finden gab. Warum also nicht? Für so etwas machte die Hexe auch einmal eine Ausnahme.

Kaum zehn Minuten später hatte sie sogar ein Biest erwischt. Nur ist Shion so ohne Magie keine wirklich talentierte Kämpferin. Nicht einmal schnell genug wegrennen konnte sie, als das Riesenvieh – die letzten schrecklichen Sterbensfiepen des Tages von sich gebend –  vom Himmel runterfiel und ihren gesamten Unterkörper unter sich begrub. Die Hexe hatte leider nicht genug Kraft, um das Ding von sich zu schubsen. Das Viech war schwerer, als es aussah und sie hätte schwören können, dass sie ein oder zwei Knacksen in ihrem linken Arm gespürt hatte... Der Arm war gebrochen... jedenfalls war er etwas komisch angewinkelt; vermutlich, weil Shion versucht hatte ihren Fall mit einer Hand abzufangen. Mit ihrer heilen rechten Hand hatte sie alles Erdenkliche versucht, um sich zu befreien – jedoch ohne Erfolg. Danach folgte ein verzweifeltes Fluchen. Als, ob sie mit bösen Worten das Ding wiederbeleben könnte...

Und nun? Nun lag sie also da. Völlig erschöpft und am Ende. So ohne Magie fühlte sie sich... verletzlich, entblösst und nutzlos. Wahrscheinlich verfluchten ihre Zombiekinder sie gerade, weil Shion gerade Höllenqualen litt. Alles in ihrem Körper tat weh und die Zombies spürten genau in diesem Moment wohl die gleichen Schmerzen. Einer der Gründe, warum sie körperliche Anstrengungen und das Risiko, verletzt zu werden, mied (mal davon abgesehen, dass sie einfach nur faul war). Ein weiterer Seufzer rutschte über ihre Lippen und sie schlug kraftlos mit der Laserwaffe weiter auf das Insekt ein – auch wenn sie wusste, dass das ihr nicht weiterhelfen würde. Das monotone und regelmässige bumm, bumm, bumm machte sie etwas schläfrig und in Gedanken folgte sie nun den flauschigen Wolken, die über ihren Kopf am strahlendblauen Himmel vorbeizogen. Irgendjemand würde schon vorbeikommen und sie aus ihrer misslichen Lage befreien – oder?

Das jähe Quietschen eines sich nähernden Screechers riss sie aus der Wolken-Sutra-Trance heraus. Frassen diese Dinger eigentlich auch Arkane... oder waren sie doch Vegetarier? Hätte sie dem Besitzer doch nur etwas genauer zugehört oder besser aufgepasst, als er ihr die Regeln erklärt hatte. Tja, schon doof, wenn die Karma-Polizei zuschlägt. Shion versuchte mit der Waffe auf das Vieh zu zielen, doch irgendwie klappte es nicht. War die Waffe etwa kaputt? Hatte sie einmal zu fest mit dem Ding auf den bewusstlosen Screecher gehauen? Panisch rutschte die Hexe nun herum und erinnerte sich dann an den Panikknopf auf der Armbanduhr. Sie drückte hektisch und mehrere Male drauf, als ob man dadurch schneller auf sie aufmerksam werden und ihr zu Hilfe eilen würde. Durch ihr wildes Gezappel wurde auch der Screecher auf die Hexe aufmerksam und flog nun auf sie zu. In ihrer Verzweiflung warf der Pinkschopf nun aus Reflex die Waffe nach dem Biest. Doch Treffen war eine Kunst, die Shion ebenfalls nicht beherrschte. Denn die zum Wurfgeschoss zweckentfremdete Schusswaffe fiel auf dem halben Weg, Gravitationskraft sei dank, wieder zurück – genau auf das Gesicht der Hexe. Der Schmerz war so überwältigend, dass sie nicht mal aufschreien konnte. Stattdessen bildeten sich Tränen in ihrem Augenwinkel, während sie sich ihre blutende Nase rieb. So wollte sie eigentlich nicht sterben.


Zuletzt von Shion am Sa 8 Sep 2018 - 9:11 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet

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Re: Remember, remember...

Beitrag  Chariot am Di 29 Mai 2018 - 16:36

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SHION & CHARIOT03 - RÜCKBLENDE#1
ON | OFF

Alte Gäste, neue Gäste, mäßig gutes Wetter — kein Grund, wieso das breite Grinsen auf Chariots Lippen verblassen sollte. Sicher, es war etwas langweilig, die ganze Zeit alleine im Eingang zu sitzen und darauf zu warten, dass der nächste Gast kommen würde, doch war der Hybrid ohnehin niemand, der sonderlich schnell Langeweile empfand. Die freie Zeit konnte er immerhin dafür nutzen, ein wenig an einer der ausgemusterten Armbanduhren herumzuschrauben, sie gegebenenfalls zu reparieren oder sogar zu verbessern (ihm geisterte die ein oder andere Idee im Kopf herum), oder sich neue Rätsel auszudenken, was tatsächlich ein wenig nervenaufreibender war — und demnach von ihm lieber ein wenig nach hinten verschoben wurde. Er wollte nicht wieder vor einem Schloss sitzen, dass zwar seiner Idee entsprungen war, allerdings selbst von seinem Schöpfer und Erfinder nicht zu öffnen war. Solche Momente führten meist zu einer eher getrübteren Laune, welche er nicht unbedingt haben wollte. Wütend sein war anstrengend... und kostenspielig. Und ohnehin nicht das, worüber er sich jetzt das halb-existente, eigene Hirn zerbrechen sollte, solange es noch da war. Der Gedankenumschwung brachte ihn dazu, eine leichte Grimasse zu ziehen, die sich leicht wieder legte. Sein Blick klebte nach wie vor an den kleinen Schrauben der Armbanduhr, zumindest bis sich ein anderes Gerät sich zu Wort meldete. Fast hätte Chariot03 das leise Piepen imitiert, unterließ es allerdings doch und legte stattdessen das Werkzeug ab, um dem Ursprung des Piepens die volle Aufmerksamkeit zu schenken. Dass er diesen Ursprung nun allerdings erst aus dem Labyrinth fischen müsste, war ihm bewusst.

Die meisten betätigten die Panikknöpfe, wenn sie den Ausgang nicht fanden — was recht häufig war, immerhin war das Labyrinth nicht umsonst ein Labyrinth. Und eines, welches direkt wieder endete, wäre doch reizlos. Wieder andere empfanden plötzliche Platzangst, was Chariot zwar nicht sonderlich logisch erschien, doch stellte er keine Fragen — oder nur selten. Niemand, der bezahlt hatte, bekam die Kosten zurückerstattet. Besser gesagt; es konnte ihm egal sein, wie wenig Zeit jemand im Labyrinth verbrachte, solange er in dieser Zeit nichts beschädigte, stahl oder andere Gäste belästigte. Einige wenige drückten den Knopf tatsächlich nur, um zu testen, ob er funktionierte — und das tat er. Auch mehrmals hintereinander. Auch, wenn man ihn drückte, als wolle man Sturm-klingeln. Da hatte es wohl jemand eilig. Das 'Bin gleich wieder da'-Schild befand sich in Windeseile auf dem Tresen, ehe Chariot (nach wie vor grinsend) auch schon durch den Eingang in sein geliebtes Gewirr an Maispflanzen spazierte, zielsicher wie eh und je. Die aktuelle Position des Gasts-in-Not hatte er sich zuvor auf dem Bildschirm seines Computers angesehen (und wirklich weit weg vom Eingang war der Gast nicht), die Punktzahl (30), die Nummer (17) sowie die verbrachte Zeit im Labyrinth (Nur 10 Minuten!) — wieso brach man das Spiel so schnell ab?

Der Grund sollte ihm recht schnell gezeigt werden. Lautes, widerliches Fiepen eines Screechers (vielleicht sollte er die Teile in seiner Nähe stumm schalten, irgendwie ließe sich das sicherlich einfügen), der scheinbar einfache Beute im Visier hatte. Und diese einfache Beute war es gewesen, die wie verrückt den kleinen, roten Knopf gedrückt hatte. Immerhin hatte sie sich von der Position, die ihm angezeigt worden war, keinen Millimeter entfernt. Konnte sie auch überhaupt nicht. Anstatt direkt auf die junge Frau zuzustürmen, hob er nur knapp die Hand als Gruß, das Grinsen schien wohl recht unpassend im Moment (vielleicht hatte sie Schmerzen? Oder Angst? Oder Panik?), ließ sich jedoch gerade nicht so einfach wegwischen. Die andere Hand ließ Chariot in seine Hosentasche gleiten, wo er eine kleine Fernbedienung hervorkramte, damit auf den lebendigen Screecher zielte und diesen mit einem Druck auf den roten Knopf (die tolle Fernbedienung hatte immerhin nur zwei Knöpfe; einen roten und einen grünen, was unfassbar kreativ war) deaktivierte. Unsanft landete das Liebellenvieh auf dem Boden, allerdings nicht auf der Rosahaarigen, wie das andere Insekt, das sie scheinbar nicht mehr von sich entfernen konnte. Etwas unelegant stieg der Hybrid nun über den bewusstlosen Screecher Nummer eins, um zu Nummer zwei und Gast Nummer 17 zu gelangen. Sein Blick haftete auf ihr, erneut hob er die Hand, diesmal mit der Fernbedienung, zwei Finger davon in die Luft streckend. "Hi." begleiteten seine Worte die Geste, seine Augen überflogen derweil die Gesamtsituation — die ihm nicht unbedingt gefiel. Was man auch sehen konnte.

Das Grinsen verschwand endlich von seinen Lippen, wich einem neutralen Blick, der allerdings nicht neutral genug war, um als entspannt gedeutet werden zu können. Mitleid war es allerdings auch nicht, das sein Hirn erfüllte, das immerhin gab es für ihn nicht. Noch nicht. Vielleicht würde er es irgendwann lernen. Blutende Nase, vielleicht ein paar blaue Flecken — und anderes, das ihm auf den ersten Blick nicht auffiel. "K-keine Sorge." erhob der 55-Jährige nun endlich wieder die Stimme, der Pinkhaarigen einen Moment lang in die glänzenden Augen blickend, um dann, ohne weiter zu zögern, den Screecher zu packen und mit unverschämter Leichtigkeit von ihrem Körper zu heben — das geflügelte Ding ließ er anschließend einfach wieder fallen. "Kannst du laufen? M-musst du getragen werden?" redete er weiter, sich neben sie kniend, um ihr eventuell aufzuhelfen oder sie hochzuheben. Mit dem Zeigefinger deutete er derweil auf die Waffe, die neben ihr am Boden lag. "Die Waffen s-sind gegen die Feinde, nicht gegen einen selbst." — sich hier selbst zu beseitigen war ohnehin nicht die feine Art. Immerhin müsste er alles aufräumen, was nicht gerade spaßig war.

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Re: Remember, remember...

Beitrag  Shion am Di 5 Jun 2018 - 17:35

Shion war sich sicher gewesen, dass ihr letztes Stündchen geschlagen hatte. Sie entschuldigte sich in Gedanken bereits bei ihren Zombiekindern, dass sie so fahrlässig gehandelt hatte und hoffte, dass sie im Fegefeuer – sollte es tatsächlich existieren und sie dorthin geschickt werden – wenigstens vom Groll jener verschont bleiben würde. Aber bei ihrem Glück...... Die Hexe wandte ihren Blick ab, indem sie den Kopf zur Seite drehte. Durch ihren Tränenschleier konnte sie in der Ferne eine verschwommene Gestalt ausmachen, die freundlich die Hand zum Gruss hochhielt. Halluzinierte sie bereits? War das eine Art aedaischer Chariot Charon, der sie über den Fluss in die Unterwelt bringen würde? Sh*t und genau in diesem Augenblick hatte sie keine Münzen zur Hand. Leise aufschluchzend machte sie nun fest ihre Augen zu; die gesunde Hand immer noch die blutende Nase haltend. Wenigstens war die hässliche Insektenvisage nicht das Letzte, das vor ihrem Tod gesehen hatte. Shion verabscheute Ungeziefer, das noch lebte. Sie hätte wissen sollen, dass das keine gute Idee war, hierherzukommen – aber nun war es ohnehin zu spät.

Doch es geschah nichts. Zumindest nicht zum erwarteten Zeitpunkt, den die Hexe erwartet hatte... ausser der Tod durch einen Screecher war schmerzlos -? Etwas verwundert öffnete Shion das eine Auge, nur um zu sehen, wie das riesige Libellenvieh leblos vom Himmel fiel. Diesen Anblick kannte sie ja bereits gut. Ein Déjà-vu-Erlebnis sozusagen. Instinktiv versuchte sie dem Rieseninsekt wieder auszuweichen, was eigentlich gar nicht nötig war, da der Screecher, Sekunden später, ein paar Meter neben ihr mit einem lauten Knall auf dem Boden prallte. Für einen Augenblick hatte Shion das Atmen verlernt. Sie wagte es sich nicht zu bewegen. Auch dann nicht, als sie sich einigermassen von ihrem Schock erholt hatte – als würde der leblose Screecher wieder auferstehen, wenn sie eine falsche Bewegung machte. Diesen Viechern war nicht zu trauen. Die Hexe dürfte wohl ein bleibendes Trauma vom heutigen Tagesausflug nach Okahan mitnehmen.

In ihrem Schädel ratterte es und mit etwas Fantasie und ganz fest zugekniffenen Augen, konnte man sehen, wie Rauch von ihrem Kopf aufstieg. Das Rosaköpfchen versuchte nachzuvollziehen, was gerade eben passiert war. Hatte der Screecher zu viel Sonne abbekommen und ist wegen einem Sonnenstich ohnmächtig geworden? Wurden ihre Gebete erhört? Vielleicht ist der Screecher einfach so kaputt gegangen und aus heiterem Himmel... vom Himmel gefallen (ooc: badumtss ja, der war schlecht, aber ich konnte es nicht sein lassen :’D)? Die Antwort auf ihre Fragen kletterte wenige Augenblicke später etwas unelegant über den leblosen Screecher, der vor ihr lag. Der vermeintliche Charon war also doch keine Einbildung gewesen. Immer noch fassungslos rieb sich Shion die Augen und erkannte, da sie nun den Tränenschleier von ihren Augen weggewischt hatte, den Besitzer des Labyrinths. Ah, der Panikknopf hatte also doch funktioniert.

"Hi." Der Blauhaarige hob seine Hand ein zweites Mal zum Gruss. Sonst nichts. Das Pinklöckchen war immer noch zu verdutzt, als dass sie hätte rechtzeitig reagieren können. “Hi...“, wiederholte sie also nur, während sie, immer noch ganz offensichtlich verwirrt, den Bewegungen Chariots folgte. „...und danke, dass du mich... gerettet hast...?“, fügte sie dann nach einer Weile hinzu, wobei es mehr wie eine Frage klang – als ob ihr Hirn noch nicht verarbeitet hatte, dass sie immer noch am leben war. Nun, Chariot verhielt sich auch nicht gerade wie ein Ritter in strahlender Rüstung. Auch das verschwindende Grinsen machte es Shion nicht leichter, die Situation zu verstehen. Wieso hatte er nun ein neutrales Gesicht aufgesetzt? Normalerweise lächelte man doch bei einer Begrüssung... und nicht umgekehrt? Die Hexe wurde nicht wirklich schlau aus ihrem Gegenüber. Sie hatte gerade ihren Mund geöffnet, um ihn etwas zu fragen, als er ihr zuvorkam: Sie solle sich keine Sorgen machen, ob sie getragen werden müsse und dann noch die Bemerkung mit der Waffe. So ganz nebenbei hob er auch den Screecher, der eben noch auf ihr lag, auf und liess ihn wenige Zentimeter neben sich und Shion wieder auf den Boden fallen – als sei es das Normalste auf der Welt. ‚Oh, du hast ein Fussel im Haar. Warte, ich mach’s dir mal schnell weg...’

Shion fehlten schlicht die Worte. Immerhin hatte er sich nach ihrem Wohlergehen erkundet – wobei nein, er hatte nur gefragt, ob sie laufen konnte oder nicht. Die Hexe hatte den Verdacht, dass er sie wahrscheinlich so schnell wie möglich loswerden wollte. Mit ihrer gesunden Hand stützte sie sich nun am Boden ab, um sich in eine sitzende Position hochzustemmen. Nun konnte sie ihrem Gegenüber auch richtig in die Augen sehen. „Mir geht es gut. Danke der Nachfrage“, kam es etwas trocken über ihre Lippen, wobei sie die Mundwinkel dennoch zu einem Lächeln hochgehoben hatte. Sie nahm es ihm nicht übel, dass er sie loswerden wollte. Wahrscheinlich musste er sich öfters mit Leuten wie ihr abgeben. Was sie eher störte, war die fehlende Empathie. Er konnte ja wenigstens so tun, als ob ihm ein Bisschen etwas an ihrem Wohlergehen lag.

Probeweise bewegte Shion abwechselnd ihre zwei Beine und versuchte wieder aufzustehen. Nach einigen unbeholfenen Startversuchen stand sie dann tatsächlich wieder auf ihren beiden Füssen – wenn auch etwas wacklig. „Mit meinen Beinen ist glaub ich, bis auf ein paar blaue Flecken, alles in Ordnung... und meinem Kopf geht es auch gut... Keine Sorge. Ich verwende Waffen normalerweise nur gegen Feinde – wenn sie wenigstens funktionieren würden“, versicherte sie ihm dann und klopfte mit der rechten Hand so gut es ging, den Dreck und Staub von ihrer Kleidung ab. Den Fakt, dass es wahrscheinlich ihr Verdienst war, dass die Waffe kaputtging, überging sie einmal. Stattdessen musterte sie Chariot nun etwas genauer, während sie kurz mit ihrem Ärmel über ihre Nase fuhr und das inzwischen leicht verkrustete Blut abwischte. „Muss ich zuerst raus, damit ich die Ausrüstung abnehmen darf? Geht etwas schneller, wenn ich dieses Problem hier, sie hob den komisch angewinkelten linken Arm hoch, „mit Magie lösen könnte... Ich bräuchte eventuell trotzdem etwas Hilfe von dir, weil ich den Arm zuerst gerade biegen muss...“ Die Hexe verzog kurz das Gesicht bei dem Gedanken an die bevorstehenden Schmerzen. Sie hatte schon oft genug Knochenbrüche geheilt, dass sie dies auch ohne fremde Hilfsmittel tun konnte. Nur für einen Betäubungstrank hätte sie einige Kräuter gebraucht, die nicht unbedingt in einem Maisfeld-Labyrinth zu finden waren. Ein Betäubungszauber war ihr zur riskant und das Glück hatte sie für heute schon oft genug herausgefordert. Fragend richtete die Hexe ihren Blick nun wieder auf den Besitzer des Labyrinths. Dabei hatte sie ihren Kopf etwas schiefgelegt, sodass ein paar rosa Löckchen sich in ihr Gesicht verirrten, während sie auf eine Antwort abwartete.

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Re: Remember, remember...

Beitrag  Chariot am So 10 Jun 2018 - 17:11

Vielleicht sollte er die Reste seines alten Gehirns mit der ergänzenden künstlichen Intelligenz einmal (sinnbildlich gesehen) in einen kleinen Raum sperren und erst wieder hinaus lassen, wenn sie zusammen einen Plan entworfen hatten, wie man Situationen wie der jetzigen entgehen konnte. Tatsächlich war es eher Chariots Überlegung gewesen, andere, schwerere Gegner den Screechern als Gesellschaft zu überlassen. Irgendwelche Wesen, die sich nicht durch die Luft wandten, sondern den Gästen auf allen Vieren hinterherwetzten, schwieriger zu treffen waren, gefährlicher waren, unheimlicher schienen... und so weiter. Wenn allerdings schon die Screecher alleine solche Probleme machten (immerhin war es ganz sicher nicht das erste Mal, dass Chariot von dem Panikknopf gerufen wurde), wäre das vielleicht nicht ideal, würde gegebenenfalls sogar Gäste verscheuchen — vielleicht aber auch andere anziehen, denen es aktuell einfach zu langweilig oder einfach im Labyrinth war. Die Screecher wegen den Unfällen, die passierten, jedoch zu entfernen, kam nicht in Frage. Das Labyrinth ohne die Feinde wäre zu einfach, zu langsam und der Eintrittspreis dafür definitiv zu hoch. Vielleicht sollte er Roboter bauen, die die Gäste im Falle des Falles aus dem Gewirr der Maispflanzen befreien würden, doch genügte Chariot03's Wissenstand dafür eventuell noch nicht. Sowieso; es wäre teuer. Das alles sollte er sich allerdings etwas später durch den Kopf gehen lassen — nicht, dass die Verletzte noch irgendwelche ernsthaften Wunden hatte, die schnellstmöglich versorgt werden müssten.

"Mir geht es gut. Danke der Nachfrage." — Ihre Tonlage völlig ignorierend, nickte Chariot nur stumm, ehe er bewegungslos stehen blieb, als würde er auf weitere Anweisungen warten. Was definitiv nicht der Fall war. Stattdessen erfasste er lediglich die Gesamtsituation, wirkte dabei eher tot als lebendig, doch war das fast schon nichts mehr neues. Sein Blick ruhte stetig in den Augen der Pinkhaarigen, die sich inzwischen in eine sitzende Position aufgerichtet hatte — und Chariot somit auch ihr Arm auffiel, der fast wirkte, als hätte jemand ihn wie ein benutztes Taschentuch zusammengeknüllt und weggeworfen. Mit dem einfachen Unterschied, dass er noch an ihrem Körper befestigt war, was nicht nur ihr, sondern auch sein Glück war. Die Sauerei wollte er sicherlich nicht aufputzen, die Beschwerden wollte er sich nicht anhören und das Labyrinth wollte er auch nicht schließen müssen um herauszufinden, wie zur Hölle die Screecher (oder einer) Grund dafür waren, dass einer jungen Dame der ganze Arm weg flog. "Die Waffen funktionieren normalerweise einwandfrei." gab er zurück, sie weiterhin (und wie immer ohne ein einziges Blinzeln) anstarrend, nur um den Blick dann auf die Waffe zu richten, die am Boden lag. Gepresst ließ er die Luft aus der künstlichen Lunge entweichen, wobei deutlich wurde, dass er sich tatsächlich Mühe gab, keinerlei Wut aufkommen zu lassen. Im schlimmsten Fall und gelenkt von Zorn würde er die Dame mit den lockigen Haaren nur noch mehr verletzen — was ebenfalls schlecht fürs Geschäft wäre.

Seine Augen blieben an der Waffe hängen, huschten desinteressiert wenige Herzschläge lang zu ihrem Arm, kaum dass sie diesen hob, dann zurück zur Waffe. Auch beschrieb er nur eine wirre Geste mit der Hand als Antwort, zuckte, als würde er lieber die Waffe als die Pinkhaarige verarzten, doch zwang er sich selbst mit einem leichten Seufzen zur Vernunft, löste nun endlich den Blick von seinem teuren Eigentum und schenkte der Verletzten volle Aufmerksamkeit. Sogar seine Stimme klang etwas weicher, auch wenn das Grinsen keinesfalls zurückkehren wollte, nicht einmal ein Lächeln schenkte er ihr. "D-du kannst die Ausrüstung ablegen. Brauchst du Hilfe dabei?" Die Klettverschlüsse einhändig zu lösen wäre eventuell ein wenig knifflig — was auch der Grund war, warum Chariot nicht unbedingt auf eine Antwort wartete, sondern stattdessen auf die Kleinere zutrat, um ihr aus der Ausrüstung zu helfen und ihr auch die Armbanduhr Schrägstrich Computer vorsichtig vom Handgelenk zu lösen. Von Magie hatte er tatsächlich nur wenig Ahnung, immerhin hatte er nur wenig damit am Hut und konnte inzwischen gut ohne Zauberei und ähnlichen Schnick-Schnack existieren. Vielleicht mochte es für den ein oder anderen wie Magie erscheinen, wenn er seine eigenen 'Verletzungen' oder Fehlfunktionen reparierte, ohne mit der Wimper zu zucken, oder Rüstungen baute, die wilde Tiere kontrollierte, tatsächlich gab es da jedoch nur wenig magisches. Dass die Welt ohne Magie besser wäre, würde er allerdings nie sagen; immerhin war etwas dergleichen Schuld, dass er überhaupt noch lebte.

Glaubte er zumindest. Genau sagen konnte er es nicht — alles was er über sein früheres Leben wusste, hatte seine Schöpferin ihm binnen weniger Sätze erzählt. Es war nicht viel, jedoch genug, um zu wissen, dass es nicht einfach irgendeine Glückssträhne gewesen war, die ihm vorm verrotten bewahrt hatte. "Ich entschuldige mich für die Unannehmlichkeiten." entwich ihm, als wäre es ein auswendig gelernter Satz, den er jedem Gast vor die Füße warf. (Vielleicht war's ja so?) Die Rüstung legte er sich über die Schulter, die Uhr schob er für den Moment in seine Hosentasche zu der Fernbedienung, damit er beide Hände frei hatte. "W-willst du dich nicht lieber wieder hinsetzen? Bevor du vor Schmerz zusammenklappst und dir den Kopf aufschlägst. Das wäre suboptimal." Seine Augen weiteten sich ein wenig, wobei er seine Sicht erneut auf Wärmebild umschaltete, um auf eventuelle Feinde direkt reagieren zu können. Einen Schwarm Screecher, der einem fast das Trommelfell wegriss, konnten sie jetzt vermutlich nicht gebrauchen.

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Re: Remember, remember...

Beitrag  Shion am Fr 10 Aug 2018 - 7:20

Die Waffen funktionieren normalerweise einwandfrei.“ Monsieur sorgte sich wohl mehr um seine Waffen, als um das Wohlergehen seiner Kunden... oder zumindest um das Wohlergehen von Shion. Das hörbar laute Ausatmen war wohl kaum falsch zu deuten. Könnte er heissen Dampf aus seiner Nase blasen, wäre sie jetzt wohl geräucherter pinker Schinken. Aber vielleicht bildete sie sich das alles auch einfach nur ein und der Besitzer wollte einfach keinen Ärger oder Klage von der Kundschaft. Auch verständlich. Nichts war unerträglicher, als ein Kunde, der Probleme machte. Das sollte gerade Shion selbst am besten wissen. Wahrscheinlich würde sie sich an Chariots Stelle nicht anders verhalten, wenn jemand ihr Eigentum kaputt machen würde. Nur würde sie es nicht so offen zeigen, dass der gebrochene Arm eines Kunden sie nicht wirklich interessierte. Ja, seltsamerweise empfand sie so etwas wie Sympathie für ihr komisches Gegenüber... oder zumindest konnte sie ihn gut nachvollziehen.

Wenn da nur nicht die Schmerzen wären. Sie wollte schon weiter jammern, als er nach einem Seufzen plötzlich ganz freundlich wurde.... ‚freundlich’. Seine Mundwinkel blieben unbewegt, aber immerhin bot er ihr nun Hilfe an: „D-du kannst die Ausrüstung ablegen. Brauchst du Hilfe dabei?“ Nun war es Shion, die seufzte... glücklich aufseufzte. Endlich wurde sie diese bescheuerte Ausrüstung los, die ihre Magie blockte. Schrecklich. Wieso hatte sie auch nur für den Bruchteil einer Sekunde gedacht, dass das gut enden würde? Ohne Magie war sie... nichts. Weder besonders kräftig noch besonders athletisch oder besonders im Allgemeinen. Sie musste nicht einmal eine Antwort geben. Der Besitzer ging auf sie zu und nahm ihr behutsam die Ausrüstung und das Armband ab. Etwas Farbe kehrte in Shions Gesicht zurück, als sie den gewohnten Magiefluss in ihrem Körper spürte.

Seine Entschuldigung empfand die Hexe ebenfalls etwas künstlich und auch seine Sorge darüber, dass sie ohnmächtig werden und sich den Kopf beim Fallen aufschlagen könnte. Sie legte ihren Kopf schief, während sie in seine Augen sah, die sich seltsam weiteten und war die nicht ein komisches Geräusch zu hören? Ist der Typ vor ihr ein Cyborg oder so? Seine einstudierten Musterantworten würden jedenfalls dafürsprechen. Aber dafür sah er einfach viel zu... lebendig aus... ‚lebendig’. „Danke für die Hilfe... und keine Sorge, mit meinen Beinen und meinem Kopf ist alles in Ordnung. Ich mach dir schon keine Probleme und verklag dich auch nicht. Kein Grund zur... Sorge. Du bist mich auch schon bald wieder los“ Als ob er sich um sie sorgen würde. Sie kannten sich ja nicht einmal richtig. Mitgefühl dürfte da wohl nur bedingt vorhanden sein.

Shion konnte sich nun aber endlich ihrem Arm widmen, der etwas verloren runterhing und einen traurigen Anblick abgab. Normalerweise würde sie bei einem solchen Bruch auf Kräuter und Heilpflanzen zurückgreifen, damit diese die Heilung unterstützen konnten. Doch die fand man wohl kaum in diesem Labyrinth. Also musste sie wohl oder übel von ihren eigenen Energiereserven anzapfen. Für die Heilung eines Knochenbruchs würde sie zwar nicht draufgehen, aber immer noch körperlich so auslaugen, dass sie wohl tatsächlich zusammenklappen könnte. Eine andere Wahl hatte sie aber nicht.

Darum hielt sie ohne lange weiter zu überlegen die Hand über die verletzte Stelle, nahm ein Stück Holz, das sich in der Nähe befand auf und schob es sich zwischen den Zähnen. Sie atmete einmal tief ein und riss mit einem Ruck, den Arm gerade. Der Schmerz trieb ihr Tränen in die Augen, doch sie erstickte ihren Aufschrei. Lediglich ein unterdrücktes Stöhnen war zu vernehmen. Noch mehr Screechers, die auf sie aufmerksam wurden, brauchten sie nicht. Keuchend sank Shion nun doch mit den Knien zu Boden und liess den Stock aus ihrem Mund fallen. Die Abdrücke ihrer Zähne waren darauf gut erkennbar. Mit der Hand über der Bruchstelle murmelte sie nun leise einige Worte. Ein unangenehmes Knacken war zu hören, als der Knochen wieder zusammenwuchs. Unter der Haut bewegte es sich und in nur wenigen Sekunden war die Prozedur auch schon vorbei. Wieder seufzte Shion erleichtert auf. Ihre Lider halbgeöffnet, wandte sie sich wieder dem Besitzer zu. „He... Hey.. Wie heisst du nochmal? Es tut mir.... wirklich Leid, .....wirklich ....aber ich denke, ....dass ich es nicht....“ Sie wollte ihm wirklich keine Probleme machen, aber ehe sie überhaupt ihren Satz beenden konnte, kippte die Hexe auch schon zur Seite um. Der Tag heute war wohl einfach zu stressig und nervenaufreibend gewesen für Shions Verhältnisse. Dass sich das negativ auf die Nutzung ihrer Fähigkeiten auswirkt, dürfte wohl nur allzu offensichtlich sein. Wegen einem simplen Knochenbruch war sie bisher eigentlich noch nie bewusstlos geworden.

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Re: Remember, remember...

Beitrag  Chariot am So 19 Aug 2018 - 22:16

In anderen Sitationen wäre er bei einem solchen Umgang mit seinem Eigentum wohl direkt dem Zorn verfallen; es kostete immerhin Zeit und Geld, die Waffen zu reparieren. Und beides aufzubringen, nur weil jemand achtlos mit den geliehenen Schutzwaffen, den Uhren oder sonstiger Ausrüstung umging, war keinesfalls ideal. Was hier allerdings das kleine aber markante Detail war, das Chariot nicht wütend werden ließ, waren die Tatsache, dass die Pinkhaarige scheinbar Schmerzen litt — und Schmerz verleitete viele Leute nun mal dazu, Dinge zu tun, die sie normalerweise nicht tun würden. Angst ebenso. Wenn er sich einen Arm brach, war es immerhin recht einfach für ihn, das wieder zu korrigieren; er empfand Schmerzen nicht so, wie die meisten es taten. Und Angst kam in diesen Fällen ebenso wenig auf. Nachvollziehen konnte er es also nicht direkt, hielt es jedoch für unwahrscheinlich, dass die Besucherin seine Waffen aus purer Boshaftigkeit zerstört hatte, weshalb er sich momentan lieber auf dieser Annahme ausruhte. Sein hilfsbereites Angebot entlockte der Pinkhaarigen also ein Seufzen, das er als Erleichterung oder dergleichen deutete, jedoch so oder so nicht sonderlich auf eine Antwort wartete. Die Ausrüstung war also recht schnell abgelegt — ein Problem weniger.

Und gleich noch eins zwei Probleme weniger. Sie würde ihn nicht verklagen und er wäre sie bald wieder los. Gute Neuigkeiten, wie er sie durch ein Nicken wissen ließ. "S-selbstverständlich-" Er arbeitete hier, um zu helfen. Er hatte die Panikknöpfe an die Uhren gemacht, um zu helfen. Er verdiente Geld, indem er den Gästen half. Wäre das nicht der Fall, würden die wenigsten einen Fuß in das Labyrinth setzen. Sich an heißen Sommertagen zu verirren und einen Hitzeschlag zwischen hohen Maispflanzen zu erleiden war sicherlich nicht die beste Freizeitaktivität. In einem Raum voller Screecher eine Panikattacke zu bekommen, ohne einen Ausweg, war bestimmt nicht nett. Oder aber sich den Arm zu brechen und unter einem riesigen Insekt begraben zu werden.

Mit dem Bruch selbst schien er jedoch kaum helfen zu können; die Pinkhaarige grub ihre Zähne bald schon in ein Stück Holz (schmeckte sicherlich nicht gut), riss ihren Arm gerade (bei ihm sah das ein wenig eleganter aus) und ließ ein Geräusch erklingen, das sicherlich kein freudiges Jauchzen war. Dennoch stand Chariot mehr teilnahmslos da, beobachtete, wie sie nun doch gen Boden sank, wenn auch kontrolliert, den Stock wieder fallen ließ und im Anschluss daran unverständliche Dinge murmelte, die ihren Knochen scheinbar davon überzeugte, wieder zusammenzuwachsen. Sie hatte also doch eine elegantere Lösung als er — bei Knochenbrüchen öffnete er immerhin seine Haut, schraubte den Knochen mit Metallschienen wieder zusammen und schloss die Haut wieder. Sie jedoch konnte darauf verzichten und gebrauchte lieber Magie.

Als nächsten entwichen ihr Sätze, die weder besonders klar, noch besonders geordnet waren. Das allerdings sollte ihn jetzt nicht unbedingt stören. Was ihn eher störte war die Tatsache, dass sich ihre vorherige Aussage ('mit meinen Beinen und meinem Kopf ist alles in Ordnung.') wohl nicht gestimmt hatte, immerhin kippte sie keine Sekunde später schon zur Seite und regte sich nicht mehr. Auf ihre Fragen musste er nun allerdings nicht mehr antworten — atmete jedoch erneut kräftig aus der Nase aus, suchte sich die Waffe, die noch herumlag, und schließlich die Pinkhaarige, die auch herumlag. Viel Mühe kostete es ihn nicht, sie hochzuheben, wobei er natürlich Vorsicht walten ließ, ihren Rücken mit einem Arm und die Beine mit dem anderen stützte und so aus dem Labyrinth herausspazierte, ohne einem Screecher in die Arme zu laufen. Auch dauerte es nicht lange, bis er schon im Eingangsbereich wieder angekommen war, die Pinkhaarige vorsichtig ablegte, damit sie auf mehreren Sitzplätzen auf dem Rücken lag, ihr ein Kissen unter die Füße schob und anschließend die Waffe und den Rest der Utensilien ablegte. Schnell hatte er auch eine kühle Flasche Eistee und eine süße Waffel versorgt, stellte beides neben ihr ab und kniete sich neben sie, ihre Schulter leicht berührend. Immerhin verrieten seine auf Wärmebild geschalteten Augen ihm, dass ihr Herz noch munter schlug. "G-genug ausgeruht. D-du solltest was essen." sprach er sie an und hoffte, dass sie darauf reagierte. Sicher hätte er im System nach ihrem Namen suchen können, doch würde das zu viel Zeit fressen. Er wollte immerhin nicht, dass sie ihm hier irgendwie starb. Oder so.

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Re: Remember, remember...

Beitrag  Shion am Di 21 Aug 2018 - 13:34

Es war lange her, dass Shion sich selbst überschätzt hat – zumindest was die Anwendung von Magie betraf. Hier hatte sie normalerweise ein gutes Händchen dafür, wo ihre Grenzen lagen bzw. wann sie sich etwas zurücknehmen sollte. Doch, dass die Heilung eines simplen Knochenbruchs, wegen der doch eher unüblichen Situation, mehr Energie beanspruchte; damit hat das Pinklöckchen nicht gerechnet. Es dauerte jedoch nicht lange, bis sie langsam wieder das Bewusstsein erlangte. Dass sie auf etwas weiches gelegt wurde, konnte sie bereits spüren und im Hintergrund hörte sie, wie jemand irgendwelche Dinge abstellte. „G-genug ausgeruht. D-du solltest was essen.“ Eine vertraute Stimme. Ah, war das nicht die des Besitzers? Etwas benommen öffnete die Hexe ihre Augen und versuchte sich aufzurichten. Doch ihr Körper folgte ihr noch nicht so richtig, sodass sie lediglich den Kopf in die Richtung der Stimme drehte. „’tschuldigung für die Umstände, die ich dir bereitet habe...“, murmelte Shion und räusperte sich danach kurz. Sie hob vorsichtig ihren Arm, der vorhin noch in einem ungesunden Winkel abstand. Alles so wie es sein musste. So langsam spürte sie auch wieder, wie ihr Körper sich erholte. Kaum zwei Minuten später, hatte sie sich auch wieder aufgerichtet und seufzte einmal tief. Wie von ihrem Gegenüber empfohlen, griff sie nach dem Eistee und nippte daran. Ihre Augen wanderten dabei neugierig durch den Eingangsbereich, dann wieder zurück zum Besitzer. „Danke... für alles... Eh..“ Sie hielt sich kurz den Kopf. „Sorry, aber du musst mir nochmals deinen Namen sagen. Wahrscheinlich hab ich mir den Kopf vorhin doch etwas zu fest angeschlagen oder so...

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Re: Remember, remember...

Beitrag  Chariot am So 26 Aug 2018 - 20:43

Es war nicht das erste Mal, dass ein Gast aus dem Labyrinth hinausgetragen werden musste, sogar ohnmächtig, immerhin überschätzten sich Leute hin und wieder einfach, waren die körperliche Belastung nicht gewohnt oder hatten schlicht und einfach nicht die Geduld, wieder aus dem Labyrinth hinauszufinden. Immerhin konnte das eine gute Weile dauern. Die Rosahaarige vor ihm allerdings hatte noch das Pech gehabt, sich einen Arm zu brechen, den sie zwar selbst wieder zusammengeflickt hatte, nun jedoch scheinbar am Ende ihrer Kräfte angelangt war. Beruhigend war es allerdings, dass sie auf seine Worte hin zumindest die Augen öffnete, den Kopf drehte und wenig später ebenfalls die Stimme hob — was bedeutete, dass Chariot höchstwahrscheinlich keine weiteren Rettungsmaßnahmen veranstalten musste. Auf ihr Murmeln hin veränderte sich sein komplett neutraler Gesichtsausdruck nicht, er blinzelte nicht einmal, regte sich zunächst nicht, folgte jedoch mit den Augen den Bewegungen ihres Arms, als sie diesen anhob. "In Ordnung." Entschuldigung angenommen — oder so ähnlich. Das einzige, was ihn sauer stimmen könnte, war die Tatsache, dass sie so achtlos mit der Waffe umgegangen war. Das allerdings könnte er ansprechen, wenn sie nicht mehr so schwach war.
Immerhin würde das nicht mehr allzu lange dauern. Bald hatte sie sich schon aufgerichtet, wobei Chariot03 in der Zwischenzeit alles ordentlich verstaut hatte und gerade an der Uhr, die sie getragen hatte, Einstellungen vornahm, dieses Vorhaben allerdings unterbrach, um den Blick wieder auf Shion zu heften. "Chariot03." Wie sie ihn nennen würde, war im Endeffekt ihr überlassen. Die meisten beschränkten sich auf Chariot oder 03. Ihm war beides recht. Die Uhr legte er bei Seite, atmete lautstark ein und fixierte sie nach wie vor mit dem Blick. "B-brauchst d-du ein Kühlpack für deinen Kopf?" Er hatte welche da. Kundenfreundlichkeit stand ja trotzdem an hoher Stelle. Nicht an oberster. Er könnte nicht sein Labyrinth in den Ruin treiben. Auch wenn das jetzt und heute nicht passieren würde.

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Re: Remember, remember...

Beitrag  Shion am Mo 27 Aug 2018 - 18:16

Die Hexe runzelte ihre Stirn und wiederholte die Antwort des Blauhaairgen: „Chariot03.“ Also ob sie ausprobieren musste, wieder Name auf der Zunge lag. Die Nummern waren etwas irritierend und das Pinklöckchen schaute nun neugierig wieder zu ihm hoch. „Bist du ein Roboter.. oder nein, wohl eher Androide... oder doch Cyborg?“, fragte sie nach. Mit den verschiedenen Bezeichnungen war sie nicht wirklich vertraut, weshalb sie einfach mal ein paar in den Raum warf. Sollte sich ihre Vermutung bestätigen, würde das zumindest erklären, warum sie sehr leise, aber dennoch hörbare Geräusche von ihm aus wahrgenommen hatte, als sie noch etwas näher beieinander gestanden waren. „Ich bin übrigens Shion“, stellte sie sich dann vor – aus reiner Gewohnheit. Wahrscheinlich wusste er ihren Namen noch von der Anmeldung vorhin...? Doch vielleicht hatte er ihn ja auch wieder vergessen. Jedenfalls ging es ihr so bei einem Grossteil ihrer eigenen Kundschaft.
Sein lautstarkes Ein- und Ausatmen irritierte den Pinkschopf ebenfalls ein wenig, doch sie liess sich nichts davon anmerken. Sie wollte ja nicht unhöflich sein. Erst als der Besitzer nachfragte, ob ihr Kopf ein Kühlpack brauche, merkte sie, dass sie sich beim Fallen die Stirn angeschlagen hatte. Dadurch, dass sie auf die leicht aufgeschürfte Wunde und Beule aufmerksam wurde, nahm sie nun auch den stechenden Schmerz wahr, der sich davor eher wie ein dumpfes Pochen angefühlt hatte. „Ja, gerne, wenn dir das keine Umstände bereitet... wobei es dafür wohl schon zu spät ist...“ Denn sie hatte wohl schon ziemlich viel Zeit und Mühe von Chariot beansprucht. Sie hoffte nur, dass er dafür nicht auch noch irgendwelche Gebühren oder Ähnliches verlangte und wischte sich das verkrustete Blut von der Stirn.

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Re: Remember, remember...

Beitrag  Chariot am Di 28 Aug 2018 - 19:10

Er nickte knapp. Richtig. Chariot03. Auch wenn ihm nicht ganz bewusst war, wie sie seinen Namen vergessen konnte; er hatte das Labyrinth nach ihm benannt. Chariot's Maislabyrinth. Und da es sein Maislabyrinth war, musste er wohl Chariot sein. "I-ich bevorzuge die Bezeichnung Hybrid." Im Endeffekt könnte man ihn wohl auch als Cyborg betiteln; per Definition. Da er jedoch kein lebendiger Mensch war, den man mit diversen Gadgets ausgestattet hatte, sondern ein wiedererweckter Toter, den man mit künstlichen Teilen am Leben hielt, fand er seine eigene Bezeichnung doch passender. Frau Doktor Brooke Devlin hatte dazu nie wirklich Worte lauten lassen. Er war Chariot03. Nicht mehr und nicht weniger. Vielleicht ihre Art, ihm eine Identitätskrise mit auf den Weg zu geben. "Ich weiß." Sie hatte ihren Namen bei der Registrierung angegeben; sein Gedächtnis war nicht unbedingt schlecht. Dennoch nickte er knapp, um seine Worte ein wenig abzudämpfen; es war immerhin nicht sein Ziel, sie verbal dafür zu bestrafen, dass sie ihren Namen nannte.
Seine Frage schien auf Zustimmung zu treffen, sodass er nicht mehr mit Worten reagierte, sondern zu der Kühlbox ging, in der er auch Speiseeis für die Gäste lagerte, und ein Kühlpack herausfischte. Das Kühlpack nur mit spitzen Fingern anfassend, trug er es ein wenig weiter mit sich herum, hin zu einem anderen Bereich des Raums, wo er es in ein Tuch einwickelte und dann zurück zu Shion ging, um es ihr zu reichen. Seine Augen scannten sie schon fast, er bewegte sich wieder weg und trug als nächstes ein feuchtes Tuch zu ihr. Dass es keine Umstände machte, konnte er nicht behaupten; immerhin tat es das. Doch war das nicht weiter schlimm. Würde er sie besser kennen, würde wohl ein wenig Sorge (so nannte man es) mit hindurchschimmern — doch blieb es auf rein geschäftlicher Ebene. "E-es würde mehr Umständen bereiten, w-wenn du dich nicht erholst. Also iss b-bitte die Waffel und k-kühl deine Beule." Es klang vielleicht ein wenig harsch, zusammen mit seinem ausdruckslosen Blick, doch war es eigentlich nur logisch, was er von sich gab.

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